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«Die Armee hat den Spitzensport integriert»

Er kennt den Sport aus allen Blickwinkeln, Brigadier Werner Epper. Der Kommandant Stellvertreter Luftwaffe war dabei, als unter Bundesrat Adolf Ogi die Spitzensportler ab 1999 in der Armee bessere Trainingsbedingungen erhielten. Am Mittwoch machte sich der 61-jährige Thurgauer am Bundesamt für Sport BASPO in Magglingen ein Bild über die heutige Spitzensportförderung der Armee.

10.06.2021 | Komp Zen Sport A, Kurt Henauer

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Bild: Manuel Simonet

In ganz jungen Jahren hat Werner Epper in Frauenfeld Eishockey gespielt. Unter anderem traf sein Team damals auf jenes des heute dreifachen Kugelstoss-Weltmeisters Werner Günthör. Später war er Zehnkämpfer und schliesslich Handballer bei Pfadi Winterthur in der Nationalliga A und B. Und nicht zuletzt absolvierte er vor dem Einstieg in die Berufsmilitär-Karriere an der ETH Zürich das Turn- und Sportlehrerstudium, bei dem er auch mit Magglingen in Kontakt kam. Wieso diese lange Vorgeschichte? Sie gehört zu seiner Karriere und zum Besuch in Magglingen, wo Werner Epper von Oberst im Generalstab Marco Mudry, dem Kommandanten des Kompetenzzentrums Sport Armee, und dessen Leuten in Theorie und Praxis Einblick in die heutige Spitzensportförderung der Armee erhielt.

Für Brigadier Epper ist der Sport auch in seiner heutigen Funktion als Kommandant Stellvertreter Luftwaffe eine Herzensangelegenheit. Immer wieder blickt er im Gespräch mit den Spitzensport-Rekrutinnen und -Rekruten auf seine sportlichen Aktivitäten zurück. Dabei sagte ihm ein Ski-Freestyler, dass er «Old School» sei, seit seiner Skiausbildung an der ETH habe sich doch vieles verändert. Er nahm es mit Humor. Für ihn überwog die Freude, dass er kurz vor dem Ende seiner militärischen Karriere noch diesen Einblick in Magglingen erhielt. «Es ist wunderbar zu sehen, dass der frühere Einsatz für die Spitzensportförderung diese Früchte getragen hat. Der Spitzensport ist in die Armee integriert», zog Epper ein positives Fazit.

Von sechs auf 18 Wochen Magglingen

Bis im Jahr 2000 hatte Brigadier Epper der Sportkommission der Armee angehört, die den ersten Lehrgang für Spitzensportler aufgleiste. Acht Wochen in der militärischen Einheit, sechs Wochen Magglingen, und wieder drei Wochen bei der Einheit, so verlief die Spitzensport-RS zu Beginn. Heute ist die Spitzensport-RS grundsätzlich in Magglingen, mit drei Wochen Grundausbildung, zwei Wochen Militärsportleiter-Ausbildung und 13 Wochen nur Training und Wettkampf. Der optimalen sportlichen Entwicklung der hoffnungsvollen Schweizer Athletinnen und Athleten wird also Priorität eingeräumt. «Das ist eine wunderbare Win-Win-Situation für die Armee und den Sport. Es macht Freude zu sehen, wie sich die Sportlerinnen und Sportler hier wohl fühlen», zog Epper nach dem Trainingsbesuch bei rund einem halben Dutzend Sportarten in der Halle End der Welt ein positives Fazit.

Die früheren «Magglinger» Heinz Keller (Direktor von 1985 bis 2005), Sandro Rossi, der Kommandant des ersten Spitzensportler-RS-Lehrgangs, und Walter Mengisen, der frühere stellvertretende BASPO-Direktor, waren unter anderen Weggefährten von Epper, der auch zur heutigen Sportausbildung der Armee viel beigetragen hat. Dass ihm Heinz Keller, als seinerzeitiger Leiter der ETH-Sportausbildung noch das Sportlehrerdiplom überreicht hat, sei hier nur am Rande erwähnt. Doch kehren wir zurück in die Gegenwart: «Ich habe heute vom BASPO und von Kommandant Marco Mudry und seinen Leuten einen sehr guten Eindruck erhalten», zeigte sich Werner Epper nach seinem kurzen Magglingen-Abstecher sehr zufrieden.