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Hauptmann Angela Weber erfüllt sich einen Traum

Angela Weber engagiert sich für die Förderung von Frauen in der Armee und möchte sie zum Militärdienst motivieren. Deshalb organisiert sie zwei Mal im Jahr einen speziellen Informationsabend und bietet neu ein Mentoring-Programm für Frauen an. Sie hat als Fliegersoldat gelernt: Sicherheit ist auch weiblich.

30.04.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Angela Weber (Mitte) engagiert sich für Frauen im Militärdienst und gibt ihnen Antworten auf Fragen, Tipps und Tricks. ©VBS/DDPS, Fahrettin Calislar

Unter den etwa 4500 Bündner Armeeangehörigen sind 40 Frauen, was dem Schweizer Durchschnitt entspricht. Frauen in der Armee seien mit vielen Hürden konfrontiert, sagt Angela Weber, stellvertretende Kreiskommandantin. Sie empfand ihre Zeit als Fliegerrekrut nicht immer einfach. «Es gibt Sachen, die man lieber mit einer Frau besprechen will. Das hat mir oft gefehlt.» Aber sie erinnere sich auch an positive Erfahrungen und bilanziert: «Ich habe mir mit dem Militärdienst einen Kindheitstraum erfüllt».

Heute, in der Funktion als Chefin Rekrutierung, ist es ihr ein Anliegen, den Frauen den Einstieg in die Armee zu vereinfachen. Weber organisiert Informationsanlässe und motiviert Frauen, sich freiwillig zu melden. In die allgemeinen Orientierungstage baut sie zusätzliche Sequenzen für Frauen ein.

Aus eigener Erfahrung

Ende April in Chur: Hauptmann Weber begrüsst die 16 Teilnehmerinnen des Infoabends: «Hallo, i bi d Angela. Cool, seid ihr gekommen.» Sie erklärt, wie wichtig Vorbereitung sei – für die Rekrutierung und später für den Dienst. Sie empfiehlt Übungsmärsche mit Rucksack. Sinnvoll sei auch eine mentale Vorbereitung. Man sei lange von Freunden und Familie getrennt und müsse sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden. Sie weiss genau, welche Herausforderungen Frauen im Dienst erwarten.

Weber erzählt von ihrer Arbeit an Kampfjets auf dem Militärflugplatz und wirbt für ihr Begleitprogramm für weibliche AdA. Ihre Kollegin Lea Hefel teilt ihre Erfahrungen als Infanterist. Die Armee bietet über 150 Funktionen an, da findet sich für die meisten eine passende Aufgabe.

Jede interessierte Frau muss sich ihr eigenes Bild machen und danach entscheiden, ob die Armee etwas für sie ist. Sie hat nichts zu verlieren.

Hptm Angela Weber, stellvertretende Kreiskommandantin Kanton Graubünden

Ob sie sich als Aussenseiter gefühlt hätten, kommt die Frage aus der Runde, wie sie sich umgezogen hätten und wie mit einer Schwangerschaft umzugehen sei. Weber und ihre beiden Kolleginnen geben kompetent, humorvoll und ehrlich Auskunft und verraten Tipps und Tricks. Kommunikation sei zentral im Umgang mit Männern, so Weber, «sie müssen lernen, dass es Frauen in der Armee gibt und gemischte Teams effektiver zusammenarbeiten.»

«Mach das!»

Tage zuvor hatte Weber auch den «normalen» digitalen Orientierungstag für alle organisiert. Am Ende hängte sie eine Viertelstunde nur für Frauen an. Eine junge Frau wollte wissen, ob sie auch in die Infanterie könne. Das sei hart, aber möglich, so Weber, «mach das!» Sie müsse jedoch unbedingt trainieren, die Rückenmuskulatur etwa. «Der Frauenkörper ist für schwere Rucksäcke weniger geeignet», so Weber. «Geh joggen, mach Krafttraining!»

Herzensaufgabe erfüllt

Ob analog oder digital – die Fragen der Frauen sind meist praktischer Natur. Weber beantwortet sie locker und bestimmt. «In einer Männerwelt wie der Armee fällt man als Frau einfach auf», das müsse man sich bewusst sein. «Aber es ist eine einzigartige Erfahrung, deshalb: Geht hin und geniesst es!»

20 Uhr in Chur: Die Bündnerin ist glücklich, sie hat ihre Mission erfüllt: «Dieser Anlass ist mir eine Herzenssache.» Die Teilnehmerinnen sind nun gut informiert über den Weg zum Militärdienst und nehmen eine klare Kernbotschaft mit: Sicherheit ist AUCH weiblich.

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