print preview Zurück zur Übersicht Höhere Kaderausbildung der Armee

«Ein unvergessliches Abenteuer»

Stabsadjutant Florian Emonet hat im Juni 2019 ein intensives Studienjahr an der U.S. Army Sergeants Major Academy in Texas abgeschlossen. Dabei erreichte er das beste Resultat unter 57 Mitstudierenden aus 49 Nationen und durfte für seine herausragenden Leistungen eine Auszeichnung entgegennehmen. Ein Rückblick auf ein erfahrungs- und emotionsreiches Jahr.

08.07.2019 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

Titelbild
Sergeant major James S. Halchishik (l.), stellvertretender Leiter des Kurses für Feldweibel, gratuliert Stabsadjutant Florian Emonet.

Stabsadjutant Florian Emonet, was hat Sie dazu motiviert, in den USA diesen Kurs für Feldweibel zu absolvieren?

Florian Emonet: Der Kurs ist ein grosser Gewinn für meine Karriere als Instruktor. Es ist eine riesige Chance, sich auf militärischer Ebene mit einer der grössten und stärksten Armeen der Welt auseinandersetzen zu können.

Welche Fächer beinhaltete die Ausbildung?

Die Ausbildung umfasst fünf Bereiche oder Module, verteilt über zehn Monate. In den fünf Modulen geht es um die Vertiefung der militärischen Kenntnisse, die operative Planung einer Armee, die Joint-Planung, das heisst die Teilstreitkräfte Heer, Marine, Luftwaffe übergreifend, dann die Führung und schliesslich das Management.

Wie ist das Jahr verlaufen?

Sehr gut. Am Anfang musste ich, wie alle internationalen Studierenden, während einiger Wochen einen Vorbereitungskurs besuchen, um mich an das neue Umfeld zu gewöhnen – denn die Basis, auf der ich mich befand, war so gross wie der Kanton Sankt Gallen! Auch danach ist alles gut gelaufen, und ich hatte durchwegs gute Kontakte mit meinen Instruktoren. Am Ende habe ich sogar eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen erhalten, die unter den internationalen Studierenden verliehen wird, und ich habe mit dem gleichen Notenschnitt abgeschlossen wie der beste Amerikaner. Alles in allem war das Jahr eine Herausforderung und eine unvergessliche Erfahrung – obwohl wir auch Opfer bringen mussten. Insbesondere meine Frau, die ihre Stelle aufgeben musste.

Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus dieser Erfahrung für Ihre Arbeit als Instruktor?

Zunächst einmal sehe ich unsere Armee und unsere Regierung dank diesem Studienjahr in einem neuen Licht. Wir sind in der Schweiz wirklich sehr gut, was Führung, Effizienz und die Ausbildungsqualität anbelangt, auch wenn uns das nicht immer so bewusst ist. Auch verstehe ich das internationale militärische System noch besser. Das Studienjahr bot die einmalige Gelegenheit, Einblick in die operative Stufe einer der grössten Armeen der Welt zu nehmen. Ausserdem wurden in den Kursen, die auf Universitätsniveau sind, umfangreiche Recherche- und Redaktionsarbeiten verlangt. Dadurch konnte ich mir neue Arbeitsmethoden und Analysetechniken aneignen. Nicht zuletzt war das Jahr auch auf menschlicher Ebene eine unglaubliche Bereicherung, ich konnte Kontakte zu Leuten aus aller Welt knüpfen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Ich werde in Kürze eine Stelle als Instruktor an der BUSA in Herisau antreten und hoffe, dass ich dort den zukünftigen höheren Berufsunteroffizieren etwas von meinen Erfahrungen weitergeben kann.

Preisverleihung an Stabsadjutant Emonet im Beisein seiner Familie, des Verteidigungsattachés in den USA, Divisionär Peter Wanner, und Gattin, Hauptadjutant Markus Wohlwend sowie Kevin und Elisa Sandbergh, die als zivile Sponsoren die Schweizer Studierenden unterstützen.

U.S. Army Sergeants Major Academy

Die U.S. Army Sergeants Major Academy (USASMA) wurde 1972 in El Paso, Texas, gegründet. An der USASMA werden Unteroffiziere für künftige Funktionen in Stäben und als Führungsgehilfen auf allen Stufen des amerikanischen Heers ausgebildet. Die Schweiz hat die Möglichkeit, pro Jahr einen Kaderangehörigen an die USASMA zu entsenden.

Florian Emonet ist der zwanzigste Schweizer, der die Ausbildung absolvieren konnte.

Florian Emonet

Der Freiburger Florian Emonet (40) ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Nach dem Abschluss der Berufsunteroffiziersschule (BUSA) war er zunächst im Lehrverband Panzer und Artillerie tätig, anschliessend im Lehrverband Logistik. In der Miliz gehörte er dem Gebirgsinfanteriebataillon 7 an, bevor er in den Stab der Territorialdivision 1 wechselte. Er interessiert sich für internationale Politik und leistete auch einen Einsatz im Kosovo.