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Motorfahrer sind auch zivil gefragte Leute

Der Motorfahrer fährt alle Lastwagentypen der Armee. Er muss mit grosser Selbständigkeit die verantwortungsvollen Aufgaben erfüllen. Sicheres Transportieren der Mannschaft, Waffen, Munition, Betriebsstoffen und Material. Der Motorfahrer erwirbt auf militärischem Weg den Führerausweis für zivile Lastwagen mit Anhänger (CE).

25.09.2018 | Kommunikation Verteidigung

Titelbild

 

Motoren brummen auf dem Übungsplatz im AMP Burgdorf. Mitten auf dem Platz stehen Lastwagenanhänger, stirnseitig grosse Container und dazwischen sechs Lastwagen IVECO TRAKKER 500. In millimetergenauer Arbeit wird aufgeladen, umplatziert und wieder abgeladen. Die Soldaten, die hier ausgebildet werden und trainieren, sind rekrutierte Motorfahrer. Sie absolvieren während zwölf Wochen ihre Ausbildung zum Fahrer von schweren Motorwagen. Damit können sie das vielfältige Aufgabenspektrum erfüllen und sind danach der grossen Verantwortung gewachsen. Der darauffolgende, sechswöchige Einsatz in der Verbandausbildung bei diversen Truppengattungen gibt anschliessend weitere wertvolle Erfahrung.

Eindrückliches Ausbildungsspektrum

Der Weg dahin ist intensiv. Während 12 Wochen absolvieren die "Mötis", wie sie gerne genannt werden, einen umfangreichen Lehrplan. Theorie, Fahren, Fachdienst, Technik und Gütertransport sind nur ein Teil davon. Um die Lastwagenprüfung Kat 930 E (CE) zu bestehen und die begehrten Eintragungen auch im zivilen Fahrausweis zu erlangen, wird gebüffelt: Regeln und Vorschriften, individuelle Fahrschule und Unterhalt, insgesamt rund 60 Module. «Die Motorfahrer sind überaus motiviert am Werk, da der zivile Nutzen bei vielen ein zusätzlicher Anreiz ist. Besonders Handwerker und Landwirte schätzen diese Ausbildung im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft sehr», erklärt Hauptadjutant Thomas Berger, Führungsgehilfe/Kommandant-Stellvertreter Kompetenzzentrum Fahrausbildung Armee im Lehrverband Logistik. 

Hauptadjutant Thomas Berger zählt weiter, dass jährlich rund 1200 Motorfahrer (Fahrer schwerer Motorfahrzeuge über 7,5 t) ausgebildet werden. Begleitet werden die jungen Soldaten dabei von rund 115 militärischen Fahrlehrern. In Spitzenzeiten oder für Spezialausbildungen wie zum Beispiel am Tanklastwagen wird zusätzlich externes Fachpersonal eingemietet. 

 «Die Grundausbildung ist intensiv und fordernd. Wir führen die angehenden Motorfahrer langsam an die verantwortungsvolle Aufgabe heran». Besonders hebt er den positiven Umstand hervor, dass die Motorfahrer ganze drei Monate unter sich sind. Sie sind intensiv von Fachpersonal umgeben und selbst in Pausen und Freizeitstunden werden Erfahrungen ausgetauscht. Diese Reflexion in der Gruppe ist fachlich wie kameradschaftlich eine grosse Bereicherung. 

Dass die gut ausgebildeten Motorfahrer auch zivil gefragte Leute sind, merkt Hauptadjutant Berger immer wieder, wenn er mit Transportunternehmern ins Gespräch kommt. In seinem Postfach landen immer wieder Stellenangebote mit der Bitte, diese doch im Pausenraum der Motorfahrer aufzuhängen. Er tut das gerne und freut sich über den guten Ruf der Motorfahrer.  Der Blick auf den Übungsplatz bestätigt diesen Eindruck. Die Soldaten haben die Lastwagen gekonnt eingeparkt, die Container stehen in Reih und Glied, und der Fahrlehrer hält anerkennend den Daumen nach oben.