print preview Zurück zur Übersicht Kommando Ausbildung

Perspektive HR-Spezialisten Kommando Ausbildung

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch. Für jede Stellenbesetzung, von der Ausschreibung bis zum Abschlussgespräch, ist der Bereich Human Resources (HR) zuständig. Im Kommando Ausbildung wird der HR-Bereich von einem bewährten Zweierteam geführt. Im Interview erzählen der Chef Walter Schneider sowie dessen Stellvertreterin Caroline Lüthi von ihren Aufgaben und Idealen.

16.09.2019 | Kommunikation Verteidigung, Ruth van der Zypen

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Walter Schneider und Caroline Lüthi: Sie bilden ein erfolgreiches Tandem-Team in der Leitung Human Resources, Kommando Ausbildung. (Fotos: Alex Kühni VBS / DDPS )


Interview von Ruth van der Zypen und Helen Alt

Herr Schneider, Sie und Frau Lüthi bilden seit Jahren ein erfolgreiches HR-Tandem. Wie sieht diese Zusammenarbeit im Alltag aus?

Walter Schneider: Wir pflegen einen täglichen Austausch und haben dementsprechend ein gutes Vertrauensverhältnis. Ich fokussiere mich auf den Chef und die Geschäftsleitung generell. Dabei wollen wir das Kommando Ausbildung strategisch positionieren. Caroline Lüthi betreut den Stab und das operative Geschäft.

Caroline Lüthi: Für mich ist es spannend, stellvertretende Chefin, aber immer noch HR-Beraterin zu sein. Dafür ist es natürlich wichtig, dass ich weiss, was läuft. Als Frau habe ich möglicherweise eine andere Wahrnehmung zu bestimmten Themen, hierin versuche ich etwas beizutragen.

Walter Schneider: Das ist für mich sehr wertvoll, beispielsweise, wenn es um Empathie geht. Gerade in unserem Umfeld in der Armee, wo der Frauenanteil noch sehr klein ist.

Wie würden Sie Ihren Job einer Schülerin oder einem Schüler beschreiben?

Caroline Lüthi: Wir begleiten den ganzen Anstellungsprozess. Dieser dauert vom Moment an, wo wir jemanden suchen, bis zum Zeitpunkt, an dem die Person wieder die Stelle verlässt, ob durch Kündigung oder Pensionierung.

Walter Schneider: Wir erbringen in beratender Funktion der Linie eine Dienstleistung. Ziel ist es, die richtigen Personen zu finden und diese auch bei uns zu behalten.

Verkaufen Sie Ihr Produkt gerne?

Caroline Lüthi: Auf jeden Fall! Gerade im zivilen Bereich wie hier im Stab haben wir ein sehr vielfältiges Angebot. Wir bieten Stellen für Personen mit wenig Erfahrung, die sich noch im Aufbau befinden, aber auch Stellen für Personen mit sehr spezifischem Wissen und entsprechend gutem Lohn. Man hat hier viele Entwicklungsmöglichkeiten und gute Anstellungsbedingungen mit flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit. Zudem bieten wir im Kommando Ausbildung Stellen in allen Sprachregionen der Schweiz.

Herr Schneider, wenn Sie jetzt als Chef 80% arbeiten möchten, wäre dies möglich?

Walter Schneider: Ja, das wäre absolut möglich. Für mich gäbe es auch andere Ansätze…

Caroline Lüthi: Er möchte gerne eine Jobrotation machen!

Walter Schneider: Genau! (lacht) Caroline Lüthi könnte jeweils für einige Wochen die HR-Leitung übernehmen und ich ihre Stellvertretung. Wir sind grundsätzlich offen dafür. Auch im militärischen Segment: Bis vor zwei Jahren war Teilzeitarbeit ein Tabuthema. Die heutigen Führungskräfte suchen mehr Balance. Früher erwartete man, dass der Mitarbeiter immer da war. Ich finde, wir müssen die alten Strukturen aufbrechen und andere Modelle ermöglichen. Insbesondere, da uns die technischen Möglichkeiten heute viel mehr erlauben: Stichwort mobiles Arbeiten.

Sie wollen Tabus und Traditionen brechen?

Walter Schneider: Dies ist generell ein Thema in der Schweizer Armee. Wir müssen auch als Arbeitgeberin und als Armee moderner werden, da sich die Gesellschaft ändert. Vielleicht sollten in der Rekrutenschule die Regeln an die Bedürfnisse der jungen Leute angepasst werden, soweit dies mit dem Dienstbetrieb vereinbar ist. Wer in die RS kommt, ist auch ein potenzieller zukünftiger Arbeitnehmer von uns, daher sollten wir schon dort die Leute gewinnen, indem wir veraltete Regeln ändern.

Caroline Lüthi: Was mir manchmal auffällt: Ein Mann, der Teilzeit arbeiten will, gilt für einen Teil der älteren Generation entweder als nicht ernsthaft genug oder als Weichei. In den Schulen dürfen auch die Rekruten sehen, dass ein Berufsoffizier oder -unteroffizier zum Beispiel am Freitag abwesend ist, um zu seinen Kindern zu schauen. Ein Umdenken ist auch hier nötig und begrüssenswert. Das würde von Vielen sicher positiv aufgenommen.

