print preview Zurück zur Übersicht Höhere Kaderausbildung der Armee

Meinungsdissens ist auch gesund und wünschenswert

Die Chefin Sicherheitspolitik VBS (C Sipol VBS; Botschafterin Pulli) trat am 25. Januar 2021 ins Gespräch mit 390 Mitarbeitenden und Lehrgangsteilnehmenden der HKA. Die HKA wagte aufgrund der Pandemie-Lage den Schritt zur virtuellen Ausbildungssequenz. Im Rahmen der Mitarbeitenden-Ausbildung berichtete die C Sipol VBS aus ihrem Aufgabengebiet und beantwortete im Anschluss daran Fragen.

25.01.2021 | HKA, Nicole Fuhrer

Pulli
Chefin Sicherheitspolitik, Frau Pälvi Pulli © VBS/DDPS, Kaspar Bacher

Tücken der Technik

Nachdem der Bundesrat Mitte Januar die Homeoffice-Pflicht beschlossen hat, löste die HKA ihre Eventualplanung zur virtuellen Ausbildungssequenz aus. Streaming-Dienste waren gesperrt, somit blieb das Telefonkonferenzsystem. Zivile Mitarbeitende, Berufsmilitärs sowie Milizteilnehmende wohnten dieser Veranstaltung verteilt in allen Landesteilen und Himmelsrichtungen bei. Sekunden vor Beginn des Referats schnellte das Herz des Kommandanten HKA in die Höhe: Die Referentin fiel aus der Leitung! Nach drei Minuten Bangen und Hoffen dann die Erlösung – die C Sipol VBS war wieder "am Draht".

Was ist Sicherheitspolitik

Einleitend schilderte die C Sipol VBS wie Sicherheitspolitik in der Schweiz zu verstehen ist.. Sie hat eine strategische Dimension und umfasst die Gesamtheit aller Massnahmen zum Schutz der Schweiz und ihrer Bevölkerung vor machtpolitischen, kriminellen oder natur- und zivilisationsbedingten Bedrohungen und Gefahren. Das Ziel der schweizerischen Sicherheitspolitik ist, die Handlungsfähigkeit, Selbstbestimmung und Integrität der Schweiz und ihrer Bevölkerung sowie ihre Lebensgrundlagen davor zu schützen und Beiträge zu Stabilität und Frieden jenseits der Grenzen zu leisten.

Strategisch relevante Geschäfte

Botschafterin Pulli erläuterte den Mitarbeitenden und Lehrgangsteilnehmenden der HKA einige strategisch relevante Geschäften. Der Bereich Sicherheitspolitik erarbeitet beispielsweise Grundlagendokumente wie die sicherheitspolitischen Berichte, Lösungsoptionen zu besserer Alimentierung der Armee und einer möglichen Weiterentwicklung des Dienstpflichtsystems. Die C Sipol VBS erwähnte auch den Bericht zur militärischen Friedensförderung, der momentan in der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats diskutiert wird. Der Bereich Sicherheitspolitik beurteilt und begleitet darüber hinaus viele grosse VBS-Geschäfte wie beispielsweise die Cyber-Strategie, die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge, die Teilprivatisierung der RUAG oder die Grundlagenberichte der Armee wie die Weiterentwicklung der Bodentruppen. Weiter koordiniert sie internationale Kontakte und Kooperation im VBS und ist in vielen Fragen Ansprechpartner des EDA.

Eines haben diese Geschäfte gemeinsam: politische Ansichten sind oft kontrovers und es ist nicht einfach, den gemeinsamen Nenner für Lösungen zu finden. Meinungsdissens ist aber auch gesund und wünschenswert – die sich aus den Diskussionen ergebenden Resultate tragen zu ausgewogenen politischen Entscheiden bei.

Abschliessend nahm sich Botschafterin Pulli die Zeit, Fragen zu beantworten. Beispielsweise zur Akzeptanz der Privatwirtschaft in Bezug auf die Abwesenheit der Milizkader am Arbeitsplatz oder zu globalen sicherheitspolitischen Entwicklungen.

Fazit

Die Weiterausbildung an der HKA in diesem neuen virtuellen Format war ein Erfolg und wird in diesem Sinn fortgesetzt. Fortan sollen vermehrt Colloquien in einem solchen Rahmen für die Mitarbeitenden sowie die Lehrgangsteilnehmenden durchgeführt werden. Sei dies von externen Referentinnen und Referenten oder von Mitarbeitenden der HKA für Mitarbeitende der HKA. Ganz nach dem Grundsatz: Voneinander lernen, miteinander lernen.