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Hauptprobe für die olympische Herausforderung

Das Swiss Armed Forces Culinary Team (SACT) bereitet sich momentan intensiv auf die Teilnahme an der Olympiade der Köche vor. In diesem Rahmen absolvierte die Kochnationalmannschaft der Schweizer Armee am vergangenen Samstag einen Testlauf, die eigentliche Hauptprobe, und begeisterte die Testesser.

01.10.2019 | Kommunikation Ausbildungszentrum Verpflegung

Die Köche vom Swiss Armed Forces Culinary Team konzentriert bei der Arbeit während der Hauptprobe.
Die Köche vom Swiss Armed Forces Culinary Team konzentriert bei der Arbeit während der Hauptprobe.

Geschäftig angespannt und gleichzeitig konzentriert ruhig wirbelten am Samstag vier Militärköche in der Kasernenküche in Thun. Unterstützt wurden sie dabei vor allem in logistischen Belangen von zwei Kameraden, die immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort eine helfende Hand bieten konnten. Jeder Handgriff sass, kein Meter wurde unnötig gegangen. An der Wand angeheftet war ein minutiös durchgeplantes Programm, das den jeweiligen Zeitpunkt für die einzelnen Arbeitsschritte definierte. Die Militärköche trainierten für ihren Wettkampf an der Olympiade der Köche in Stuttgart. Eine getaktete Planung sei nötig, damit die hoch gesteckten Ziele erreicht werden könnten und das Resultat den eigenen Erwartungen entspreche, erklärte der Chef des SACT, Adjutant Unteroffizier Sascha Heimann. Insgesamt fünf Stunden gaben sich die Milizköche des Swiss Armed Forces Culinary Teams Zeit, die visuell und geschmacklich verführenden 120 Fünfgangmenüs zu erschaffen. Dazu gehörte ein kalter wie warmer Fingerfood, ein Salat, ein Hauptgericht sowie ein Dessert. Dabei wurden die Hauptgerichte in drei verschiedenen Varianten angeboten: Mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Genau dies wird auch in gut zwei Wochen verlangt, wenn das SACT an der Olympiade der Köche seinen Wettkampf bestreitet. An diesem weltweit grössten und renommiertesten Anlass der Kochkunst wird das Swiss Armed Forces Culinary Team (SACT) nämlich teilnehmen. Das Kochnationalteam der Schweizer Armee, welches in der Vergangenheit schon zwei Olympiasiege sowie zwei Weltmeistertitel gewinnen konnte, will sich dabei vor dem internationalen Publikum auszeichnen. Doch die Konkurrenz ist stark, sehr stark. Zum ersten Mal wird das kulinarische Resultat der Militärteams mit den zivilen Teams in der Kategorie Gemeinschaftsgastronomie verglichen und in dieselbe Wertung einbezogen.

 

«Potenzial ausschöpfen»

Schon bei dieser Hauptprobe wurde darauf geachtet, dass alle Wettkampfbestimmungen der Olympiade umgesetzt wurden – und das sehr erfolgreich. Geht es nach den Testessern, wird das SACT in Stuttgart sehr gut abschneiden, denn die Gäste waren nach der Verköstigung voll des Lobes. «Das Menü wurde schön präsentiert und vor allem die Kartoffelkreation beim Fischmenü hat überrascht», meinte Olaf Stuber, «die Liebe zum Detail war sichtbar und hat man auch geschmeckt.» Vom Hirzel angereist zeigte sich ebenso Susi Korrodi erfreut: «Der Fisch war super, das gesamte Menü war sehr gut abgeschmeckt und die einzelnen Komponenten haben perfekt harmoniert, ganz zu schweigen von der sensationellen Suppe.» Vor allem vom Dessert begeistert war Christel Gaillard: «Das Dessert hatte definitiv einen Wow-Effekt.»Auch die Gaumenspezialisten unter den Gästen fanden Gefallen an den Kreationen, aber auch noch etwas Luft nach oben. «Die Menüs waren sehr gut abgestimmt mit gut gewählten Komponenten», meinte Matthias Fehr, «ein wenig Finetuning liegt aber sicher noch drin.»
Grundsätzlich zeigte sich ebenso der Chef des SACT, Adjutant Unteroffizier Sascha Heimann, mit der Leistung des Teams sehr zufrieden. Hinsichtlich der Vorbereitung auf den Wettkampf sei während der Hauptprobe durchaus noch Verbesserungspotenzial festgestellt worden. «Wir haben noch einige Punkte gefunden, welche wir bis zum Wettkampf verbessern wollen», meinte er. In diesem Bereich helfen dem Team sicherlich auch die Rückmeldungen der vier Probe-Juroren, unter anderem vom Schweizerischen Kochverband.  «Es ist alles sehr gut, aber für eine Olympiade muss alles perfekt sein», erklärte der ebenfalls als Probe-Juror amtende Giovanni Beltramini, «die Konkurrenz wird mit sehr starken Teams aufwarten.»  Sollten die Köche des SACT die verbleibenden zwei Wochen noch gut nutzen, «kommt das sicher gut», ist er überzeugt. Daran zweifelt wohl auch sonst niemand, der die Militärköche in Aktion gesehen hat und das Engagement in der Küche beobachten konnte. «Wir wollen uns in Stuttgart von der besten Seite zeigen und unser ganzes Können in die Waagschale werfen», gab sich Heimann kämpferisch, «und unser ganzes Potenzial ausschöpfen.» Mit diesem Esprit und der gezeigten Leidenschaft wird das Kochnationalteam der Armee sicherlich auch bei der hochkarätigen Jury in Stuttgart punkten können. Wie weit sich dieses Team aus Miliz-Köchen jedoch an die Spitze kochen kann, wird sich erst an der Rangverkündigung am 19. Februar zeigen.