print preview Zurück zur Übersicht Kommando Ausbildung

Bessere Schiessausbildung dank Trainingshalle

Die Ruhe der Anwohner von Militäranlagen ist der Armee etwas wert. Der Bund beteiligt sich an den Kosten einer Indoor-Schiessanlage in der Kaserne Sion. Armee und Kantonspolizei werden dort das Schiessen trainieren. Bund und Kanton Wallis garantieren so gute Ausbildungsverhältnisse und leisten gemeinsam einen Beitrag zum Umweltschutz.

12.07.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Schiessen
So stellen sich die Verantwortlichen den Eingangsbereich der neuen Indoor-Schiessanlage auf dem Areal des Waffenplatzes Sion vor. Grafik: zvg, Staatskanzlei Wallis

Die Armee beteiligt sich am Bau einer weitgehend unterirdischen Schiessanlage mit zehn 30-Meter-Schiessboxen auf dem Waffenplatz Sion. Sie ermöglicht damit ein optimales Schiesstraining für Miliz und Berufsmilitärs. Die Schiessaktivität auf den aktuell drei verwendeten Schiessplätzen soll so um 75 % sinken.

Seit 2018 benutzt die Militärpolizeischule für ihre Ausbildung den Schiessplatz Pra Bardy bei Sion. Letztes Jahr belegte die Armee die Anlage an 185 Tagen, rund 1,5 Millionen Schuss wurden abgegeben. Die Anlage liegt jedoch in einer rasch wachsenden Wohngegend. In der Nähe sind ein Naherholungsgebiet und zwei Campingplätze. Und das VBS will die Bevölkerung von Lärmimmissionen entlasten.

Für Ausbildung und Umweltschutz

Die Behörden haben die Schiesszeiten und die Anzahl Schiesstage im Ausbildungsbetrieb beschränkt. Dies erschwert die jährliche Kurs- und Belegungsplanung erheblich, erzielt nicht die gewünschte Wirkung und löst immer Mehraufwand aus, so Oberst im Generalstab Serge Pignat, Kommandant des Waffenplatzes Sion. Dass die Truppe auf andere Schiessplätze ausweicht, verschiebt den Lärm nur, kostet Zeit und belastet wegen der Transporte die Umwelt. Die neue Schiessanlage kann das Problem lösen, so Pignat. «Gerade die zeitlich uneingeschränkte Nutzung ist für die Ausbildung ein enormer Vorteil.»

Optimiertes Schiesstraining

Der Kanton Wallis hatte schon länger eine Anlage für die Schiessausbildung der Kantonspolizei bauen wollen. Er verfügt nicht über ausreichende Trainingsbedingungen und ist auf die Schiessstände des Bundes angewiesen. Die Armee kann mit dem gemeinsamen Projekt das Schiesstraining auf kurze Distanz auf der neuen Anlage konzentrieren.
Sieben Boxen sind für den Bund, drei für den Kanton reserviert. Hinzu kommen Material- und Munitionslager sowie Verwaltungs- und Sanitärbereiche.
Die Partner teilen sich die Baukosten von rund 33 Millionen Franken. Die Armee übernimmt 22,6 Millionen Franken. Hinzu kommt ein Anteil an den Betriebs- und Unterhaltskosten. Jeder Partner kann bei Bedarf die Schiessstände des anderen nutzen. Auch die Regionalpolizei, das Grenzwachtkorps und die SBB-Bahnpolizei werden auf der Anlage trainieren.

Baustart noch im Sommer

Bund, Kanton und Stadt Sion schlossen im Herbst eine Vereinbarung. Das Bundesparlament entscheidet über die Investition im Rahmen der Armeebotschaft 2021 im Herbst. Damit die Bauarbeiten noch diesen Sommer beginnen können, hat das Kantonsparlament den Walliser Anteil kürzlich genehmigt. Spätestens im Herbst 2024 sollen die ersten Übungsschüsse fallen.

Die Pläne zeigen deutlich, dass nur wenige Teile der geplanten Anlage überirdisch sind. Grafik: zvg, Staatskanzlei Wallis