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Sport Soldat Amy Baserga: «Diese Medaillen gehören vielen»

Gold im Sprint, Gold in der Verfolgung – nach einem undankbaren 4. Platz im Einzel-Wettkampf. Die Biathletin Amy Baserga hat an den Junioren-Weltmeisterschaften in Obertilliach (Ö) beinahe das Maximum herausgeholt. Im Frühjahr/Sommer 2020 absolvierte die 20-Jährige Sportsoldatin aus Einsiedeln den zweiten Teil der Spitzensport-RS.

04.03.2021 | Kurt Henauer, Komp Zen Sport A

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Grosser Erfolg in Obertilliach. (Foto-Credit: Harald Deubert/foto-deubert.de)

Auf die Frage, was ihr diese Erfolge bedeuten, sprudelt es am Telefon nur so aus ihr heraus, so gross ist die Freude bei Amy Baserga, die nach den drei Glanzleistungen vor der abschliessenden Staffel am Samstag einen Ruhetag geniesst. «Einfach nicht nur wieder Vierte will ich werden», sagte ich im Ziel nach dem Sprint, als ich nach dem fehlerfreien Schiessen mit der Bestzeit auf der Anzeigetafel stand, zum Physio-Therapeuten», blickt Amy Baserga auf die langen Minuten zurück, bis ihre Goldmedaille feststand. «Als ich nach der Startnummer 90 immer noch zuoberst war, war ich komplett us em Hüsli» schildert sie den freudigen Moment nach dem Goldmedaillengewinn.

Gut trainiert und Stärke gezeigt

«Wir konnten während den 13 Wochen in der Spitzensport-RS in Magglingen und vor allem auch in Andermatt ausgezeichnet trainieren», sagt Baserga, die im August nach einem privaten Schicksalsschlag im Sport die Kraft fand, Stärke zeigte und weiterkämpfte. Das hat sich nun ausgezahlt, auch wenn sie ab und zu auch schwierige Tage hatte. «An diesen WM konnte ich das abrufen, was ich im Sommer geübt habe, konnte alles geben, und das ist super geglückt». Dabei hat sich die 20-jährige Sport-Soldatin, die in diesem Jahr für Training und Wettkampf schon ein paar Spitzensport-WK-Tage gebraucht hat (Anm. der Redaktion: sie kann maximal 130 Tage pro Jahr einsetzen), kein Rangziel gesetzt: «Mein Ziel war es den Wettkampf zu geniessen, Spass zu haben», sagt sie dazu. «Natürlich hofft man dann innerlich schon, dass man das abrufen kann, was man im Sommer geübt hat.

Mit einer ähnlichen Einstellung ging die Einsiedlerin auch in den Verfolgungswettkampf: «Ich sagte mir, dass es ja nicht bessergehen kann». So machte sie sich auch keinen Druck beim Schiessen. Drei Runden lief sie alleine vorne weg. Und da schlich sich beim dritten Schiessen, im ersten Stehendanschlag, ein Fehler ein, «Beim 2. Schuss tauchte plötzlich eine Kollegin neben mir auf und der dritte ging daneben», schildert sie den Moment als die erste Verfolgerin neben ihr stand. Eingeholt wurde sie trotz der Strafrunde nicht mehr – und die zweite Goldmedaille war ihr sicher.

«Diese Medaillen gehören vielen», sagt sie zu Ihrem erfolgreichen Abschneiden. «Es braucht alle, die Familie, den Trainer, die Wachser, ja das ganze Team, denn wir sind wie eine Familie, nicht nur die Schweizer, auch die Athletinnen und Athleten aus den anderen Ländern». In der «Biathlon-Familie mag man sich den Erfolg gegenseitig gönnen. «Glück und Pech liegen bei unserer Sportart mit Langlauf und Schiessen so nahe beieinander, dass immer alles passieren kann.

Andere waren in der Quarantäne

Während im Frühjahr und Sommer Biathletinnen und -athleten aus anderen Ländern in Quarantäne waren, konnte das Schweizer Spitzensport-RS-Team mit Amy Baserga, Niklas Hartweg, Nico Salutt und Gion Stalder dank eines Schutzkonzepts unter anderen unter der Leitung von Swiss-Ski-Trainer Gion-Andrea Bundi mit anderen aus der Schweizer Mannschaft optimal auf den Anlagen des Bundes in Andermatt trainieren. «Wir sind eine kleine, aber glückliche Biathlon-Familie in der Schweiz», sagt Amy Baserga, die im Frühjahr vor RS-Beginn die KV-Lehre abgebrochen hat. Zu viele Gedanken macht sie sich darüber nicht. Im wahrsten Sinne des Wortes im Visier hat sie die nächsten Grossereignisse: «Ja, die Olympischen Spiele 2022 in Peking sind jetzt schon ein Ziel», antwortet sie auf die entsprechende Frage.