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Lebensmittelinspektor zieht positives Fazit

Wie im Zivilen werden die Küchen und die Hygienemassnahmen im Militär regelmässig von Experten überprüft. Beim Ausbildungszentrum Verpflegung in Thun hat dies der Chef des Lebensmittelinspektorats der Armee höchstpersönlich übernommen und konnte den Teilnehmern des Fachkurses für Küchenchefkandidaten ein gutes Zeugnis ausstellen.

05.04.2019 | Kommunikation Ausbildungszentrum Verpflegung

Oberst Paul Boss (l.) hat bei seiner Stippvisite auch praktische Tipps für die Küchenchefkandidaten
Oberst Paul Boss (l.) hat bei seiner Stippvisite auch praktische Tipps für die Küchenchefkandidaten

 

Der militärische Ernstfall, darauf werden die jungen Schweizer Frauen und Männer unter anderem in der Rekrutenschule vorbereitet und trainiert. Darunter auch die angehenden Truppenköche. Diese leisten jedoch fast ab dem ersten Tag der RS einen Ernsteinsatz. Sie helfen mit, dass ihre Kameraden pro Tag drei gute, gesunde und genügende Mahlzeiten geniessen können. Damit dieses zum Teil auch herausfordernde Ziel erreicht werden kann, müssen viele Faktoren stimmen und werden regelmässig überprüft. Die Hygiene spielt dabei eine wichtige Rolle.

Gleiche Massstäbe wie im Zivilen

Während des Fachkurses für Küchenchefkandidaten beim Ausbildungszentrum Verpflegung in Thun bekamen die Kandidaten daher offiziellen Besuch von Oberst Paul Boss. Auf seiner Stippvisite durch die stationären Küchen sowie auf den mobilen Verpflegungssystemen entging dem Experten nichts. Als Chef des Lebensmittelinspektorates der Armee (LIA) kontrollierte Boss, ob die Hygienevorschriften von den Fachkursteilnehmern fachgerecht umgesetzt werden. Solche Kontrollen führt er seit nun mehr als 20 Jahren durch, und das nicht nur im Militär. Im Zivilen als Chef des Lebensmittelinspektorats des Kantons Bern amtend, kann Boss ebenfalls auf eine langjährige Erfahrung bauen, er kennt die Tücken und weiss, worauf er achten muss. Dazu gehören nebst der korrekt ausgefüllten Selbstkontrolle das hygienische Verhalten der Köche sowie die Prozesse und Tätigkeiten – also der richtige Umgang mit den Lebensmitteln bis hin zur fachgerechten Entsorgung. «Im Militär gelten dieselben Massstäbe wie im Zivilen, wenn nicht sogar verschärfter», erklärte Boss und begründete, «wir wollen eine zufriedene und vor allem gesunde Truppe haben. » Daher seien solche Kontrollen wichtig. Doch er kontrolliere nicht nur, sondern habe auch eine didaktische Aufgabe und gebe den jungen Küchenfunktionären immer auch Verbesserungshinweise und hilfreiche Tipps mit auf den Weg.

«Durchs Band gut gearbeitet»

«Die Professionalität im Hygienebereich ist im Vergleich zu früher viel besser geworden», erklärte Boss während seines Rundgangs von Klasse zu Klasse. Die Rekrutierung von Profis aus der Lebensmittelbranche für die Funktion des Truppenkochs hätten diese Entwicklung sicherlich unterstützt. Auch bei diesem Besuch in Thun konnte Boss keine gravierenden Mängel feststellen. «Es wurde durchs Band gut gearbeitet», zog er vor versammelter Mannschaft eine lobende Bilanz. Er nutzte die Gelegenheit gleichzeitig, den Militärköchen einen wichtigen Punkt nochmals nahezulegen, nämlich das regelmässige Händewaschen. «Das Händewaschen ist das A und O in der Küche», meinte er mit Nachdruck. Wären obligatorische Handschuhe eine bessere Lösung? «Nein», unterstrich Boss, «Handschuhe können eine falsche Sicherheit vermitteln und sollten so wenig wie nötig verwendet werden.» Denn saubere Hände seien hygienischer als schmutzige Handschuhe, erklärte Boss weiter. Zum Schluss hatte der Lebensmittelinspektor auch noch einen praktischen Tipp für die Rekruten parat, nämlich unter welchen Umständen die Funktionsfähigkeit des Thermometers überprüft werden könne. «Eiswasser kann als Referenz für 0°C verwendet werden», erklärte Boss und beendete seinen Kurzbesuch beim Ausbildungszentrum Verpflegung durchwegs positiv gestimmt.