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Auf der Suche nach Plutonium im Gletschereis

Anlässlich des diesjährigen Wiederholungskurses haben Soldaten des ABC Abwehrlabors 1 zum ersten Mal die Probennahme im hochalpinen Gelände geübt. Der Anlass ist eine Projektarbeit, bei der es darum geht, in Proben von Gletschereis Spuren der weltweit durchgeführten Atomwaffenversuche der 1950er und 1960er-Jahre nachzuweisen.

24.09.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Um sich auf den Einsatz vorzubereiten, absolvierte ein SIBCRA Zug (Sampling and identification of biological, chemical and radiological agents) der ABC Abwehr Laborkompanie 1/3 zu Beginn des Wiederholungskurses eine Gebirgsdienst-Ausbildung bei Spezialisten des Kompetenzzentrums in Andermatt. Ausbildungsinhalte waren einige der Grundtechniken des Gebirgsdiensts: Knoten, sowie das Bewegen in Seilschaften und im Hochgebirge, auch unter ABC-Bedingungen. In der zweiten WK-Woche entnahmen ABC Abwehrsoldaten im Sinne eines Einsatztrainings erste Proben auf dem Rhonegletscher. 

Dabei mussten die gelernten und eintrainierten Techniken der ABC-Probennahme an das besondere Gelände angepasst werden und die Soldaten testeten verschiedene Methoden der Eisprobennahme auf ihre Durchführbarkeit. Aus den daraus gewonnen Erfahrungen konnten spezielle Einsatzverfahren für die ABC-Probennahme im Hochgebirge abgeleitet werden; diese werden in Zukunft auch Bestandteil der Ausbildung der ABC Abwehrtruppen werden. 

Das eigentliche Highlight war am Mittwoch der zweiten WK Woche die Probennahme auf dem Gletscher. Mit drei Rotationen per Super Puma wurden die Probennehmer ins Einsatzgebiet geflogen; innert sechs Stunden entnahmen sie danach total 82 Proben. Dabei wurde vor allem nach Plutonium 239 gesucht, Rückständen von weltweit durchgeführten Atomwaffenversuchen in den 1950er- und 1960er Jahren. Die Proben wurden anschliessend durch die Radiochemie-Spezialisten des ABC Abwehrlabors 1 aufbereitet und analysiert. Aufgrund der vielversprechenden Messergebnisse sollen voraussichtlich im Jahr 2019 weitere Gletscherproben entnommen und im Rahmen einer umfassenden wissenschaftlichen Studie analysiert werden.