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Erfüllt! Fazit einer etwas anderen RS

Eine Rekrutenschule unter besonderen Bedingungen geht zu Ende. Rund ein Drittel der Rekruten starteten den Grundausbildungsdienst (GAD) im Distance Learning digital von zuhause aus. Und für alle Armeeangehörigen galt das strenge Einhalten des Schutzkonzeptes, um sich selber und die Kameraden und Kameradinnen vor dem Coronavirus zu schützen. Eine Bilanz.

18.05.2021 | Kommunikation Verteidigung, Franziska Walt

Rund ein Drittel der Rekruten starteten den Grundausbildungsdienst im Distance Learning digital von zuhause aus. @VBS/DDPS, Sam Bosshard / Jonas Kambli

Ein Novum in der Schweizer Armee: Corona-bedingt mussten rund 6'000 Rekruten den Grundausbildungsdienst (GAD) während drei Wochen zuhause als digitales Lernprogramm durcharbeiten. In den ersten Tagen im Distance Learning gab es zwar technische Schwierigkeiten, den Rekruten blieb jedoch genügend Zeit, das Lernprogramm durchzuarbeiten. Nach dem Einrücken in die Kasernen in der RS-Woche 4 haben 70% der Rekruten die Ausbildungskontrolle bestanden. Dort, wo es Wissenslücken gab, wurden diese während den Dienstwochenenden geschlossen.

Die Kader hatten den Vorteil, dass sie das dichte Programm einer Woche Kadervorkurs auf vier Wochen ausdehnen konnten. So war es möglich, Lernstoff zu vertiefen oder Übungen für spätere RS-Wochen vorzubereiten. Allerdings wurde es für einige Kader in der letzten Woche zäh: Waren sie doch bereit, ihre Gruppe oder ihren Zug zu übernehmen.

Aufgrund der fehlenden drei Wochen vor Ort musste für die Rekruten der Distance Learning-Schulen die Verbandsausbildung (VBA) teilweise ganz gestrichen und kann auch nicht nachgeholt werden. Das war, neben den ersten RS-Wochen zuhause, der einzige grosse Unterschied zwischen den beiden Lagern der regulären RS und der später eingerückten Rekruten.

Das Coronavirus gab in der gesamten RS 1/2021 den Takt vor. Dank des strengen Schutzkonzeptes konnte die Zahl der positiv Getesteten unter Kontrolle gehalten und ein Hinaustragen des Virus ausserhalb der Kaserne mehrheitlich verhindert werden. Die Teststrategie, welche vorsah, die Armeeangehörigen nach dem Einrücken und vor dem Abtreten sowie vor und nach dem Urlaub zu testen, hat neben dem Schutzkonzept zur Gesunderhaltung der Truppen beigetragen.

Nichtsdestotrotz konnte Covid-19 nicht ganz aus den Schulen verbannt werden. An einzelnen Standorten gab es kurzzeitig mehrere Fälle gleichzeitig, die Lage vor Ort konnte jedoch jeweils schnell wieder unter Kontrolle gebracht werden. Für positiv getestete Rekruten und Kader standen an fünf externen Isolationsstandorten insgesamt 1'100 Betten zur Verfügung. Sowohl diese Plätze als auch die Betten in den Medizinischen Zentren der Region (MZR) waren aber nie ausgelastet, und fast alle der «Positiven» asymptomatisch.

Die Armee konnte dank dieser speziellen RS viele Erfahrungen gewinnen. Das digitale Lernen hat mehrheitlich geklappt, am Ende der RS sind alle Soldaten auf dem geforderten Wissensstand. Und Schutzkonzept wie Teststrategie haben sich bewährt, sodass Covid-19 zwar auch in den Kasernen den Alltag geprägt, aber nicht überhandgenommen hat.