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Schule fertig – wie weiter? Lehre, Studium, oder doch Armee?

Die Frage, wie es nach der obligatorischen Schulzeit weitergehen soll, beschäftigt Schüler und Schülerinnen genauso wie Eltern und Lehrer. Um es ihren Schützlingen etwas einfacher zu machen, hat die Stiftsschule Kloster Einsiedeln einen Studieninformationstag organisiert. Mit dabei waren ein Wachtmeister und ein Leutnant der Schweizer Armee.

31.10.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Leutnant Andrina Vogt: Wo, wenn nicht in der Armee, kann ich mit 20 Jahren 40 Menschen führen?

"Mein Vater hat die immer aus dem Militär mitgebracht", lacht ein etwa zwölfjähriger Junge, als ihm Wachtmeister Yannick Schwizer ein paar Militärbiskuits mit auf den Weg gibt. Die sogenannte "Gartenhalle" der Stiftsschule Einsiedeln, in dem Wachtmeister Schwizer und Leutnant Andrina Vogt einen Tisch mit Infobroschüren, Militärschokolade und -biskuits aufstellen, ist Aufenthaltsraum und Durchgangszimmer zugleich.

Aber los geht der Studieninformationstag für die Fünftklässler des Gymnasiums Stiftsschule Kloster Einsiedeln einen Stock höher. Der Prorektor Martin Geiger erklärt vor dem Beginn der Veranstaltung, er wolle den Lernenden die Möglichkeit geben, sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen. Nebst den beiden Vertretern der Schweizer Armee sind auch Studierende eingeladen. "Wir setzen auf die Peer-Funktion", sagt Martin Geiger. "Junge Leute erzählen fast Gleichaltrigen aus ihrem Alltag und können Fragen beantworten."

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Im persönlichen Gespräch Fragen klären: Beat Bregenzer mit Schülern

Als ersten Redner begrüsst der Prorektor Beat Bregenzer vom Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz des Kantons Schwyz. Bregenzer ist verantwortlich für die Orientierungstage und Chef Rekrutierung. Er fasst zusammen, was an einem Orientierungstag und was an einem Rekrutierungstag zu erwarten ist, erklärt Dienstmodelle oder Erwerbsersatz. Danach gibt es eine Fragerunde, bei der auch Leutnant Vogt und Wachtmeister Schwizer Unterstützung geben. Eine Schülerin will wissen, ob im Militär die Frauen immer das Gleiche machen müssen wie die Männer. Leutnant Andrina Vogt kann diese Frage bejahen: "Ausser beim Sporttest, bei dem die Leistungen unterschiedlich bewertet werden, bekommen Frauen keine Spezialbehandlung." In der Schweizer Armee gelte die hundertprozentige Gleichberechtigung. Gleiche Funktion, gleiche Anforderungen, gleicher Verdienst.

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Stösst auf grosses Interesse: der Flyer "Deine Chance – unsere Armee"

Während am frühen Nachmittag Studierende der Unis St. Gallen, Zürich, Luzern, Bern, Fribourg und Basel ihre Studienorte vorstellen, betreuen Leutnant Vogt und Wachtmeister Schwizer ihren Stand in der Gartenhalle. Der 19-jährige Zuger Funkaufklärer Yannick Schwizer ist in der elften Woche der Offiziersschule. 2019 wird er abverdienen und danach ein Machineningenieurstudium beginnen. "Das Weitermachen kann ich nur empfehlen", meint er, "diese Führungs- und Lebenserfahrung ist unbezahlbar!" Leutnant Andrina Vogt sieht das genauso. "Man darf in der Führungsausbildung Fehler machen, ohne schwerwiegende Folgen für den Arbeitgeber. Und wo, wenn nicht in der Armee, bekomme ich mit 19 Jahren einen Zug von rund 40 Soldaten, den ich führen muss?" Die mittlerweile 20-jährige Zürcher Oberländerin ist Zugführerin beim Train, in der letzten Woche der Rekrutenschule. "In meinem Zug sind die Leute teilweise älter als ich, da musste ich von Anfang an bestimmt sein. Ich denke, man muss durchgängig eine harte aber faire Linie haben", fügt sie an. Die positive Rückmeldung in Form von Leistung habe sie spätestens bei der Schlussinspektion erhalten.

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Wachtmeister Yannick Schwizer: Die Uniform gehört zum militärischen Alltag

Ab Mitte Nachmittag werden verschiedene Workshops angeboten zu Studienrichtungen und zum Armeedienst. Bei Andrina Vogt und Yannick Schwizer haben sich sieben Schüler und zwei Schülerinnen angemeldet. Die beiden Uniformierten erzählen aus ihrem militärischen Alltag und beantworten zusammen mit Oberst im Generalstab Theo Casanova Fragen. "Zu Beginn der RS erwartet Euch eine Umstellung vom Kopf auf den Körper", erklärt Vogt. "Lange Tage mit hoher körperlicher Belastung. Ihr könnt nicht mehr essen oder schlafen, wann ihr wollt, sondern zu vorgegebenen Zeiten." Wachtmeister Schwizer nickt: "Ihr verliert ein Stück Individualität, alle tragen Uniform." Aber beide unterstreichen, dass sich ihr Schritt, weiterzumachen, gelohnt habe.

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Martin Geiger, Prorektor: Gestaltet Eure Lebensläufe farbig!

Das letzte Wort des Infotages hat dann der Prorektor, Martin Geiger. "Gestalten Sie Ihre Lebensläufe farbig", ermuntert er die Schülerinnen und Schüler. Auf dem Lebensweg so viel Wissen mitnehmen, wie möglich. Und dazu gehört für den einen oder die andere bestimmt auch eine Kaderausbildung bei der Schweizer Armee.

Flyer "Deine Chance - unsere Armee!"