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Angehende Berufsunteroffiziere unterstützen das Ausbildungszentrum der Armee

Die Armee hält sich weiterhin bereit, das Grenzwachtkorps subsidiär zu unterstützen. Das Grenzwachtkorps hat für den Einsatz eigene Verhaltensregeln, die sich zum Teil von denen der Armee unterscheiden. Die personellen Ressourcen im Ausbildungszentrum der Armee waren zu knapp, um alle Truppen auszubilden. Deshalb werden in dieser besonderen Situation die angehenden Berufsunteroffiziere als zusätzliche Ausbilder eingesetzt.

03.06.2020 | Kommunikation Verteidigung, Michelle Steinemann

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Der angehende Berufsunteroffizier Hauptfeldweibel Troller bildet die Kader des Infanteriebataillons 65 beim Schiessen mit Pistole und Gewehr auf Kurzdistanzen aus.

Nach wie vor steht die Armee den zivilen Behörden unterstützend zur Seite. Dazu gehören auch Leistungen zugunsten des Grenzwachtkorps zum Schutz von Teilen der knapp 2000 Kilometer langen Schweizer Grenze. Die Einsätze werden zunehmend heruntergefahren, da die Kantone weniger Unterstützungsbegehren einreichen. Um dennoch jederzeit einsatzbereit zu sein, wird die Ausbildung die nächsten vier Wochen fortgeführt. Allerdings können die Kader nach der Ausbildung wieder nach Hause und würden erst bei einer entscheidenden Lageveränderung aufgeboten.

Unterschiedliche Einsatzregeln beherrschen

Wie in jedem subsidiären Einsatz liegt die Einsatzverantwortung auch hier bei der zivilen Behörde, konkret bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). Das hat zur Folge, dass im Einsatz die Regeln des Grenzwachtkorps gelten. Die sogenannten Rules of Engagement weichen teilweise von den Vorgaben und Praktiken der Armee ab. Dies zeigt sich zum Beispiel bei der Schiessausbildung und der Festnahmetechnik. Hier unterscheiden sich die militärischen Vorgaben von den Erwartungen des zivilen Leistungsbezügers. Um grundsätzlich für einen solchen Einsatz vorbereitet zu sein und zusätzlich ebendiese Finessen zu lernen, werden die betroffenen Armeeangehörigen im Armeeausbildungszentrum der Armee (AZA) auf den Waffenplätzen Walenstadt und Bure vom Berufspersonal ausgebildet.

Berufspersonal – Das Rückgrat der Milizarmee

Das AZA wird durch Berufskader der Lehrverbände bei der Ausbildung unterstützt. Insbesondere aber kommen auch angehende Berufsunteroffiziere zum Einsatz. Die Berufsunteroffiziersanwärter, die sich derzeit in der Grundausbildung befinden, werden bis zum 26. Juni 2020 zugunsten der einsatzbezogenen Ausbildung eingesetzt. Dafür wurden sie vorhergehend nach den Einsatzrichtlinien der Eidgenössischen Zollverwaltung ausgebildet und durch das AZA zertifiziert.

Lernen im und vom Einsatz

Der derzeitige Einsatz in der Ausbildung ersetzt das obligatorische Praktikum der Anwärter in den Lehrverbänden. Er bietet die einmalige Chance auf Einblicke in die einsatzbezogene Ausbildung von WK-Verbänden, was ihnen im regulären Praktikum im eigenen Lehrverband verwehrt geblieben wäre. Hauptfeldweibel Matthias Vittori hat vor allem etwas gelernt: «‹Denke zivil, nicht militärisch.› Wir müssen uns bewusst sein, dass wir an der Grenze zivilen Personen begegnen werden, die oft keine bösen Absichten haben.» Hauptfeldweibel Aurelien Schönbett sieht in der Ernsthaftigkeit den Unterschied: «Das Bewusstsein, dass es sich um einen Einsatz handelt, ist gross und damit auch die Motivation der Leute, die Ausbildung mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu absolvieren.»

