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«Der erste verkürzte Grundausbildungslehrgang ist ein Erfolg»

In kürzerer Zeit auf den gleichen Wissensstand zu kommen: So lautet für die Berufsunteroffiziere die Vorgabe, um den Grundausbildungslehrgang in verkürzter Form absolvieren zu können. Die ersten, die diesen Weg gewählt haben, wurden am Freitag, 29. Juni 2018 in Herisau befördert und diplomiert. Der Gemeindepräsident von Herisau, Renzo Andreani, war ebenfalls anwesend und überbrachte seine Grussbotschaft.

03.07.2018 | Kommunikation V / HKA

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Es ist eine Art Überholspur: Wer Berufsunteroffizier werden will und über mindestens eine Berufsmatura und gute Sprachkenntnisse verfügt, kann den obligatorischen Grundausbildungslehrgang in verkürzter Form absolvieren. In 15 Monaten müssen sich diese Anwärter gleich viel Lernstoff aneignen wie diejenigen, die den Lehrgang während den regulären 24 Monaten durchlaufen. In einer würdigen und feierlichen Zeremonie promovierte Brigadier Heinz Niederberger, Kommandant der Berufsunteroffiziersschule der Armee (BUSA), am 29. Juni 2018 die ersten vier Absolventen dieses verkürzten Grundausbildungslehrgangs (GAL V) und zwei Teilnehmende aus dem Grundausbildungslehrgang 2016 – 2017 zum Berufsunteroffizier.

Grussbotschaften

An der Feier im Gemeindehaus Herisau war auch Gemeindepräsident Renzo Andreani zugegen. Er gratulierte den sechs Absolventen zu ihrer Leistung und unterstrich die Wichtigkeit der emotionalen Intelligenz. Dies ist ein von John D. Mayer geprägter Terminus, der die Fähigkeit beschreibt, eigene und fremde Gefühle korrekt wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. «Oft wird nur vom Intelligenzquotienten geredet, aber die sogenannte emotionale Intelligenz ist genauso entscheidend. Insbesondere als Führungsperson muss man sich einfühlen können in das Gegenüber, um zwischenmenschliche Situationen einzuschätzen und zu erkennen, welche Reaktion angebracht und zielführend ist.»

Brigadier Niederberger zeigte sich zufrieden: «Alle Absolventen haben es geschafft, trotz kürzerer Dauer auf den gleichen Wissensstand zu gelangen.» Er wünscht ihnen viel Befriedigung in ihrer Tätigkeit und dass sie den Bezug zur BUSA nicht verlieren, sagt aber: «Der Vorteil bei der BUSA ist, dass man sich immer wieder trifft, denn nebst dem Grundausbildungslehrgang bietet die BUSA alle notwendigen Weiterausbildungslehrgänge für weitere Karriereschritte an.»

«Es gibt keinen besseren Job»

Adjutant Jonathan Köppel, gelernter Velo- und Motorradmechaniker, freut sich über den Abschluss: «Es gibt keinen besseren Job, weil man immer mit Menschen zusammenarbeitet und praktisch ausbildet.» Er fand die Ausbildung streng, da es lange Tage waren und es viel Stoff zu lernen gab. Doch der Aufwand lohnt sich: Berufsunteroffiziere erhalten nach Beendigung der Ausbildung den eidgenössischen Fachausweis als Ausbilder. Adjutant Köppel hat nicht nur fachlich, sondern auch persönlich vom Lehrgang profitiert: «Ich bin reflektierter und setze mich mehr mit meinem Publikum auseinander als vorher.»

BUSA als Kompetenzzentrum

«Die BUSA hat sich im Jahr 2018 als Kompetenzzentrum profiliert», ist Brigadier Niederberger überzeugt. Es sind einige organisatorische Optimierungen und Anpassungen, wie beispielsweise die Zusammenlegung der Grundausbildungslehrgänge oder der neue Weiterausbildungslehrgang 3 für Berufsunteroffiziere, in der Umsetzungsphase oder in Planung. Nun gelte es, diese Neuerungen zu festigen. Dazu sagt Niederberger: «Bis anhin gelingt uns dies gut. Die Schulkommandanten, bei denen unsere Abgänger eingesetzt werden, sind sehr zufrieden mit dem Ausbildungsstand der Berufsunteroffiziere.»

Laut Brigadier Niederberger ist wurden die Ausbildungsziele vollumfänglich erfüllt, womit das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Nun steht ihn die Auswertung an: «Wir werden nun alle Faktoren wie Koordinationsaufwand und personelle Ressourcenbindung analysieren und dann entscheiden, ob der verkürzte Lehrgang in dieser Form weitergeführt wird.»