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Küchenchefanwärter zu Wachtmeistern brevetiert

In einer feierlichen Zeremonie wurden in Thun die neuen Küchenchefs brevetiert. Nach sechs herausfordernden Wochen Unteroffiziersschule wurden die Anwärter im Beisein von Ständerat Werner Luginbühl und vom Kommandanten des Lehrverbandes Logistik, Brigadier Guy Vallat, zu Wachtmeistern geschlagen.

19.06.2019 | Kommunikation Ausbildungszentrum Verpflegung

Der Kommandant des Ausbildungszentrums Verpflegung, Oberst Michael Graf, beförderte die Küchenchefanwärter zu Wachtmeistern.
Der Kommandant des Ausbildungszentrums Verpflegung, Oberst Michael Graf, beförderte die Küchenchefanwärter zu Wachtmeistern.

Die Schweizer Armee hat neue Küchenchefs. Nach herausfordernden, anstrengenden und intensiven, aber auch lehrreichen sechs Wochen Unteroffiziersschule wurden die Anwärter vom Schulkommandanten, Oberst Michael Graf, zu Wachtmeistern befördert. Die würdige Feier in den Hallen der Expo Thun war nicht nur für die Brevetierten ein Highlight. Zahlreiche Familienmitglieder und Freunde der neuen Kader liessen sich den speziellen Moment im Leben der jungen Führungskräfte nicht entgehen. «Die Beförderung ist der Lohn für den Schweiss, die Anstrengungen und das Durchhaltevermögen», bemerkte Graf in seiner Rede und blickte damit auf verschiedene fordernde Übungen und Ausbildungssequenzen am Ausbildungszentrum Verpflegung zurück.

 

Vielseitige Ausbildung

Als Chefs verantwortlich für eine gute, gesunde und genügende Mahlzeit, gestaltete sich das Programm der vergangenen sechs Wochen überaus vielseitig. Das Schwergewicht in der Ausbildung wurde auf die führungs- und fachtechnischen Elemente, wie unter anderem das Mobile Verpflegungssystem, gelegt.  Ebenso kam das infanteristische Handwerk im Rahmen der Schiessausbildung nicht zu kurz. Als eines der Highlights kann ebenso die Biwak-Übung bezeichnet werden, für viele Anwärter ein neues und ganz spezielles Erlebnis inklusive Grabenfeuer. So konnten die werdenden Chefs selbst erfahren, welche Herausforderungen ein solcher Einsatz mit sich bringt. Diese Erfahrung soll den Anwärtern ermöglichen, die Umstände auf solchen Übungen nachzuempfinden und Ansporn liefern, um als Dienstleister den Umständen entsprechend bestmöglich zu performen.
Die erste Feuerprobe mussten die Küchenchefkandidaten während der Übung INDUCERE bestehen. An verschiedenen Standorten kochten die Absolventen der UOS 48-2 für die Zivilbevölkerung. Unter den Gästen waren auch einige Gemeindepolitiker. Bei der Zubereitung einer Mahlzeit für mindestens einen Kompaniebestand mussten sich die Anwärter zum ersten Mal selbst organisieren und auch selbst die Führung übernehmen. Eine sehr lehrreiche Erfahrung für die jeweils als Gruppenchef amtierenden Kandidaten.
Die Durchhaltefähigkeit wurde sodann in der letzten grösseren Übung getestet. Während mehrerer Tage, beginnend mit einem Marsch, musste im Klassenrahmen ein 24 Stundenbetrieb etabliert werden. Die kleineren und grösseren Dilemmas, welche von den Klassenlehrern und den Fachlehrern immer wieder konstruiert wurden, galt es ebenfalls erfolgreich zu lösen. Diese Ausbildner waren es auch, die während der ganzen Unteroffiziersschule dafür gesorgt haben, dass die Küchenchefs bestens auf ihre Arbeit im praktischen Dienst, dem Abverdienen, gerüstet sind.

 

Schlüsselereignis für junge Kader

An der Brevetierung liess der Schulkommandant die gesamte Ausbildung im Zeitraffer anhand illustrierter Eindrücke revuepassieren. Er betonte ebenso, dass Leidenschaft, gesunder Menschenverstand und die Freude wichtige Zutaten zum Erfolg eines Küchenchefs darstellten. Auch strich er die Wichtigkeit der Küchenfunktionen heraus: «Sie tragen mit ihrer Arbeit einen wichtigen Teil zum Funktionieren unserer Armee bei und damit auch zur Freiheit und Sicherheit in unserer Schweiz.» Als Küchenchefs würden sie mit ihren Truppenköchen und Küchenlogistikern die Moral der Truppe massgeblich beeinflussen und damit zum Erfolg beitragen. Dies funktioniere jedoch nur, wenn der Chef die Vorbildfunktion lebe. «Reflektieren sie mutig ihre Entscheidungen, ihren Führungsstil und ihre Rolle als Chef», gab Graf mit auf den Weg, «das braucht Mut, bringt sie persönlich aber weiter.»
Dem feierlichen Anlass verlieh die Anwesenheit von Ständerat Werner Luginbühl zusätzlichen Glanz. Stellvertretend für die Regierungen und Militärbehörden gratulierte der Magistrat den frisch brevetierten Küchenchefs. Er bezeichnete den Schritt in eine militärische Kaderposition und die Erfahrungen im praktischen Dienst als Schlüsselereignis für die berufliche und persönliche Entwicklung. Bei seinen Ausführungen liess er zuweilen die eigene Erfahrung einfliessen, welche er selbst in jungen Jahren in der Unteroffiziersschule machen durfte. Gleichzeitig strich er den «Ernsteinsatz» der Küchenequipe auch in Friedenszeiten hervor. «Wenn ihnen das Menü missglückt, werde es viele merken und sie werden es zu hören bekommen», gab er im Vergleich zu einer infanteristischen Übung zu bedenken. Das Engagement der jungen Kader wertschätzend, strich Luginbühl am Ende seiner Ansprache die Leistung der neuen Küchenchefs nochmals heraus. «Sie haben etwas erreicht, auf das sie stolz sein können. Geniessen sie diesen Tag. Es gibt davon nicht allzu viele im Leben.»

 

 

Impressionen der Unteroffiziersschule zum Küchenchef