Oberst im Generalstab Ronald Drexel zeigt sich denn auch sehr erfreut über diese Unterstützung: «Die Berufsunteroffiziersanwärter sind topmotiviert, machen einen tollen Job und treten vorbildlich auf.»

Medienmitteilungen

FAQ

Armee Aktuell

Grundsätzlich gilt, dass die Armee ihre Aufgaben ungeachtet der Corona-Situation erfüllen und die erforderliche Bereitschaft aufrechterhalten muss. Dies ist nur möglich, wenn weiterhin Rekrutenschulen, Kurse und Lehrgänge, aber auch die Rekrutierung stattfinden. Die Armee beurteilt laufend die aktuelle Lageentwicklung und ergreift Massnahmen zur Reduktion der Ausbreitung des Coronavirus.

Grundsätzliches

Gemäss Dienstreglement der Armee umfasst die die Militärdienstpflicht Pflichten ausser Dienst (z.B. obligatorisches Schiessen), Ausbildungsdienst (RS, WK etc.), Friedensförderungsdienst, Assistenzdienst sowie Aktivdienst.

  • Ausbildungsdienst
    In normaler Lage sind alle Angehörigen der Armee verpflichtet, entsprechend dem militärischen Grad eine bestimmte Anzahl Ausbildungsdiensttage zu leisten. Der Ausbildungsdienst umfasst die Rekrutenschule, die jährlichen Wiederholungskurse sowie die Teilnahme an Lehrgängen, Kursen, Übungen und Rapporten. Die Verordnung über die Militärdienstpflicht legt fest, wie viele Tage Ausbildungsdienst geleistet werden müssen.
  • Friedensförderungsdienst
    Der Einsatz in der Friedensförderung im Ausland ist freiwillig. Der Einsatz kann auf der Grundlage eines UNO- oder OSZE-Mandats erfolgen. Wer Friedensförderungsdienst leistet, wird auf der Basis eines öffentlich-rechtlichen Arbeitsvertrags angestellt. Diensttage werden in der einsatzbezogenen Ausbildung angerechnet.
  • Assistenzdienst
    Wenn die zivilen Mittel bei einer Aufgabe von nationaler Bedeutung nicht ausreichen, kann die Armee zur Unterstützung der zivilen Behörden mobilisiert werden. Der Assistenzdienst ist ein Einsatz der Armee und dient nicht der Ausbildung der Armeeangehörigen. Daher werden die im Assistenzdienst geleisteten Diensttage nur teilweise oder gar nicht an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet.
  • Aktivdienst
    Bei einer Bedrohung der nationalen Sicherheit kann die Armee von der Bundesversammlung zum Aktivdienst aufgeboten werden. Die zum Aktivdienst aufgebotenen Truppen werden vereidigt. Die Armee kann entweder im Landesverteidigungsdienst zur Abwehr äusserer Bedrohungen eingesetzt werden oder im Ordnungsdienst zur Abwehr schwerwiegender innerer Bedrohungen wie beispielsweise Terrorismus.

Schutzmassnahmen der Armee

Bei Covid-19-Symptomen vor Dienstantritt oder während des persönlichen Urlaubs gilt: Zuhause bleiben. Informieren Sie den zuständigen Kommandanten telefonisch und nehmen Sie mit dem Hausarzt / der Hausärztin Kontakt auf. Erst wenn eine ärztliche Erlaubnis vorliegt, dürfen Sie Einrücken, müssen jedoch zuerst Ihr Kommando informieren.

Bei Fragen können sich Armeeangehörige auch nach ihrer Dienstentlassung beim Militärärztlichen Dienst melden - 058 464 27 27, milazd.info@vtg.admin.ch Die Militärversicherung übernimmt die nachdienstlichen Behandlungskosten, sofern nachweislich ein Zusammenhang zwischen Erkrankung und Militärdienst besteht.

