print preview Zurück zur Übersicht Militärakademie an der ETH Zürich

Die MILAK zu Gast am International Institute of Humanitarian Law

Bereits zum 16. Mal trafen sich im italienischen Sanremo zukünftige Berufsoffiziere verschiedener Akademien aus aller Welt, um ihr Wissen über das Internationale Kriegsvölkerrecht (International Law of Armed Conflict LOAC) auszutauschen, zu erweitern und in einem Wettstreit zu testen. Die Schweizer Delegation bestand aus Teamleader Oberstlt Markus Zimmermann (Astt 153 Det C) so-wie den drei Wettbewerbsteilnehmern Hptm Simon Biegel (Pz/Art), Hptm Filippo Boo (Log) und Oblt Pascal Brandalise (Inf) aus dem Bachelorlehrgang 15.

20.06.2017 | Oblt Pascal Brandalise, Teilnehmer Bachelorlehrgang 15

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In nur einem Tag hat Oberstlt Zimmermann die drei Teilnehmer an der MILAK in den wichtigsten Punkten des LOAC ausgebildet. Zunächst erhielten sie einen Überblick über die einzelnen Quellen des LOAC, wobei insbesondere auf die Genfer Konventionen, deren Zusatzprotokolle sowie das Seerechtsübereinkommen (United Nations Convention on the Law of the Sea UNCLOS) eingegangen wurde. Im Hinblick auf die Bekämpfung eines militärischen Zieles wurde ein zweites Ausbildungsschwergewicht auf die Beurteilung der militärischen Notwendigkeit und Proportionalität gelegt. Die Wahl geeigneter militärischer Mittel bzw. Methoden ist in Zeiten der hybriden Bedrohung besonders entscheidend.
Was am Morgen theoretisch erarbeitet wurde, mussten die Teilnehmer am Nachmittag anhand realer Beispiele anwenden. Dazu gehörten die Analyse eines Ereignisses, dessen Beurteilung im Zuge möglicher Verletzungen des LOAC sowie zuletzt auch Vorschläge möglicher Lösungsansätze.

Der Wettbewerb – ein Überblick
Die Woche begann am Montag zunächst mit den einführenden Worten des Wettkampfleiters, welcher in seinem Eintrittsrapport besonders auf den Spirit of Sanremo hinwies: «It`s not about winning this competition, it`s about doing the competition!» - eine Philosophie, welche sich durch die gesamte Woche ziehen sollte und von allen gelebt wurde. Im Anschluss stellten sich die 16 Teams aus insgesamt zehn Nationen mit je drei Armeeangehörigen vor. Während des restlichen Tages standen Repetitionen in Form von Vorlesungen zum Land-, See- und Luftkriegsrecht auf dem Plan um sicherzustellen, dass alle Wettkampfteilnehmer eine faire Ausgangslage für den eigentlichen Start des Wettbewerbes am Dienstag hatten. Am Montagabend fand der erste Höhepunkt statt: Der „Cultural Evening“. Die Idee dieses Abends war einerseits das gegenseitige Kennenlernen, andererseits aber auch mit der Kultur, den Gebräuchen und den Spezialitäten der partizipierenden Nationen in Kontakt zu kommen. Die Schweiz präsentierte unter anderem typische Spezialitäten wie Rivella, Schokolade oder Käse.

Über die nächsten drei Tage fand der eigentliche Wettbewerb statt. Die Teilnehmer wurden zunächst durchmischt und auf insgesamt drei Joint Operation Centers (JOC) aufgeteilt. Zwei bis drei Partner aus unterschiedlichen Nationen bildeten jeweils ein Team. Im Zuge eines fiktiven Konfliktes, in welchem mehrere Länder eine Koalition bilden, vertraten die Teams als LOAC-Experten jeweils ein bestimmtes Land und dessen Interessen. Im Verlauf des immer stärker eskalierenden Konfliktes mussten anspruchsvolle, interessante und vielfach auch an reale Ereignisse angelehnte Probleme im Plenum behandeln werden, sodass der Kommandant der Koalition eine rechtliche Lösung für ein spezifisches Problem erhielt. Diese Probleme deckten die gesamte Bandbreite rechtlicher und vielfach auch moralischer Dilemmata des Völkerrechts ab, was sie im Kontext heutiger Konflikte extrem spannend machte.

Die Schweizer Delegation vorne mit dabei
Die drei Wettbewerbstage vergingen sehr schnell, und am Freitagmorgen war es Zeit für die Rangverkündigung. Bei der Verleihung des Preises für das beste Ausleben des Spirit of Sanremo landete die Schweizer Delegation auf dem zweiten Platz; dies ist besonders erfreulich, weil nicht die Wettkampfjuroren, sondern die Teams entscheiden konnten, wer diese Auszeichnung gewinnt. Zur grossen Freude der Schweizer Delegation konnte sie zwei weitere Preise entgegennehmen. Das Team von Hptm Boo gewann in der Kategorie "Teamleistung" den ersten Platz, das Team von Oblt Brandalise wurde hervorragende Dritte. In der Wertung der besten Einzelleistungen gewannen die sehr gut vorbereiten Teilnehmer der US- bzw. britischen Akademien.