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Die Gefahr im Abfall

Blindgänger sind sehr gefährlich – vor allem, wenn sie illegal und unbemerkt als Metallschrott entsorgt werden. Auf Anfrage des Verbands Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz engagiert sich das Personal des Kommandos KAMIR (Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung) deshalb in der Ausbildung von Recyclistinnen und Recyclisten EFZ. Ein wichtiger Schritt für die Sicherheit der Mitarbeitenden und der Benutzerinnen und Benutzer von Recyclinganlagen.

29.06.2021 | Kommunikation Verteidigung, Jonathan Binaghi

Blindgänger sind sehr gefährlich – vor allem, wenn sie illegal und unbemerkt als Metallschrott entsorgt werden. © VSMR

Blindgänger (oder Munitionsreste) findet man nicht nur in Zielgebieten in den Bergen, sie können überall auftauchen. In Recyclingzentren weltweit sind solche Funde in den Abfällen fast an der Tagesordnung. Auch die Schweiz ist da keine Ausnahme. Das Kompetenzzentrum KAMIR hat in den letzten Jahren gar eine Zunahme von riskantem Verhalten festgestellt. Die Menschen sind sich der Gefahren, die von Blindgängern ausgehen, heute generell weniger bewusst; das trifft nicht nur auf die normale Bevölkerung zu, sondern oft auch auf in diesem Bereich nicht spezifisch geschulte Berufsleute. Zu den falschen Verhaltensweisen gehört namentlich das Entsorgen solcher Gegenstände im Abfall, ob aus Unwissenheit oder um Material loszuwerden, dessen Besitz strafbar ist.

Sicherheit garantieren

Im Metallschrott lässt sich allerhand finden. Manchmal auch illegal entsorgte Munition oder Teile davon: Blindgänger, nicht verschossene Munition, explosive Bestandteile oder auch Munitionsmodelle. Werden diese nicht entdeckt und erkannt, so werden sie auch nicht korrekt behandelt – mit dem Risiko, dass sie explodieren, und potenziell tragischen Folgen für Menschen und Anlage. Da die Sicherheit der Mitarbeitenden und der Benutzerinnen und Benutzer von Recyclinganlagen höchste Priorität geniesst, hat der Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz (VSMR) letztes Jahr das Kompetenzzentrum KAMIR wegen einer möglichen Zusammenarbeit mit den Kampfmittelexpertinnen und ‑experten der Armee im Bereich der Ausbildung angefragt.

Im Einsatz für die Ausbildung

Die Verantwortlichen der Ausbildung Recyclistin/Recyclist EFZ wollen die Problematik von Munitionsfunden in Abfällen mit einem spezifischen Ausbildungs- und Sensibilisierungsmodul in der Lernendenausbildung angehen. Dieses Modul soll den künftigen Recyclistinnen und Recyclisten die notwendigen Kompetenzen zur Erkennung gefährlicher Elemente und zum korrekten Umgang damit vermitteln. Die zweiwöchige Ausbildung wird von KAMIR-Personal oder von durch das Kommando KAMIR ausgebildeten Instruktorinnen und Instruktoren erteilt und ist prüfungsrelevant.

Erstmals umfasste die Abschlussprüfung zur Erlangung des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses dieses Jahr, unter Aufsicht der KAMIR-Fachleute, einen Prüfungsbestandteil zum Thema Munition. Ein wichtiger Schritt zugunsten der Sicherheit aller, der dank der Zusammenarbeit mit den Spezialistinnen und Spezialisten der Armee möglich wurde.

Es ist wichtig, die Verhaltensregeln bei Munitionsfunden zu kennen. Munition, die nicht oder nur teilweise explodiert ist, kann auch Jahrzehnte später noch gefährlich sein. Wenn Sie auf einen Blindgänger stossen, sei es auf einer Wanderung oder bei der Räumung eines Kellers, gilt: Nie berühren – markieren – melden!

Informieren Sie sich hier

KAMIR

Durch das Kommando KAMIR werden die Angehörigen der Armee unter anderem auf die Gefahr durch Minen sowie andere explosive Objekte und das richtige Verhalten in solchen Situationen vorbereitet. Im Kommando KAMIR wird die Blindgängermeldezentrale betrieben, welche sich um die Entsorgung von Munitionsschrott beziehungsweise die Sprengung von Blindgängern in der ganzen Schweiz kümmert.

Link: Kompetenzzentrum ABC-KAMIR

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