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Armeekader – eine Chance für die Wirtschaft

Junge Menschen, die in der Armee weitermachen, haben die Möglichkeit, einzigartige Erfahrungen in der Führung und Planung zu sammeln. Eine Erfahrung, deren wahren Wert zivile Arbeitgeber bei Vorstellungsgesprächen oft nur schwer beurteilen können. Um die Vorteile der Kaderausbildung der Armee besser zu verstehen, nahmen Personalfachleute der RUAG-MRO-Schweiz an einer Präsentation in der Kaserne in Kloten teil.

30.09.2019 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

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Oberleutnant Michael Ziereisen, Kompaniekommandant an der Richtstrahlschule 62, erklärt den Gästen seine Arbeit. (Foto © VBS/DDPS)

Was ist ein Zugführer, Kompaniekommandant, Fourier oder Feldweibel? Welche Arbeiten verrichten sie? Welche Fähigkeiten erwerben sie in dieser Funktion? Schwierige Fragen für Personen, die nie Militärdienst geleistet haben. In Vorstellungsgesprächen fällt es den Personalverantwortlichen oft schwer, bei Kandidatinnen und Kandidaten den Nutzen einer Kaderausbildung in der Schweizer Armee zu beurteilen. Um diese Fragen besser beantworten zu können, nahmen am 22. August 2019 31 Fachleute für Personal und Personalentwicklung der RUAG-MRO-Schweiz an einem Präsentationsnachmittag in der Kaserne in Kloten teil. Ziel war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Gesamtüberblick und ein besseres Verständnis der Armee sowie der Arbeit der Kader zu vermitteln.

Was macht ein Mitglied des Kaders? Alles.

Als Auftakt durften die Mitarbeitenden der RUAG-MRO-Schweiz zwei Vorführungen der Inbetriebnahme eines Richtstrahlsystems durch Rekruten der Richtstrahlschule 62 beiwohnen. So konnten sie sich ein klares Bild über den Ausbildungsstand der Rekruten nach nur wenigen Wochen Ausbildung machen. Dann zeigte Schulkommandant Oberst i Gst Martino Ghilardi die wesentlichen Vorteile auf, welche Armeekader der Wirtschaft bringen. Von der Wochenplanung über die Ausbildungskontrolle, die Organisation der Logistik bis hin zur Führung der Truppen sind die Kader an allen Fronten präsent. Dadurch erwerben sie die notwendigen Kompetenzen in der Personalplanung und -führung und lernen, ihre Ziele unter Zeitdruck zu erreichen. Eine einzigartige Erfahrung, die auf der Praxis und nicht auf der Theorie beruht. «Was haben Sie als Arbeitgeber davon? Junge Erwachsene, die bereits über Führungserfahrung verfügen und Verantwortung übernehmen mussten», betonte Oberst i Gst Ghilardi.

Zudem waren ein Oberleutnant, zwei Leutnants und ein Fourier, die gerade ihren Grad abverdienen, anwesend, um in Gruppengesprächen konkret über ihre tägliche Arbeit zu berichten. Oberleutnant Michael Ziereisen erinnerte sich an seine vielen Erfahrungen als Kompaniekommandant: von der Ausbildungskontrolle der einzelnen Züge über das Erlernen der französischen Sprache im Kontakt mit Westschweizern bis hin zur täglichen Bewältigung kleinerer menschlicher Probleme. «Wir haben es mit Menschen zu tun. Auch Zuhören und Mitgefühl gehören zu unserer Arbeit», erklärte er.

Die Armee aus einem anderen Blickwinkel

Am Ende des Nachmittags war das Feedback weitgehend positiv. «Ich hätte nie gedacht, dass die Arbeit der Kader so vielfältig und anspruchsvoll ist», räumte Andrea Feuz, Senior Manager Human Resources, ein. «Wir stellen uns die Armee gerne als sehr strukturiert und wenig im Einklang mit der Zivilgesellschaft vor. Das Bild, das sich uns bot, war jedoch anders. In Zukunft werden wir Kandidaten mit einer Kaderausbildung der Armee aus einem anderen Blickwinkel betrachten.»

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