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MitteilungVeröffentlicht am 14. Januar 2021

Mit Selbststudium in die Rekrutenschule

Die Armee setzt alles daran, die Rekrutenschulen (RS) 2021 unter Coronabedingungen sicherzustellen. Um die Durchführung zu gewährleisten, werden die Rekruten gestaffelt eingezogen. Während ein Teil am 18. Januar ordnungsgemäss einrückt, beginnt für einen anderen Teil der knapp 12'000 erwarteten Rekruten die RS gleichentags zu Hause im «Distance Learning». Sie werden die ersten drei Wochen RS im Selbststudium verbringen. Eine Innovation und Herausforderung.

Der Start der Rekrutenschulen im Januar 2021 findet mit einem echten Novum statt. Denn wegen Covid-19 erfolgt diesen Winter ein gestaffelter RS-Eintritt: 60 Prozent rücken am 18. Januar gemäss Marschbefehl physisch in die Kasernen ein, 40 Prozent folgen ihnen am 8. Februar. Für sie hat die Armee in diesen drei Wochen ein spezielles Ausbildungsprogramm zusammengestellt.

Allgemeine Grundausbildung zu Hause

Während sich die einen die militärischen Grundkenntnisse und den militärischen Alltag an ihren jeweiligen Standorten aneignen, kommen andere in den Genuss des Fernstudiums. Das Gebot der Stunde heisst denn auch «Distance Learning». Die Rekruten zu Hause erwartet eine Vielzahl an Lektionen, mit denen sie die allgemeine Grundausbildung (AGA) theoretisch erlernen können. Die ersten drei RS-Wochen werden sie mit Lernaufträgen, aber auch mit Auflagen eingedeckt, um sich in den eigenen vier Wände das nötige militärische Know-how möglichst effizient zu erarbeiten. Dazu wird den Rekruten von der Armee ein Lernprogramm zur Verfügung gestellt. Die Tage im «Distance Learning», das rund sechs Stunden Selbststudium und Lernen pro Tag und vier Stunden Sporttraining pro Woche umfasst, werden vollumfänglich als Diensttage angerechnet.

Learning Management System

Die Ausbildungsinhalte werden mithilfe des LMS (Learning Management System) erarbeitet. Das System wurde dazu geschaffen, Ausbildungen elektronisch mittels Lektionen und mithilfe von Reglementen selbstständig durchzuführen. Die Nutzung des LMS ist mit den gängigen Informatikmitteln (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) möglich. Diese Ausbildungsform wurde bisher in den Theorieräumen der Kasernen eingesetzt, neu ist die Nutzung von zu Hause aus. Gibt es Fragen zur Bedienung und zum Inhalt, können sich die Rekruten dafür bei Ihrer Schule melden. Es bestehen klare Verhaltensregeln für diese drei Wochen, die Erarbeitung des Ausbildungsstoffes kann aber nach individuellen Zeitplan erfolgen. Der Lernerfolg wird nach dem Einrücken überprüft werden. Die Inhalte dieser theoretischen Heimausbildung werden überdies vor Ort in praktischer Form repetiert und vertieft. Am Ende sind alle Rekruten auf dem gleichen Ausbildungsstand.

Neben Kopfarbeit auch Sport

Neben dem Lernstoff zur allgemeinen Grundausbildung gibt es auch Ausbildungsinhalte, die aufgrund einer Funktion zusätzlich erlernt werden müssen. Für den Sport sind jedoch keine speziellen Ausbildungsinhalte vorgegeben, mindestens vier Stunden sportliche Betätigung pro Woche sind aber vorgesehen. Zur Unterstützung steht dazu die kostenlose App ready#teamarmee zur Verfügung, die für jeden ein individuelles Sportprogramm zusammenstellt. Zudem kann die App anhand der zukünftige militärische Funktion ein Work-out erstellen.

Besondere Lagen erfordern besondere Lösungen. Deshalb mutet die Armee ihren Rekruten die selbstverantwortungsvolle Aufgabe des «Distance Learning» zu. Verantwortung ist auch im militärischen Alltag eine unerlässliche Eigenschaft, die vom ersten Tag an trainiert wird.