Alle einrückenden Soldatinnen, Soldaten und Kader werden vor Dienstantritt über die aktuelle Corona-Lage informiert und auf das Schutzkonzept und die darin enthaltenen Massnahmen aufmerksam gemacht. Dauert der Dienst fünf Tage oder länger, so werden die Armeeangehörigen gleich zu Beginn auf Covid-19 getestet. Wenn jemand trotz aller Vorsichtsmassnahmen im Dienst erkrankt, wird er sofort von der Truppe isoliert und steht bis zu seiner vollständigen Genesung unter Aufsicht eines Truppenarztes.

Mit dem militärischen Gesundheitswesen stellt die Armee die Versorgung der Armeangehörigen sicher. COVID-19 führt bei den eingesetzten Armeeangehörigen altersmässig kaum zu schweren Verläufen. Sollte es dennoch zu einem schweren Fall kommen, so ist die Armee auf die Intensivpflegeplätze ziviler Spitäler angewiesen (Beatmung).

In der Regel kann das der Armeeangehörige selber übernehmen. Primär werden die Angehörigen also vom betroffenen Armeeangehörigen selbst informiert. Bei Bedarf und in Absprache mit der medizinischen Grundversorgung der Armee wird auch durch den entsprechenden Kommandanten respektive den Truppenarzt informiert.

Unter Quarantäne wird eine Person gesetzt, die nicht à priori krank ist; Es handelt sich um eine Absonderung aus Sicherheitsgründen. In Isolation wird ein Patient versetzt, der eindeutige Symptome zeigt oder bereits positiv auf das COVID-19-Virus getestet wurde. Die Quarantäne dient der Absonderung von Personen, die einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren jedoch nicht krank sind bzw. keine Symptome zeigen (Verdachtsfälle, Kontaktpersonen).

Die Quarantäne ist eine angeordnete Massnahme zur Eindämmung übertragbarer Krankheiten. Die Anordnung erfolgt in Absprache mit den zivilen und militärischen Behörden durch den Oberfeldarzt. Die Quarantäne SARS-CoV-2 dauert gemäss Vorgaben des BAG 10/7 Tage. Die Ausbildung kann in angepasster Form innerhalb des definierten Quarantäneperimeters trotzdem stattfinden.

Die Isolierung ist die Absonderung von kranken oder infizierten Personen. Eine sich in Quarantäne befindliche Person, die erkrankt, muss isoliert werden. Die Isolierung erfolgt in der Krankenabteilung oder im Medizinischen Zentrum der Region (MZR) oder an einem Isolationsstandort der Armee.

Die Isolierung ist eine angeordnete Massnahme zur Eindämmung übertragbarer Krankheiten. Die Anordnung erfolgt nach Entscheid des medizinischen Personals anhand der Vorgaben des BAG (Bundesamt für Gesundheit).

 

Diensttage, Entschädigung und Urlaube

Armeeangehörige erhalten 80 Prozent des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens, mindestens 62 Franken pro Tage und höchstens 196 Franken pro Tag. Falls Armeeangehörige Kinder haben, kommt zu dieser Grundentschädigung noch die Kinderzulage dazu. Sie beträgt für jedes Kind 20 Franken. Haben Dienstleistende Kinder, beträgt der Mindestbetrag 98 Franken und der Höchstbetrag 245 Franken pro Tag. Der Höchstbetrag der Gesamtentschädigung darf jedoch den Betrag von 245 Franken pro Tag nicht übersteigen.

 

Sofern es die Lage erlaubt, wird allgemeiner Urlaub durch den zuständigen Kommandanten wöchentlich gewährt. Während des ersten und letzten Wochenendes der Rekrutenschule gilt eine Urlaubssperre. Als Gegenleistung wird von allen Angehörigen der Armee erwartet, dass sie sich strikt an die Hygienevorgaben halten.

