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Armeeköche im Einsatz

Während der vergangenen zwölf Monate haben im Hintergrund die vielen Küchenfunktionäre der Schweizer Armee im Assistenzdienst und in den Schulen die Verpflegung sichergestellt. Damit haben sie einen wichtigen Teil zur erfolgreichen Erfüllung der Aufträge im Rahmen des Einsatzes «CORONA 20» beigetragen.

09.03.2021 | Kommunikation Verteidigung, Christoph Merki

Die Fachkurse für Truppenköche wurden dezentral durchgeführt, wie hier in Aarau mit dem Klassenlehrer Adjutant Unteroffizier Lukas Kühni. © VBS/DDPS, Ausbildungszentrum Verpflegung

Nach dem Bundesratsbeschluss Anfang März 2020 betreffend die Unterstützung der zivilen Behörden durch die Armee ging es schnell. Soldaten wurden aufgeboten und die Rekrutenschulen verlängert. Hinzu kam für die Angehörigen der Armee erschwerend eine Urlaubssperre. Über mehrere Wochen konnten die Kader und Soldaten nicht nach Hause. Nebst dem logistischen Aufwand, wie zum Beispiel dem Waschen der Kleider, waren diese Umstände auch für die Moral eine Herausforderung. Nebst vielen anderen engagierten Armeeangehörigen haben dabei vor allem die jeweiligen Küchenmannschaften eine tragende Rolle gespielt: Mit ihrer Arbeit haben sie einen grossen Teil zur Aufrechterhaltung der Moral der Truppe beigetragen.

In Krisen Chancen erkennen

Um die Ausbildung der neuen Küchenfunktionäre in Übereinstimmung mit den geltenden Hygiene- und Schutzmassnahmen durchführen zu können, wurden die Fachkurse für Truppenköche und Küchenlogistiker in Zusammenarbeit mit den Spezialisten des Ausbildungszentrums Verpflegung (Ausb Zen Vpf) neu dezentral in den jeweiligen Küchen der Schulen durchgeführt. Damit konnte die hohe Qualität der Ausbildung der Küchenfunktionäre durch die Spezialisten des Ausb Zen Vpf und somit der Wissenstransfer nachhaltig sichergestellt werden. Durch die Anwesenheit der Mitarbeiter des Ausbildungszentrums Verpflegung in den Waffenplatzküchen konnte nicht nur die Grundausbildung sichergestellt, sondern auch die Ausbildungsunterstützung der abverdienenden Kader im Bereich Verpflegung intensiviert werden.

Brunch am Sonntag

Während die Einsätze im Rahmen des Assistenzdiensts in Spitälern oder an der Landesgrenze grosse Aufmerksamkeit auf sich zogen, flackerte das mediale Scheinwerferlicht an den engagierten Küchenchefs, Truppenköchen und Küchenlogistikern meist vorbei. Trotzdem haben sie es verstanden, mit viel Herzblut für die uniformierten Helferinnen und Helfer dreimal täglich eine gute, gesunde und auch sättigende Mahlzeit zu zaubern. Damit wurde, natürlich nebst anderen begleitenden Massnahmen, die Durchhaltefähigkeit der Armee sicherlich massgeblich positiv beeinflusst. Die Verpflegung musste, aufgrund der Urlaubssperre, zusätzlich auch am Wochenende sichergestellt werden. Oftmals haben sich die Küchenchefs am Sonntag besonders ins Zeug gelegt und mit einem Brunch aufgewartet. Mit ihrer Arbeit, ihrem Engagement und der gezeigten Leidenschaft haben die Küchenmannschaften somit für eine gute Moral sowie für einen guten Teamspirit bei der Truppe gesorgt und damit ihren Beitrag zum Erfolg des Einsatzes «CORONA 20» geleistet.

Zusätzliche Unterstützung wurde aufgeboten

Die personellen Ressourcen der Küchenmannschaften im Einsatz waren begrenzt. Damit die Durchhaltefähigkeit an sieben Tage die Woche sichergestellt werden konnte, wurde am 6.April 2020 Verstärkung angefordert. Durchdiener, welche ihre Dienstzeit bereits absolviert hatten, wurden wieder aufgeboten. Denn nach Beendigung der Ausbildungsdienstpflicht können Durchdiener bei Bedarf noch während sieben Jahren von der Armee mobilisiert werden. Für viele kam der Marschbefehl im Frühling 2020 überraschend. Dennoch konnte die Sinnhaftigkeit des Einsatzes und die meist relativ kurze Vorlaufzeit von der Vorinformation bis zum Einrückungsdatum von den meisten aufgebotenen Armeeangehörigen nachvollzogen werden. Es hat sich gezeigt, dass das System funktioniert und sich auch bewährt. Zusätzlich haben sich auch zahlreiche Freiwillige gemeldet, um die Küchenmannschaften im Assistenzdienst zu unterstützen. Durch den Einsatz der Durchdienenden ebenso wie der Freiwilligen konnte die Verpflegung auch in der Krise und unter widrigen Umständen jederzeit sichergestellt werden, nicht zuletzt dank des grossen Engagements der jeweiligen Küchenfunktionäre.

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