Walter Schneider: Unmöglich ist es nicht, es ist nur eine Frage der Organisation.

Konkret zum Bewerbungsprozess: Muss man selber militärische Erfahrung haben, um sich im Kommando Ausbildung bewerben zu können?

Caroline Lüthi: Aufgrund von Qualifikationen und Persönlichkeit kann eine Person durchaus ohne militärische Erfahrung für eine bestimmte Stelle ausgewählt werden.

Walter Schneider: Frau Lüthi und ich versuchen jeweils das Anforderungsprofil zu öffnen. Wir sensibilisieren die Linie, die militärische Ausbildung nur für diejenigen Stellen zu verlangen, wo sie absolut nötig ist. Die Chefs sollen sich bewusst sein, dass sie Bewerberinnen und Bewerber ausschliessen und sich einschränken, wenn sie dies immer voraussetzen. Wie schon gesagt, unsere Aufgabe ist es, die Chefs zu beraten. Wir sehen beispielsweise das Wort «wünschenswert» nicht gerne. Entweder ist es eine Bedingung, oder wir lassen es weg. Denn wünschenswert ist eigentlich alles!

Stimmt das Klischee, dass ein Personalverantwortlicher sich das CV genau 10 Sekunden lang anschaut?

Caroline Lüthi: Nein, ganz und gar nicht. Ich schaue als Erstes auf die Gestaltung des Lebenslaufs. Hat sich eine Person Mühe gegeben beim CV, steht Genaueres zu den Fähigkeiten einer Person? Die Bewerber sollen aus dem Gespräch merken, dass man sich mit ihrem Dossier befasst hat.

Darf das Bauchgefühl entscheiden?

Caroline Lüthi: Das Bauchgefühl spielt immer mit, bei den Vorgesetzten sogar noch mehr als bei mir. Ich versuche mich nur dann einzubringen, wenn ich denke, dass aus dem Gefühl heraus andere Faktoren vielleicht zu wenig beachtet werden. Das ist allerdings selten der Fall. Spannend ist immer, wenn man beispielsweise nach Gesprächen mit vier Kandidaten eine Prioritätenliste macht und bei den Vorgesetzten, dem bisherigen Stelleninhaber und mir selber die Liste gleich herauskommt.

Walter Schneider: Mir ist wichtig, dass wir genau deswegen von Anfang an den Prozess begleiten. Es fängt schon mit dem Inserat an; dass wir Einfluss nehmen können bezüglich Anforderungen und Kompetenzen, die gesucht sind. Die Linie bringt den fachlichen Teil ein, wir eher die weiteren Kompetenzen. Durch einen guten Austausch und eine gute Diskussion wird für den Vorgesetzten sicher der Entscheid einfacher.

Frau Lüthi, was sehen Sie gerne bei Kandidatinnen und Kandidaten?

Caroline Lüthi: Für mich sollte sich eine Kandidatin oder ein Kandidat interessiert und engagiert zeigen. Ich schaue etwa darauf, ob sie oder er einen Notizblock und ein Schreibzeug benützt, das heisst, sich auf das Gespräch vorbereitet hat und ob die Antworten zur Person detailliert ausfallen.

Man wird als Bewerber also von Ihnen nicht hart ins Kreuzfeuer genommen?

Caroline Lüthi: Überhaupt nicht! (lacht) Allerdings gebe ich mich auch nicht zu schnell mit einer Antwort zufrieden und frage jeweils nach einem konkreten Beispiel für eine Aussage.

Gibt es ein No-Go beim Gespräch, etwa Nervosität?

Caroline Lüthi: Nein, das wird nicht negativ gewertet aus meiner Erfahrung. Zu spät kommen sollte man allerdings nicht oder zu wenig Zeit einberechnen für das Gespräch.

Zurück zum Gesamtüberblick über die Stellen im Bereich Kommando Ausbildung, Herr Schneider: Welche Herausforderungen erwarten Sie zukünftig im Stellenbereich?

Walter Schneider: Lohnreduktionen müssen wir vorderhand nicht erwarten, eher könnten die Lohnnebenleistungen tangiert werden. Die berufliche Vorsorge ist ein Thema, das uns weiter beschäftigen wird. Umwandlungssatz und Zinsen werden immer wieder diskutiert werden. Allgemein sind wir gleichgeschaltet mit den anderen Bundesdepartementen: Was für sie gilt, gilt für uns.

Welche Botschaft möchten Sie potenziellen neuen Arbeitnehmern überbringen?

Caroline Lüthi: Wir sind eine gute Arbeitgeberin, haben viele verschiedene Stellen, spannende Aufgaben und sind gut aufgehoben hier.

Walter Schneider: Aus meiner Sicht ist es eine edle Aufgabe, wenn man etwas zur Sicherheit des eigenen Landes beitragen kann. Wir haben gute Teams, eine angenehme Zusammenarbeit und erleben die Stimmung als sehr gut. Unser Motto sagt es eigentlich: Der Erfolg beginnt bei uns!