Persönliche Urlaube kann der Armeeangehörige bei seinem vorgesetzten Kommandanten beantragen. Bewilligungsgründe sind Notfälle im familiären, beruflichen oder im persönlichen Umfeld. 

 

Weitere Aufgaben der Armee

Die Armee muss – ungeachtet der aktuellen Corona-Krise – die Bevölkerung vor dem gesamten Spektrum möglicher Bedrohungen und Gefahren schützen. Die Bundesverfassung gibt der Armee den Auftrag, in allen Lagen die Einsatzbereitschaft ihrer Truppen sicherzustellen. Das bedeutet, dass auch in dieser ausserordentlichen Lage Schiessausbildung betrieben werden muss und dass die Luftwaffe Luftpolizeidienst leistet. Wenn Jet-Piloten während Wochen oder gar Monaten nicht mehr trainieren könnten, würden sie ihre Fähigkeiten einbüssen, die Bevölkerung vor Bedrohungen im und aus dem Luftraum zu schützen, beispielsweise auch im Luftpolizeidienst.

Die Armee prüft laufend, in welchen Bereichen es mit Blick auf die Bereitschaft angezeigt und möglich ist, Ausbildung und Training zu reduzieren.

Der KSD unterstützt die Vorsorge- und Einsatzplanung. Er berät den Bundesstab Bevölkerungsschutz und unterstützt die Koordination auf Stufe Bund. Er unterstützt in diversen Bereichen das Ressourcenmanagement. Er erstellt und beurteilt die sanitätsdienstliche Lage, so z.B. im Bereich der nationalen Bettenkapazitäten und erhebt diese Daten mit dem Informations- und Einsatzsystem (IES). Der KSD steuert mit dem Sanitätsdienstlichen Koordinationsorgan (SANKO).

Der Oberfeldarzt berät den Chef der Armee in allen militärmedizinischen Bereichen und erlässt als Chef der Sanität die dazu notwendigen fachlichen Vorgaben. Er verantwortet zudem das militärische Gesundheitswesen.
 

Dokumente

  • Schutzkonzept Kommando Ausbildung
    Alle in diesem Schutzkonzept erwähnten Punkte stützen sich auf gültige Befehle des Oberfeldarztes sowie entsprechende Arbeitshilfen und Merkblätter und auf die Empfehlungen zu Verhaltens- und Hygienemassnahmen des BAG ab.
    07.10.2021 | PDF, 14 Seite[n], 465 KB
  • Schutzkonzept Kommando Operationen
    Alle in diesem Schutzkonzept erwähnten Punkte stützen sich auf Verordnungen des Bundesrates und Vorgaben des Oberfeldarztes sowie entsprechende Arbeitshilfen und Merkblätter und auf die Empfehlungen zu Verhaltens- und Hygienemassnahmen des BAG ab.
    16.11.2021 | PDF, 12 Seite[n], 5 MB

Assistenzdienst im Rahmen von COVID-19

  • Fragen und Antworten
    Die Vereinbarkeit von Assistenzdienst, Familie und Arbeit stellt Angehörige der Armee vor grosse Herausforderungen. Der Sozialdienst der Armee (SDA) unterstützt Sie in dieser Situation und steht Ihnen beratend zur Seite.
    04.11.2020 | PDF, 2 Seite[n], 210 KB
  • Härtefallregelung Sozialdienst der Armee (SDA)
    Unerwartete Dienstleistungen oder deren Absage oder Verschiebung
    04.11.2020 | PDF, 1 Seite[n], 209 KB
  • LAVORO
    Stellensuche und Wiedereinstieg ins Berufsleben nach dem Asistenzdienst und der Rekrutenschule
    16.04.2020 | PDF, 1 Seite[n], 239 KB
  • Merkblatt Erwerbsersatzentschädigung
    23.03.2020 | PDF, 10 Seite[n], 612 KB