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Auf zu neuen Abenteuern – Schulsekretär geht in Pension

Nach über 12 Jahren am Ausbildungszentrum Verpflegung hatte der Schulsekretär Ueli Aeschbacher am letzten Freitag seinen letzten Arbeitstag und kann ab heute den wohlverdienten Ruhestand geniessen. Eine kurze Hommage an den unermüdlichen und engagierten Koordinator im Hintergrund.

03.08.2020 | Kommunikation Ausbildungszentrum Verpflegung

Der Schulsekretär des Ausbildungszentrums Verpflegung, Ueli Aeschbacher, lenkte das administrative Geschick des Kommandos mit grossem Engagement.
Der Schulsekretär des Ausbildungszentrums Verpflegung, Ueli Aeschbacher, lenkte das administrative Geschick des Kommandos mit grossem Engagement.

Altehrwürdig steht das dreistöckige Häuschen auf dem Waffenplatz Thun. Auf der einen Seite beste Aussicht auf das Stockhorn, auf der anderen schweift der Blick über die Stadt und das Schlösschen. Diese Idylle wurde in den letzten knapp 13 Jahren geprägt von einem Mann im Hintergrund: Ueli Aeschbacher. Bei ihm liefen die Fäden und Telefonleitungen, Faxnachrichten und E-Mails zusammen. Der Name jeder und jedes militärischen Küchenfunktionärs in dieser Zeit ging über Ueli Aeschbachers Pult und wurde im System elektronisch richtig zugeordnet. Der Schulsekretär war jedoch immer auch auf Platz, wenn die neuen Kursteilnehmer einrückten. Er überprüfte die Kontaktangaben auf den Notfallzetteln und Adresslisten. Der ganze administrative Berg wurde von Ueli Aeschbacher über die Jahre laufend abgetragen, ja manchmal schien es auch, als ob er einer der wenigen sei, der auch Berge versetzen kann (zumindest in Papierform). Als wichtige Stütze des Kommandos hat sich der gelernte Metzger nie in den Vordergrund gestellt und dennoch wussten alle, welchen Mehrwert der Schulsekretär für den reibungslosen Betrieb des Kommandos generierte. Auf Ueli war immer Verlass. «Es hat mich immer fasziniert, wie hier am Ausbildungszentrum Verpflegung zum Teil harte Diskussionen geführt werden konnten, wir aber dennoch oder vielleicht genau wegen dieser direkten Art, eine eingeschworene Einheit waren», meinte Aeschbacher durchaus wohlwollend.

 

Joker in Zivil
Insgesamt vier Kommandanten erlebte Ueli Aeschbacher während seiner Zeit beim Ausbildungszentrum Verpflegung. Auch sonst sei die Zeit nicht stehengeblieben. «Als ich hier begonnen hatte, wurde das Buraut-Computersystem erst eingeführt», erinnerte er sich. Als «Rufer in der Wüste» habe er versucht, eine Struktur in den aufkommenden elektronischen Datenfluss zu bringen, was manchmal besser und manchmal weniger gut funktioniert habe. Das Kommando sei auch damals noch viel kleiner gewesen, was manchmal den Dienstweg verkürzt habe. Als Schulsekretär pflegte er eine enge Zusammenarbeit mit der Schulkanzlei, die mit Milizpersonal besetzt ist. «Der Kontakt mit den Schülern und den Büroordonnanzen bereicherte meinen Alltag sehr», erzählte er rückblickend. Dadurch habe er sich ein gutes und auch sehr positives Bild der jungen Generation machen können. Hatte ein Kursteilnehmer oder ein Milizsoldat ein Problem, Ueli hatte immer ein offenes Ohr und half wo er konnte, hörte manchmal auch einfach zu. «Es gab auch schon Anwärter, die einfach einmal Dampf ablassen wollten», schmunzelte er, «als Zivilangestellter nahm ich im gesamten Gefüge sowas wie eine Jokerrolle ausserhalb der militärischen Hierarchie ein.»

 

Öltanker und Drucker
«Man braucht in einem Bundesbetrieb manchmal etwas Geduld, um eine Idee zu realisieren», hat er schon früh bemerkt, «es lohnt sich jedoch dran zu bleiben, ein Öltanker kann ja auch keinen Kurzschwung machen.» Dies gelte auch für die Suche nach Lösungen bei Schwierigkeiten. Lösungen fand Ueli jedoch meistens, nicht zuletzt auch dank seines, mit der Zeit aufgebauten grossen Netzwerkes. Er wusste wie mit widerspenstigen Druckern umzugehen ist und schaffte es immer wieder, die unterschiedlichsten Datenlieferungen pragmatisch in die benötigte Form zu bringen.

 

Berggipfeln und der Kulinarik verbunden
Heute nun beginnt für Ueli Aeschbacher mit dem ersten Tag in der Pension ein neuer Lebensabschnitt. Statt mit Formularen und Excel-Tabellen kann er sich nun durch die wunderschöne Schweizer Natur und auf hohe Berggipfel kämpfen, seine grosse Leidenschaft. Auch freue er sich, nun wieder mehr Zeit für spannende Bücher zu haben. Die kulinarische Verbundenheit bleibe aber sicher bestehen. «Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, als Koch zu unterstützen», verrät Aeschacher. Auch von Zeit zu Zeit seine eigenen Würste herzustellen könne er sich vorstellen.

Eine Pensionierung eignet sich zudem bestens, zurückzublicken und eine Bilanz über die vergangenen Jahre zu ziehen. Aeschbacher sinnierte zufrieden: «Eigentlich ist es wie am Ende der Militärkarriere, man schaut sehr versöhnlich zurück und die positiven Punkte überwiegen schlussendlich definitiv.»
Das ganze Kommando Ausbildungszentrum Verpflegung wünsch Ueli Aeschbacher, unserem unermüdlichen Schulsekretär, alles Gute für das Rentnerleben, interessante und abenteuerliche Erlebnisse auf seinen kommenden Reisen und eine allseits gute Erinnerung an die Zeit am idyllischen Kommando auf dem Waffenplatz Thun. Merci Ueli!