print preview Zurück zur Übersicht Kommando Ausbildung

Die Zukunft des Landes

«Together stronger» war zu Beginn der Veranstaltung auf die Wand hinter der Bühne projiziert. Den Zusammenhalt im Offizierskorps fördern war denn auch eines der Ziele des Tages der Offiziers-Aspiranten in Bern am 12. April 2019. Der Einladung des Lehrverbandes Logistik und der Logistik Offiziersschule 40 waren rund 400 Aspirantinnen und Aspiranten gefolgt.

12.04.2019 | Kommunikation Verteidigung

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Für viele Neuland: Das Kommando Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung

Auf dem Programm standen nebst Reden auch ein Postenlauf. An acht Stationen rund um die Kaserne präsentierten sich Lehrverbände und Kompetenzzentren mit Informationen und Vorführungen. Horizonterweiterung und die Armee als grösseren Organismus erleben war die Idee, Austausch und zusammen etwas erleben ein zusätzliches Plus.

Aber der Beginn der Veranstaltung gehörte dem Chef der Armee, Korpskommandant Philippe Rebord. Er sei angefragt worden, eine Stunde lang Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Somit war der Reigen eröffnet, an Fragen mangelte es nicht. Was er von der heutigen Jugend halte, diese werde ja öfters als egoistisch und faul bezeichnet, wollte jemand wissen. Oder ob er einen typischen Tagesablauf eines CdA schildern könne? Wie es um den Einsatz der Schweiz in der internationalen Friedensförderung bestellt sei und wo das Projekt Air 2030 im Moment stehe, waren weitere Fragen.
Im Vergleich mit seiner Generation, den 68ern, beobachte er unter der jungen Generation weniger Egoismus, dafür mehr Altruismus, so KKdt Rebord. «Ich bin Optimist. Wir brauchen Junge, die die Gegenwart widerspiegeln, um das Land weiterzubringen», erklärte er. Einen typischen Tages- oder Wochenablauf fasste der Chef der Armee kurz zusammen: rund 10 Sitzungen pro Tag, eine 80-Stunden-Woche, einen Tag pro Woche frei. «Ähnlich wie ein Politiker», so der Chef der Armee. Zu den Auslandskontingenten antwortete der Korpskommandant, dass die Schweizer Armee die Kontingente von aktuell rund 250 auf 500 Soldaten aufstocken werde. Die Armeeführung sei mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) dabei, eine zweite, strategisch sinnvolle Mission zu suchen. Zum Thema Air 2030 erläuterte KKdt Rebord den Fahrplan, von den aktuell stattfindenden Flugzeugevaluationen bis zu einer wahrscheinlichen Volksabstimmung Ende 2020 oder Anfang 2021. Im Gegensatz zur Gripen-Abstimmung sei die Fragestellung dieses Mal eine andere, so Rebord: «Es geht um die Frage, ob wir eine Luftwaffe wollen oder nicht.»
Nach diesem Austausch dankte der Chef der Armee den Anwesenden für ihr Engagement. «Die Offiziersschule ist die beste Zeit ihrer Ausbildung», beschwor er die Aspiranten. «Probieren sie aus, riskieren sie etwas.»

Bevor am Nachmittag Oberst i Gst Stefan Holenstein, Vorsitzender der Schweizer Offiziersgesellschaft, auftrat um den Anwesenden seinen Verband vorzustellen, stellte sich KKdt Daniel Baumgartner ans Rednerpult.
«Sie sind die Besten», brachte es der Chef Kommando Ausbildung schon im ersten Satz auf den Punkt. Er befand, dass die Fragen an den CdA sehr zuvorkommend gewesen seien. «Ich habe andere Fragen erwartet: Warum haben wir keine Einzelzimmer, weshalb gibt es nicht mehr Sold oder mehr Anerkennung in der Gesellschaft. Anerkennung und Respekt, welche sie verdienen.» KKdt Baumgartner betonte, dass alle Anwesenden genauso wie ihre Unterstellten im Ernstfall unter Einsatz ihres Lebens Dienst leisten würden. «Und deswegen ist es mir wichtig, dass Sie respektiert werden, denn Sie sind die Zukunft des Landes.» Er erwarte, dass sie gute Vorgesetzte seien. «Stehen Sie für Ihre Rekruten und Soldaten ein», so Baumgartner. Einen guten Chef zeichne aus, dass er die Stärken und nicht die Schwächen der ihm Unterstellten unterstreiche. Und dass er sich in turbulenten Zeiten vor seine Leute stellen würde. Auch er bedankte sich bei den Of-Aspirantinnen und -Aspiranten. «Ich bin froh, Leute wie Sie an Bord zu haben.»

Ähnlich sah es Oberstleutnant Jean-Baptiste Thalmann, Kommandant der Log Of Schule 40, am Rande der Veranstaltung: «Wenn ich diese Leute sehe, habe ich ein gutes Gefühl für unsere Armee. » Der Saal sei gefüllt mit offenen und motivierten jungen Menschen. Für ihn sei Kameradschaft ein zentraler Punkt, darin unterscheide sich die Armee klar vom Zivildienst. «Der Tag ist gelungen, wir haben das Ziel erreicht.»

Auch Wachtmeister Gian Carlo Branda und Abraham Iseli, abverdienende Offiziere der Inf OS und der FU OS, konnten nach dem Postenlauf das Fazit von Oberstlt Thalmann nur bestätigen. «Es war spannend für mich, andere Aspekte der Armee kennenzulernen», sagte Wm Iseli. Insbesondere die Demonstrationen und Informationen der Spezialisten der Kampfmittelräumung hatten es ihm angetan. Für Wm Branda war der Tag positiv, weil er sich mit den wenigen Tessiner Aspiranten austauschen konnte. «Und ich habe mehr über die SWISSCOY erfahren und kann mir einen Auslandseinsatz durchaus vorstellen.»