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Sportliches Kräftemessen im militärischen Rahmen

Die internationale militärische Kooperation wird momentan in Thun zelebriert. Anlässlich der 50. CISM Weltmeisterschaft des Conseil International du Sport Militaire (CISM) im Schiessen treten die besten Schützen des weltweit drittgrössten Sportverbandes, hinter dem Internationalen Olympischen Komitee und der FIFA, in Thun gegeneinander an. Dabei sind der gegenseitige Respekt und die Fairness genauso wichtig wie das sportliche Ergebnis.

31.05.2018 | Kommunikation Verteidigung

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CISM Weltmeisterschaften im Schiessen: Hier treffen sich Soldaten aus aller Welt. Bilder VBS/DDPS

Sport und Militär haben mehr gemeinsam als vermutet werden könnte. Dies hielt der Chef der Armee, Korpskommandant Philippe Rebord, am 30. Mai auf dem Rathausplatz in Thun fest. «Spitzensportler und Soldaten wollen gewinnen», erklärte er anlässlich der Eröffnungsfeier der 50. Austragung der CISM Weltmeisterschaften im Schiessen. Zwei weitere Gemeinsamkeiten stellte Korpskommandant Rebord fest: Training und Disziplin. Ohne diese beiden Eigenschaften können weder im Sport noch im militärischen Rahmen Erfolge verbucht oder Medaillen gewonnen werden. Insgesamt über 350 Athletinnen und Athleten aus 45 Armeen haben sich für diesen offiziellen Eröffnungsakt im Herzen Thuns hinter ihren Nationalfarben aufgestellt. Während fünf Tagen werden die Schützinnen und Schützen in Uniform um 16 Weltmeistertitel schiessen, in der Einzelwertung wie auch im Team.

«Freundschaft durch Sport»

An den Veranstaltungen des CISM zählt nicht nur der Erfolg, auch wenn natürlich alle gewinnen wollen. Vielmehr haben die Anlässe, von welchen die Schweiz bis anhin schon deren 31 in verschiedenen Sportarten organisiert hat, einen verbindenden Charakter. Sich sportlich in einem fairen Wettkampf zu messen und sich gegenseitig zu respektieren, hierauf zielt der Geist der militärischen Sportorganisation ab. «Freundschaft durch Sport», lautet so auch der Leitsatz des CISM. Dieser Geist hat mittlerweile die Kaserne Thun eingenommen. Verschiedene Uniformen, fremde Sprachen und die unterschiedlichsten Kulturen treffen aufeinander. Sie aber alle sind verbunden durch den Sport. «Wir bringen Angehörige verschiedener Streitkräfte auf dem Wettkampfplatz und nicht auf einem Kriegsschauplatz zusammen», unterstrich der CISM-Vizepräsident Europa, Oberst im Generalstab Dirk Schwede aus Deutschland, bei seiner Ansprache.                                         

Schweiz mit Medaillenhoffnung

Dass nun die Schweiz zum sechsten Mal diese Weltmeisterschaften im Schiesssport durchführt, freut vor allem Oberst Bruno Wolfensberger. Als Präsident des CISM Komitees für den Schiesssport hat er als  höchster militärischer Schütze der Welt ein Heimspiel. «Für mich ist es ein absolutes Highlight, als Präsident diesen Wettkampf in der Schweiz durchführen zu können», erklärte er. «Ich habe mich sehr darauf gefreut.» Die Freude, aber auch die Anspannung vor den anstehenden Wettkämpfen, war bei den Athleten fast schon greifbar. Auch bei der neunköpfigen Schweizer Delegation, welche aus Spitzensportlern aus dem Fachstab Sport zusammengesetzt ist. Unter ihnen ist die 24-jährige Gefreite Nina Christen. An den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vor zwei Jahren hat sie sich mit dem Gewehr den sechsten Rang gesichert. In Thun startet sie für die Schweiz ebenso ambitioniert. Wenn alles gut laufe, würden für die Schweizer Schützen durchaus Medaillenchancen bestehen, ist sie sicher.

«Wir sind bereit für euch», richtete der Wettkampfkommandant in Thun, Oberstleutnant Christian Hess, seine Worte an die Wettkämpfer. Diese Worte dürfte das Spiel der Mechanisierten Brigade 4 mit ihrem Schlussstück «A-Team» noch unterstrichen haben.

Die Wettkämpfe sind öffentlich, Besucher können sich auf den Schiessständen Guntelsey und Auwald in Thun selbst ein Bild des Wettkampfes machen.