print preview Zurück zur Übersicht Höhere Kaderausbildung der Armee

Die Schweizer Milizarmee geniesst Rückhalt

Im Juli 2020 war die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den Leistungen der Schweizer Armee höher als vor dem Coronaeinsatz im Januar. Auch das Vertrauen in die Institutionen war zu diesem Zeitpunkt gross. Dies geht aus einer Befragung der Militärakademie an der ETH Zürich hervor. Die Pandemie hatte keinen negativen Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Schweizerinnen und Schweizer.

12.11.2020 | Kommunikation Verteidigung, Michelle Steinemann

6343_02_web


Da die Daten der Studie «Sicherheit 2020» im Januar, also unmittelbar vor dem Ausbruch der Coronapandemie, erhoben worden waren, hat die Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich im Juli 2020 eine Nachbefragung durchgeführt. Die Resultate dieser Nachbefragung ergaben insgesamt ein positives Bild. Im Vergleich zur Januarerhebung gewannen der Bundesrat, das eidgenössische Parlament und die Schweizer Wirtschaft signifikant an Vertrauen, während die anderen Institutionen (Polizei, Wissenschaft, Gerichte, Armee, politische Parteien, Medien) gleich wie im Januar beurteilt wurden.

Zufriedener mit den Leistungen der Armee

Die Zustimmung zur Notwendigkeit in die Armee blieb unverändert mit 81% (4 Prozentpunkte [Pp]) hoch. Allerdings fand die Miliz- (57%, +3 Pp) im Gegensatz zu einer Berufsarmee (35%, ─5 Pp) signifikant mehr Befürworterinnen und Befürworter als noch im Januar. Auch die Zufriedenheit mit den Leistungen der Armee stieg im Vergleich zur Januarbefragung statistisch signifikant (6.7, +0.2 auf einer 10er-Skala). Ebenso wuchsen die Zustimmungen zu einer «sehr gut ausgebildeten Armee» (86%, +8 Pp) und einer «vollständig ausgerüsteten Armee» (69%, +7 Pp). Es kann davon ausgegangen werden, dass der Coronaeinsatz der Schweizer Armee zu diesem Anstieg beitrug.

Ich war erstaunt, dass sich die Schweizer Bevölkerung im Juli immer noch sicher fühlte. Doch sie vertraute den Institutionen, dass sie die Krise managen würden.

Tibor Szvircsev Tresch, Dozent Militärsoziologie an der Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich.

Hohes Sicherheitsempfinden und grosser Zukunftsoptimismus

Das allgemeine Sicherheitsempfinden blieb auch im Juli stabil auf hohem Niveau. 95% (±0 Pp) der Schweizerinnen und Schweizer fühlten sich «sehr» oder «eher sicher». Ebenso verharrte der Zukunftsoptimismus (84%, ─2 Pp) der Schweizerinnen und Schweizer auf hohem Niveau.

Subjektives Sicherheitsempfinden

Gegenüber der Haupterhebung im Januar 2020 stieg das subjektive Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum signifikant an (87%, +3 Pp). Dieser Anstieg lässt sich im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie dahingehend interpretieren, dass durch die schnelle Reduktion der Fallzahlen in der Schweiz die Massnahmen des Bundesrates als sehr wirkungsvoll und effektiv betrachtet wurden.

Die Schweizer Bevölkerung liess sich durch die erste Welle der Coronapandemie nicht verunsichern und vertraute dem Bundesrat und Parlament, dass sie die Krise meistern würden. Die Bevölkerung war mit den erbrachten Leistungen der Armee zufrieden. Das führte zu einem zusätzlichen Rückhalt der Schweizer Milizarmee.

Studie Sicherheit

Die Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich und das Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich befragen jedes Jahr im Januar rund 1200 Schweizerinnen und Schweizer zu aussen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Themen. Aufgrund des Coronaeinsatzes der Armee führte die MILAK zwischen dem 6. und 25. Juli 2020 eine Nachbefragung bei 1016 Schweizerinnen und Schweizern durch. Die Stichprobe ist repräsentativ für die Schweizer Stimmbevölkerung, bei einem Stichprobenfehler von ±3.1 Prozentpunkten.