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Erfolgreicher Einsatz gegen Bettwanzen

Bettwanzen sind eine Plage, die schwer zu bekämpfen ist, so auch in Kasernen. Die Armee hat einen Strauss von Massnahmen, wie sie der Plage Herr wird. Und sie erwägt, Spürhunde einzusetzen. Sie sollen die Krabbeltiere entdecken, bevor diese sich ausbreiten.

16.07.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Bettwanzen sind ab und zu unwillkommene Gäste in Armeeunterkünften.
Bettwanzen sind ab und zu unwillkommene Gäste in Armeeunterkünften. ©VBS/DDPS, Yves Bachmann

Häufig ist es nicht, aber es passiert: Bettwanzen nisten sich in Armeeunterkünften ein. Der Sommer gilt als Saison. Die Bekämpfung der Schädlinge ist aufwändig und abhängig von der Schwere des Befalls. Zuerst wird die Unterkunft geräumt, dann gereinigt und desinfiziert. Spezielle Heizlüfter in den Zimmern etwa helfen, die Tiere wieder loszuwerden. Denn Hitze tötet sie und ihre Eier ab. Textilien und Schlafsäcke werden im Textilcenter Sursee der Logistikbasis der Armee bei über 60 Grad Celsius oder chemisch gewaschen. Für grössere Objekte wie Matratzen werden Spezialisten mit einem Desinfektionsanhänger eingesetzt. Kleine Gegenstände werden für mehrere Tage tiefgekühlt. Denn ihre Robustheit ist typisch für die Tiere: Sie ertragen Temperaturen von minus 18 und plus 60 Grad.

Unwillkommene Reisesouvenirs

Die 5 mm grossen und nachtaktiven Tiere saugen Menschenblut. Anzeichen für einen Befall sind rote juckende Stiche am Körper. Die Verbreitung von Bettwanzen in Kasernen, Gemeindeunterkünften und Truppenlagern hat nichts mit mangelnder Hygiene einzelner Armeeangehöriger zu tun. Die Viecher verstecken sich in Ritzen von Betten, finden sich auf Matratzen, in Kleidern und Reisegepäck wieder. Denn Bettwanzen breiten sich insbesondere wegen des Massentourismus weltweit aus. Und während des Ein- und Auspackens ist zum Beispiel ein Koffer auf dem Bett ein perfektes Transportmittel für die Tiere.

Spürhunde gegen Wanzen?

Der Veterinärdienst der Armee hat vor, in Zukunft speziell dafür ausgebildete Hunde einzusetzen. Sie sind mit ihrem hoch entwickelten Geruchssinn ein effektives Mittel gegen die bissigen Tierchen. Die Armee will ihre Truppenstandorte systematisch auf Bettwanzenbefall untersuchen lassen.

Laut dem Chef Betriebswirtschaft und Projektportfoliomanagement Verteidigung Mark Salathé ist der Einsatz von ausgebildeten und zertifizierten Bettwanzenspürhunde das effizienteste Mittel, Bettwanzen aufzuspüren. «Eine schnelle Intervention kann verhindern, dass sich ein Befall explosionsartig verbreitet. Andernfalls müssten ganze Anlagen geschlossen werden.» Bis die Spürhunde zur Verfügung stehen, zieht die Armee im Bedarfsfall private Hundeführer und deren zertifizierte Bettwanzenspürhunde bei.

Die Armee rückt in ihren Unterkünften dem Ungeziefer mit verschiedenen Mitteln auf die Pelle.
Die Armee rückt in ihren Unterkünften dem Ungeziefer mit verschiedenen Mitteln auf die Pelle. ©VBS/DDPS, Sina Guntern