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Verpflegung als Fundament der Sicherheit

Die Grundlagen für die Sicherheit und Freiheit sind sehr vielfältig. Genau dieser Facettenreichtum war das Thema beim Kaderseminar des Kantons Aargau. Dabei kamen die Teilnehmer ebenso in den Genuss einer militärisch hochstehenden Verpflegung. In einem kurzen Gedankenanstoss thematisierte in diesem Rahmen der Kommandant des Ausbildungszentrums Verpflegung, Oberst Michael Graf, den Zusammenhang von Sicherheit und einer guten Verpflegung.

28.01.2019 | Kommunikation Ausbildungszentrum Verpflegung

Der Kommandant, Oberst Michael Graf, unterstreicht die Wichtigkeit der Küchenfunktionen für die Sicherheit der Schweiz
Der Kommandant, Oberst Michael Graf, unterstreicht vor den Teilnehmern des Kaderseminars die Wichtigkeit der Küchenfunktionen für die Sicherheit der Schweiz

Die Küchenfunktionäre übernähmen eine wesentliche Verantwortung im Bereich der Sicherheit, auch ohne geladene Waffe an der Frontlinie, eröffnete Graf seinen kurzen Gedankenanstoss. Denn die Durchhaltefähigkeit der Soldaten wäre ohne gute und genügende Verpflegung nicht gegeben. Er untermauerte seine Aussagen mit den Theorien des Sozialpsychologen Abraham Maslov und seiner Bedürfnispyramide. «Der Mensch muss essen, er muss genügend essen. Und er will gut essen.» Erst wenn diese Grundbedürfnisse befriedigt seien, könnten die Soldaten Ihrerseits die beste Leistung an den Tag legen. «Die Militärköche sind das Fundament unserer Sicherheit und leisten auch in der normalen Lage jeden Tag einen Ernsteinsatz», verdeutlichte er.

Unterschätzte Wichtigkeit

Das Know-how, um den Auftrag im Bereich der Verpflegung jederzeit zu erfüllen, erlangen die Truppenköche und zukünftigen Küchenchefs am Ausbildungszentrum Verpflegung. Getreu dem Motto: «Ausbildungszentrum Verpflegung – wir kochen immer!» erhalten pro Jahr rund 650 Truppenkoch- und Küchenlogistik-Rekruten das nötige Rüstzeug für die Zubereitung einer guten und gesunden Gemeinschaftsverpflegung. Davon werden anschliessend knapp 130 Küchenchefs rekrutiert.
Nebenher empfange das Ausbildungszentrum Verpflegung an rund 80 Anlässen bis zu 20'000 Gäste, die in den Genuss des Könnens der Militärköche kommen. Zu diesen Gästen gehörten Parlamentarier, Bundesräte sowie militärische Würdenträger und auch Teilnehmer von Seminaren, wie dies beim Kaderseminar des Kantons Aargau der Fall war. Das Ausbildungszentrum Verpflegung als Cateringagentur zu bezeichnen wäre jedoch falsch. Das Hauptaugenmerk liege klar auf der Ausbildung, auf dem Nachwuchs der Truppenköche und Küchenchefs. Denn genau diese Funktionäre seien es, die das Fundament der Sicherheit auch in Zukunft sicherstellen. Die beiden weiteren Tätigkeitsgebiete des Ausbildungszentrums Verpflegung, das Swiss Armed Forces Culinary Team (SACT) sowie die verschiedenen Anlässe ergänzten diese Bemühungen und sind entsprechend am resultierenden Erfolg beteiligt. Es sind dies die zwei Pforten nach aussen, Botschafter der guten Qualität der Militärküche und der Küchenfunktionäre. Meist werde die Wichtigkeit dieser Funktionäre unterschätzt, darum sei es wichtig, an genau solchen Anlässen den Gästen die Zusammenhänge und damit die fundamentale Rolle der Verpflegung und damit auch der Küchenfunktionäre aufzuzeigen. Ja, das Kommando sei sehr vielfältig und doch gebe es einen gemeinsamen Nenner, erklärte Graf den Gästen: «Wir kochen immer!»

Unscheinbare Herausforderung

Dieser Slogan bildet die Ausbildungstätigkeit und gleichzeitig auch die Fähigkeit, in einer normalen Lage wie auch in ausserordentlichen Lagen zu performen, ab. Dann nämlich, wenn im Extremfall nichts mehr geht, müssen die Truppenköche und Küchenchefs die Verpflegung der Truppe und vielleicht auch von Teilen der Zivilbevölkerung sicherstellen. «Dies wird bei uns ausgebildet und trainiert. Bei Sonnenschein und Regen, im Ausbildungs- wie auch im Ereignisfall», unterstrich Graf.
Was auf den ersten Blick nicht sonderlich schwierig aussehe, würde sich bei näherer Betrachtung aber doch als Herausforderung herausstellen. Als aktuelles Beispiel nannte er das World Economic Forum in Davos, wo bis zu maximal 5000 Angehörige der Armee im Einsatz standen. Auch diese mussten essen und verpflegt werden. Das waren 10'000 Hauptmahlzeiten und 5000 Frühstückportionen täglich, die zubereitet werden mussten. Hinzu kamen pro Nacht rund 1200 Zwischenverpflegungen für die Wache, die auch nachts im Einsatz stand.
Um diese Qualität in der Küche armeeweit gewährleisten zu können, sei motivierter und engagierter Nachwuchs zwingend. «Darum sind wir aktiv und gehen neue Wege, um die Küchenfunktionen und deren Einsatzgebiet bekannter zu machen», erläuterte Graf. Unbestritten könnten Truppenköche und Küchenchefs von ihrem im Militär erlangten Wissen auch im Zivilen profitieren, seien ausgewiesene Experten in der Gemeinschaftsverpflegung. Dies solle in Zukunft auch mit einem zivilen Zertifikat belegt werden können. Heute schon erlangen die brevetierten Küchenchefs das zivile Zertifikat als Berufsbildner.

«Die Ressourcen für die zukünftige Sicherheit liegen bei der nächsten Generation», machte Graf klar. Darum sei ein guter und aktiver Austausch mit den Partnern entscheidend. Zu wichtigen Partnern gehörten eben auch die Kantone. Diese könnten richtungsweisende Wege einschlagen und für die Sicherheit gute Voraussetzungen schaffen, damit der Slogan des Ausbildungszentrums Verpflegung auch in Zukunft seine Richtigkeit habe: «Ausbildungszentrum Verpflegung – wir kochen immer!»

Der Anlass ermöglichte einen lebhaften Gedankenaustausch
Der Anlass ermöglichte einen lebhaften Gedankenaustausch