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Sicherheit ist auch weiblich

Vor einem Jahr wurde die Kommunikationskampagne «SICHERHEIT IST auch WEIBLICH» lanciert. Ziel war und bleibt es, den Frauenanteil in der Armee auf zehn Prozent zu steigern. Und das bei freiwilligem Engagement. Denn gemischte Teams sind erfolgreicher – auch in der Armee.

07.04.2021 | Kommunikation Verteidigung, Gaby Zimmer

Sicherheit ist auch weiblich: Milena, Melanie, Jöelle, Anika und Janine haben sich für den Militärdienst entschieden. ©VBS/DDPS, Sina Guntern


In der Schweiz gilt die Wehrpflicht – jedenfalls für Männer. Neben vielen Kantonen hat auch die Schweizer Armee mittlerweile eine Informationsoffensive für Frauen gestartet. In der Kampagne «SICHERHEIT IST auch WEIBLICH» stehen fünf junge Frauen im Zentrum: Milena, Melanie, Joëlle, Anika und Janine. 

Vom Auditorium in den Häuserkampf

Milena: vom Auditorium in den Häuserkampf.

Milena ist aktive Pfadileiterin und es gewohnt, zu planen und zu organisieren. Das kommt ihr als Wachtmeister entgegen. Die junge Ostschweizerin bildet sich zur Primarlehrerin aus und hat mit dem Entscheid für den Militärdienst einen Ausgleich zum Alltag gesucht. Die taktische Gefechtsausbildung hat sie besonders fasziniert, weshalb sie ihre Rekrutenschule bei der Infanterie absolviert hat. «Im Militärdienst habe ich gelernt, mit verschiedensten Menschen klarzukommen, in den richtigen Momenten streng zu sein und mich durchzusetzen», erläutert sie. 

Auf den Hund gekommen

Melanie: auf den Hund gekommen und nun immer zu zweit.

Melanie ist Hauptfeldweibel und hat nach der Höheren Unteroffiziersschule ein gutes Jahr im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere als Zeitmilitär gearbeitet. Seit der Hundeführer-RS immer an ihrer Seite: Irkos, der Belgische Schäfer. Er füllt nun auch im zivilen Leben ihren Alltag aus. Ihr Fazit: «Frauen fallen auf im Militär, aber sie erhalten keine Sonderbehandlung. Die erfolgreiche Erfüllung des Auftrags steht für alle im Vordergrund.»

Sich gegenseitig unterstützen

Joëlle: sich gegenseitig unterstützen – unabhängig von Herkunft und Geschlecht.

Joëlle wollte schon als Kind zur Armee. Die kaufmännische Angestellte blickt zurück: «Vor der Rekrutenschule war ich eine Chaotin. Der militärische Alltag hat Struktur und Disziplin in mein Leben gebracht.» Als Wachtmeister hat Joëlle bei den Panzertruppen gedient. Nun wird sie die Offiziersschule absolvieren. «Ich habe im Militärdienst gelernt, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu unterstützen – unabhängig von Herkunft und Geschlecht. Das hat mich auch im zivilen Leben aufmerksamer gemacht.»

Dem Traum vom Fliegen näher gekommen

Anika: dem Traum vom Fliegen näher gekommen.

Anika hat als kleines Kind den Traum vom Fliegen geträumt und deshalb die Rekrutenschule bei der Luftwaffe absolviert. Mit Blick auf die Offiziersschule ist sie überzeugt: «Wir mussten die gleichen Leistungen erbringen wie die Männer, denn wir sind keine Quotenfrauen.» Eine Sehschwäche hat zwar die Militärpilotenkarriere verhindert, doch dank der Ausbildungsgutschrift der Armee wurde ein Teil des Aviatikstudiums finanziert. «In der Armee habe ich gelernt, nie aufzugeben. Das hilft mir, dieses anspruchsvolle Studium zu bewältigen.» 

Die ersten Minuten sind entscheidend

Janine: Die ersten Minuten sind entscheidend – auch im Traumberuf.

Janine hat mit der Fachmittelschule Gesundheit den Grundstein für ihren Traumberuf Rettungssanitäterin gelegt. Fitness und mentale Stärke sind für diesen Beruf unabdingbar, weil die ersten Minuten nach einem Unfall entscheidend sind. Während der Rekrutenschule als Einheitssanitäterin sowie der Unteroffiziers- und der Offiziersschule hat sie an mentaler und körperlicher Fitness zugelegt. «Ich habe in der Armee viel Selbstvertrauen gewonnen und bin heute imstand, mehr zu leisten. Das brauche ich für meinen Traumberuf als Rettungssanitäterin.» 

So unterschiedlich die fünf Botschafterinnen sind, ihnen ist eines gemeinsam: Sie haben sich der Herausforderung Militärdienst gestellt – freiwillig. Denn: Sicherheit ist auch weiblich.  

Frauenpower

Frauenpower

  • Seit 2004 stehen Frauen alle Funktionen und Truppengattungen offen
  • Jede zweite Frau entscheidet sich für eine Kaderausbildung
  • Rund ein Drittel der rekrutierten Frauen verfügt über einen Maturitätsabschluss
  • Anfang 2021 waren 1516 Frauen in der Armee eingeteilt – dies entspricht einer Quote von einem Prozent
  • Davon sind 501 Unteroffiziere und 437 Offiziere
  • In der RS 1/21 leisten 190 Rekrutinnen und 134 weibliche Kader Dienst

Sind Sie bereit, in die eigene Zukunft zu investieren und etwas für Ihr Land zu tun? Oder kennen Sie eine junge Frau, welche die Chance Militärdienst nutzen möchte? Infos, Filme und Fotos finden Sie hier: www.armee.ch/frauen

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