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Modernste Technologie für die Ausbildung

Der Elektronische Taktiksimulator für Mechanisierte Verbände, Panzerfahrsimulatoren, Elektronische Schiessausbildungsanlagen für den Panzer 87 Leopard WE, den Schützenpanzer 2000 und den Schiesskommandanten. Dies sind die verschiedenen Möglichkeiten, die das Ausbildungszentrum für mechanisierte Truppen, eines der modernsten militärischen Ausbildungszentren, bietet. Und das alles, während man Geld spart und die Umwelt schützt.

29.09.2021 | Kommunikation Verteidigung, Jonathan Binaghi

Das Erlebnis im Inneren des Panzers ist sehr realistisch. ©VBS/DDPS, Alexander Kühni

Ein Panzer bewegt sich früh am Morgen in einer Panzerformation in der Nähe einer Stadt. Das Dröhnen des Motors, das auch das Fahrzeug erfüllt, stört jedoch niemanden. In Wirklichkeit ist es kein echter Wagen, sondern nur ein Simulakrum – perfekt in jedem Detail – und ausserhalb des Ortes, wo er steht, ist es noch nicht einmal früher Morgen. Wir befinden uns auf dem Waffenplatz Thun im Mechanisierten Ausbildungszentrum (MAZ), einem der modernsten militärischen Ausbildungszentren.

Eine virtuelle Welt

Im Zentrum gibt es nämlich eine breite Palette von Lehrmitteln: von einfachen Geländemodellen bis hin zu Funkgeräten und Waffensystemen alle notwendigen Mittel, um den Nutzern des Zentrums, von Soldaten bis hin zu Bataillonsverbänden, eine Ausbildung auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Bei alldem wird die modernste Technologie in den Dienst der Bildung gestellt, nach den Kriterien Effektivität, Effizienz und Ökologie.

Jedes dieser Systeme ist für eine andere Ausbildungsebene konzipiert: Während der Fahrsimulator (FASPA) und der Schiesssimulator (ELSA) als Technik- und Gefechtssimulatoren in erster Linie der Truppe – vom einzelnen Soldaten bis zur Sektionsebene – gewidmet sind, wird die virtuelle Simulation (ELTAM), ein taktischer Simulator, vom Korps genutzt. Hier in Thun werden Mitarbeitende von grossen Einheiten als Übungsleiter beim Einsatz dieser Systeme eingesetzt. Es gibt auch einen Simulator für die taktische Führungsausbildung auf der Ebene von Grossverbänden, den Führungssimulator 95, der sich an der Generalstabsschule in Luzern befindet.

Ein komplettes Zentrum

Den Nutzern stehen zur Verfügung: ein Auditorium, ein Kartensaal, der Übungsleiterraum, 3 Fahrstände für Radschützenpanzer 93, 2 Fahrstände für Schützenpanzer 2000 und Gefechtssimulatoren für die Panzer 87 Leopard WE sowie die Schützenpanzer 2000 und M113.

Dank all dieser Systeme ist es möglich, Infanterie, mechanisierte Truppen und Artillerie zum taktischen und technischen Verhalten sowie dem Einsatz von Genie, Logistik, Flugzeugen und Sensoren zu instruieren und zu trainieren.

Alle Sequenzen, Simulationen und Funkgespräche können aufgezeichnet werden, um sie später beim sogenannten After Action Review, der Analyse der Übung, zu verwenden, die für das Lernen aus den eigenen Fehlern unerlässlich ist.

Wirkungsvoll, effizient und umweltfreundlich

Alle Offiziere der Bataillone, die diese Fahrzeuge einsetzen, absolvieren alle zwei Jahre eine Woche Training im Simulator. Darüber hinaus trainieren auch Kader in Ausbildung und Offiziere verschiedener ausländischer Formationen. Jährlich betrifft dies 4300 Angehörige der Schweizer Armee, während 14 Wochen Ausbildung für ausländische Partner wie Belgien, Österreich, Polen, Norwegen und die bei SWISSINT ausgebildeten Militärbeobachter vorgesehen sind. Bei der Analyse der Zahlen werden die ökonomischen und ökologischen Einsparungen, die dieses System garantiert, deutlich. In den verschiedenen Simulatoren werden 31 850 Artilleriegranaten, 65 000 Schuss aus dem Panzer 87 Leopard WE und 250 000 Granaten aus dem Schützenpanzer 2000 abgefeuert. Fast 20 000 Kilometer werden mit dem Fahrsimulator zurückgelegt.