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Truppenkoch wird zum besten Commis de Cuisine gekürt

Bei der Verleihung des Goldenen Kochs bekam der Gefreite Silvan Oswald von der fachkundigen Jury für seine fachlich hervorragende und unterstützende Arbeit den Siegerpreis verliehen. Der als Durchdiener in Payerne Dienst leistende Truppenkoch möchte auch in Zukunft seiner Branche treu bleiben.

26.02.2019 | Kommunikation Ausbildungszentrum Verpflegung

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Für seine hervorragende Arbeit und Unterstützung wurde Gefreiter Silvan Oswald zum besten Commis de Cuisine gekürt.

Wenn facettenreiche Kreativität auf überragende Kochkunst trifft, ist Begeisterung vorprogrammiert. Genau dies haben die sechs Finalisten am Goldenen Koch, der Schweizer Kochkunstmeisterschaft, während jeweils über fünf Stunden zelebriert. Dieser Kochevent der Extraklasse lockte rund 1200 Kenner der Branche in den Kursaal Bern, welche in den eigens installierten Küchen hautnah bei der Entstehung der kulinarischen und visuellen Leckerbissen dabei sein konnten. Im Fokus standen dabei natürlich die Finalisten, die sich die Trophäe und den Titel «Goldener Koch» erringen wollten. Etwas im Schatten des Rampenlichts aber nicht minder beteiligt am Endresultat wirbelten die persönlichen Commis de Cuisine im Hintergrund. Während Monaten haben auch sie trainiert und sich auf den Final vorbereitet. Unter den stillen Helfern war auch der 20 jährige Silvan Oswald. Als Commis unterstützte er Lukas Schär, der als Küchenchef seinen Militärdienst absolvierte. Schär wurde zwar nicht als Goldener Koch ausgezeichnet, jedoch als Publikumsliebling geehrt. Auch sein Commis kam in den Genuss des Scheinwerferlichtes. Silvan Oswald wurde von der Jury als bester Commis de Cuisine ausgezeichnet. Das Spezielle der Geschichte ist: Der Gefreite Oswald absolviert im Moment seinen Militärdienst als Durchdiener in der Waffenplatzküche Payerne.

«Einander helfen und respektieren»

Mit der Goldmedaille um den Hals und dem Siegerpreis in den Händen verfolgte Silvan Oswald auf der Bühne die Verleihung des Goldenen Kochs an Ale Mordasini sodann mit gemischten Gefühlen, wie er später erzählte. «Wir haben teilgenommen, um den Goldenen Koch zu gewinnen und nicht als bester Commis ausgezeichnet zu werden», bemerkte er doch etwas enttäuscht. Nach einem nachdenklichen Innehalten fügte er bescheiden an: «Sicher ist es ein Leistungsausweis, ein Zeichen, dass man etwas richtig gemacht hat.» Vollumfänglich hat er die hohe Auszeichnung so kurz nach der Siegerehrung noch nicht fassen können. Doch die Gratulationen und das plötzliche Interesse der Medien haben seine Leistung zusätzlich unterstrichen.

Auf den Lorbeeren ausruhen konnte sich der talentierte Jungkoch jedoch nicht. Schon am Dienstag hiess es wieder Einrücken nach Payerne, wo er noch bis zum 17. April als Truppenkoch Dienst leistet. «Ein solches Menü wie wir heute gekocht haben, werde ich halt für meine Kameraden nicht hinkriegen, dafür bräuchte ich wohl drei Wochen», schmunzelte er, «es ist halt ganz was anderes, an einem solchen Wettbewerb oder für rund 370 Personen zu kochen.» Wenn auch nicht ein Sternemenü aufgetischt wird, der Gefreite Oswald ist mit Leib und Seele Koch und bringt sein Können auch in der Waffenplatzküche ein. Dabei sei jedoch das Team entscheidend, wie er betonte. «Nur zusammen geht es vorwärts, wenn man einander hilft und sich gegenseitig auch respektiert.» Seine Militärzeit sieht Oswald als gute Lebenserfahrung, gewinnbringend auch für seinen weiteren Lebensweg. Vor allem den Durchhaltewillen und die Kameradschaft nehme er aus dieser Zeit mit.

Unterstützung von Vorgesetzten

Dankbar zeigte er sich hinsichtlich seiner Teilnahme am Goldenen Koch bezüglich der gezeigten Flexibilität seiner Vorgesetzten, welche das ganze Abenteuer überhaupt ermöglichten. In den letzten zwei Monaten vor dem Wettkampf trainierte er zusammen mit Lukas Schär wöchentlich. Am Montag wurde vorbereitet, am Dienstag gekocht. «Ich bin immer gependelt», erzählte er, «nach Schüpberg für den Testlauf und für die Übernachtung wieder zurück in die Kaserne.»

Nach seinem Militärdienst wird Oswald noch bis zum Sommer beim Cateringunternehmen seines Vaters arbeiten, bevor er weitere Projekte angehen will. «Ich empfinde es als Abenteuer, immer unterwegs zu sein», erklärte er. Auch im Bereich Management möchte er sich weiterbilden. Er ist überzeugt, dass mit einer guten Ausdauer und grosser Motivation viel erreicht werden kann. «Wenn man ein Bild im Kopf hat, klappt es», ist er sicher und lächelt, «manchmal muss man halt auch mit dem Grind durch die Wand.»

Noch ist eine eigene Teilnahme am Wettbewerb für den Goldenen Koch in weiter Ferne. Viel mehr möchte Oswald erst einmal die Schweizer Gastronomie aufwirbeln. «Mit einem Ort in stimmiger Atmosphäre für jung bis alt, mit Events und schmackhaftem Angebot zu einem angemessenen Preis», verrät er sein angedachtes Konzept. Dank dem unter anderem im Militär angeeigneten Durchhaltewillen und seinem innovativen Engagement wird der Name des talentierten Kulinarikers sicherlich in naher Zukunft in der Schweizer Gastroszene wieder aufblitzen.