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Sie bringen die Schweiz zum Träumen

41 aktuelle Athletinnen und Athleten der Spitzensport-Rekrutenschule 79 sind seit Freitag Spitzensportsoldaten der Schweizer Armee. Sie absolvieren eine militärische Ausbildung und profitieren von den hervorragenden individuellen und professionellen Trainingsbedingungen, die ihnen die Spitzensportförderung der Armee in Magglingen bietet. Davon konnten sich die Gäste des Besuchstages überzeugen.

11.02.2020 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

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Insgesamt 41 Sportrekruten der Schweizer Armee wurden anlässlich einer würdigen Zeremonie in Magglingen zu Soldaten befördert. (Fotos: VBS)

«Auf Ihre Liebsten können sie stolz sein. Sie haben in den letzten Wochen harte Arbeit geleistet.» Mit diesen Worten begrüsste der Kommandant des Kompetenzzentrums Sport der Armee, Oberstleutnant im Generalstab Hannes Urs Wiedmer, die Besucher der Beförderungsfeier der Spitzensport-Rekrutenschule 79. Am aktuellen Lehrgang nehmen 41 junge Schweizerinnen und Schweizer aus 17 Sportdisziplinen teil. Sie wurden am Freitag von Rekruten zu Soldaten befördert. Sie hätten sich den Schritt hart erarbeitet und verdient, betonte der Kommandant. Vor Eltern und Gästen würdigte er den Nutzen, den der Ausbildungslehrgang der Armee bringt. Und er fügte an: «Der Spitzensportler kann mit seiner Disziplin und seiner Zielstrebigkeit ein guter Soldat sein.»

Ein Ehrengast der besonderen Art war Alt-Bundesrat Adolf Ogi, der als Vorsteher des Militär- und Sportdepartementes vor rund 25 Jahren die Spitzensport-RS lanciert hat. Bei ihm herrsche Freude, sagte er, wenn er an die Erfolge denke, die seit Beginn des Programms sportlich erreicht wurden. «Wir bilden hier Leute aus als Botschafter nicht nur für den Sport, sondern auch für die Armee.» Die Armee leiste mit dem Programm einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Sportnation Schweiz, meinte er begeistert. «Das ist auch Ihr grossartiger Verdienst», wandte sich Wiedmer an Ogi, «ich danke Ihnen im Namen der jungen Generation für Ihr würdiges Vermächtnis.»

Top Trainingsbedingungen für Talente

Die Waadtländer Bahnfahrerin Léna Mettraux schwärmt über optimale Trainingsbedingungen in Magglingen: «Das Velodrom in Grenchen ist nahe. Wir können dort den ganzen Tag intensiv trainieren und in Magglingen wohnen.» Zu Hause seien die Wege weiter. Auch Schützin Valentina Caluori GR ist begeistert. Sie sei gut in die RS gestartet, sagt sie. Zu Beginn sei es etwas ungewohnt gewesen, erinnert sie sich, aber: «Ich bin positiv überrascht. Ich erhalte von den Kollegen einen Einblick, wie sie trainieren, und kann von ihnen lernen.» Gerade für Nicht-Profisportler wie sie seien die Trainingsmöglichkeiten äusserst willkommen. Sie arbeite neben dem Sport, komme dann nicht zum Trainieren. «Hier aber habe ich die nötige Zeit und kann mich jeden Tag dem Schiessen widmen, dem, was ich gerne mache.» Und so könne sie ihre Leistung gezielt verbessern. Und Fechterin Fiona Hatz aus Aesch ZH schätzt das professionelle Training: «Wir haben Zugang zu allen Infrastrukturen, und das ist natürlich super.»

Als erster Sportkletterer überhaupt trainiert der Burgdorfer Sascha Lehmann in Magglingen, und er hat das Training nötig. Im März hat er in Moskau die letzte Chance, sich für die Olympischen Spiele in Tokyo vom Sommer 2020 zu qualifizieren; denn erstmals ist Klettern olympische Disziplin. «Ich werde alles geben und versuchen, mich hier bestmöglich vorzubereiten», sagt er. Er könne in Magglingen auch von der Erfahrung anderer Sportler profitieren. «Ich bin gespannt darauf, was andere Athleten unternehmen, um Erfolg zu haben.»

Im Rahmen des Tages der Angehörigen am Freitag wurden rund ein Dutzend Sportsoldaten und Zeitmilitär-Spitzensportler für ihre Verdienste und ihre Ergebnisse im vergangenen Jahr geehrt. Schon fast ein alter Hase unter den Sportsoldaten ist der Schwinger Matthias Aeschbacher. Das Training in Magglingen sei wesentlich für seinen sportlichen Erfolg. «Wenn ich im Verein trainiere, messe man sich zumeist an jüngeren, schwächeren Schwingern. Hier ist jeder Sparringspartner ein Spitzenschwinger.» Jede Paarung könne ein Schlussgang an einem Schwingfest sein.

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Spitzensportförderung

Spitzensportförderung: Nachhaltiger Erfolg durch gezielten Einsatz

Die Spitzensportförderung des Bundes durch die Armee ist ein Erfolgsrezept. In den vergangenen Jahren absolvierten über 700 junge Schweizerinnen und Schweizer aus total 48 Sportarten Rekrutenschule und Wiederholungskurse, aktuell stehen 563 auf der Liste des Förderprogramms. Im Schnitt beginnen 35 Personen eine der beiden Rekrutenschulen. Bis 2023 soll ihre Zahl auf total 140 steigen. Und der Frauenanteil ist mit gegen 11 Prozent eine der höchsten der Schweizer Armee. Total stehen 76 weibliche Angehörige der Armee auf der Liste der Spitzensportförderung, aktuell sind unter den 41 Teilnehmenden sieben Frauen.

Die Rekruten absolvieren eine dreiwöchige militärische Grundausbildung, der unter anderem eine Ausbildung zum Militärsportleiter folgt. Danach können die Athleten sich während 13 Wochen intensiv ihrem Sporttraining widmen. Sie dürfen anschliessend bis zu 130 Diensttage im Jahr als Armeeangehörige trainieren oder an Wettkämpfen teilnehmen. Die Sportsoldaten erhalten dafür Sold und Erwerbsausfallentschädigung. Die Trainings durch Leiter des jeweiligen Sportverbandes sind individuell und gezielt. Hinzu kommen Spezialkurse für alle, beispielsweise in der Nutzung sozialer Medien, in Mentaltraining oder in Auftrittskompetenz, wichtige Elemente, die sie auch im Zivilleben einsetzen können. 18 besonders förderungswürdige Winter- und Sommersportler erhalten für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele als Zeitmilitär-Spitzensportler während vier Jahren eine Anstellung bei der Armee.