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Ist das Durchdienermodell für mich das Richtige?

Das Durchdienermodell bietet eine interessante Alternative zum traditionellen Dienstmodell mit Wiederholungskursen. Wenn Sie sich freiwillig als Durchdienerin oder Durchdiener melden, absolvieren Sie Ihre gesamte Dienstzeit bei der Armee an einem Stück – vom ersten Tag der RS bis zur Entlassung. Als Durchdiener/in sind aber weit weniger Funktionen möglich, und auch sonst hat das Modell seine Vor- und Nachteile.

©VBS/DDPS, Angehörige der Armee rücken ein.

Im normalen Dienstmodell absolvieren die Angehörigen der Armee nach der Rekrutenschule sechs Wiederholungskurse. Diese werden in der Regel jedes Jahr geleistet, bis die Dienstpflicht erfüllt ist. Durchdienende leisten sozusagen alle Wiederholungskurse an einem Stück, direkt im Anschluss an die Rekrutenschule. Für Mannschaftsangehörige (Soldat, Gefreiter) sind das 280 Tage Ausbildungsdienst - für Kader mehr. Am Ende der Dienstzeit werden sie in die Reserve eingeteilt und müssen nur noch an die obligatorischen Schiessübungen. Ihrer persönlichen und beruflichen Planung steht somit nichts mehr im Wege!

Diese Möglichkeit ist gesetzlich auf 15% eines Rekrutenjahrgangs beschränkt. Die Zuteilung als Durchdienerin oder Durchdiener ist nur auf freiwilliger Basis möglich. An der Rekrutierung unterzeichnen Sie eine entsprechende Verpflichtungserklärung. Voraussetzung ist ein Lehrabschluss oder eine Matura. Besonders gefragt sind Berufskenntnisse aus Baufach, Reparaturgewerbe, Sanität, Informatik, Büro oder Gastgewerbe.

Viele militärische Funktionen existieren nur im WK-Modell. Allerdings werden einige Durchdienerformationen nach der RS vertiefter ausgebildet und dienen als Bereitschaftsverbände. Durchdienende lernen also zum Teil Kompetenzen, die im WK-Modell nicht ausgebildet werden.

WK- und Durchdienermodell im Vergleich

Übersicht einiger Vorteile des traditionellen Dienstmodells und des Durchdienermodells.
Vor- oder Nachteil? RS + WK Durchdiener/in
Voraussetzung Je nach Funktion Braucht immer Lehrabschluss oder Matura. Muss sich per Unterschrift verpflichten.
Planung WK können per Gesuch verschoben werden. Die Planung ist recht flexibel. Einmal angefangen wird der Dienst ohne Unterbruch durchgezogen! Danach ist die private und berufliche Planung komplett frei.
Kader Jeder WK ist für Kader etwas länger. Auch Kader müssen die ganze Dienstzeit an einem Stück leisten. Für Wachtmeister sind das z.B. 507 Tage.
Absenzen im Job Keine grösseren Ausfälle. Gut für Leute, die ihre Stelle während der Dienstzeit behalten. Nach dem Dienst gar keine militärisch bedingten Ausfälle mehr.
Finanzen Kaum finanzielle Ausfälle Dank der Erwerbsausfallentschädigung. Bei Verschiebung eines WK fällt aber die Wehrpflichtersatzabgabe an. Durchdienende erhalten während der gesamten Dienstzeit nur den Mindesterwerbsersatz.
Kameradschaft Gemeinsame Herausforderungen – gemeinsame Erinnerungen. Die WK sind nicht zuletzt auch eine Gelegenheit, um Kameradinnen und Kameraden aus der RS wiederzusehen. Durchdienende sagen den meisten Kameradinnen und Kameraden nach der RS schon Lebwohl. Mit den anderen Durchdienenden können sie aber fast ein Jahr zusammen verbringen.

Wo ist Durchdienen möglich?

Die Funktion Büroordonnanz Durchdiener/in kann für die nachfolgenden Truppengattungen zugeteilt werden. Bei den anderen dienen alle Büroordonnanzen im WK-Modell.

  • Fliegertruppen
  • Führungsunterstützungstruppen
  • Infanterie
  • Logistiktruppen
  • Militärpolizei

Die Funktionen Truppenkoch/-köchin, Küchenlogistiksoldat/in und Truppenbuchhalter/in werden in allen Durchdienerformationen eingesetzt.

Durchdienende der Genie- und Rettungstruppen dienen nach der RS gemeinsam im Katastrophenhilfe Bereitschaftsbataillon in Bremgarten AG. Damit können sie sich im Fall einer Katastrophe aktiv für die Bevölkerung einsetzen

Durchdienerfunktionen:

  • Baumaschinenfahrer/in
  • Motorfahrer/in Spezialfahrzeuge
  • Rammpontonier/in
  • Sappeur/in
  • Rettungssoldat/in
  • Rettungsgerätewart/in
  • Einheitssanitäter/in / Fahrer/in C1
  • Übermittlungssoldat/in

Durchdienende der Funktionen Infanterist/in* und Einheitssanitäter/in* haben eine eigene RS in der Infanterie Durchdienerschule 14. Dort werden sie breit ausgebildet und sind danach als Bereitschaftstruppen innert weniger Stunden einsatzbereit.

Durchdienende anderer Funktionen bei der Infanterie werden auch an anderen Schulen ausgebildet.

Durchdienerfunktionen:

  • Infanterist/in*
  • Einheitssanitäter/in / Fahrer/in C1*
  • Führungsstaffelsoldat/in
  • Gebirgsspezialist/in
  • Infanteriebesatzer/in

Durchdienende werden an der 35mm Fliegerabwehrkanone ausgebildet. Das Lenkwaffensystem STINGER wird hingegen nur im WK-Modell ausgebildet.

Durchdienerfunktionen:

  • Kanonier/in
  • Radarsoldat/in

Der Einsatz als Durchdienerin oder Durchdiener ist auf den Flugplätzen, sowie auch im Nachrichtenbereich der Luftwaffe möglich. Bei diesen Funktionen gibt es eine Vielzahl möglicher Spezialisierungen.

Durchdienerfunktionen:

  • Fliegersoldat/in
  • Luftwaffennachrichtensoldat/in

In der Führungsunterstützung können verschiedenen Funktionen im Durchdienermodell zugeteilt werden. Die Funktion strategische/r Funkaufklärer/in* ist ein Sonderfall, denn sie ist nur für Durchdienende vorgesehen. Sie bedarf analytischen Talents und Diskretion.

Durchdienerfunktionen:

  • strategische/r Funkaufklärer/in*
  • Einheitssanitäter/in / Fahrer/in C1
  • Richtstrahlpionier/in
  • Telematiksoldat/in

Bei den Logistiktruppen sind die verschiedensten Funktionen im Durchdienermodell möglich.

Durchdienerfunktionen:

  • Gerätemechaniker/in
  • Logistiksoldat/in
  • Motorfahrer/in
  • Motormechaniker/in
  • Übermittlungssoldat/in
  • Verkehrssoldat/in
  • Waffenmechaniker/in

Durchdienerinnen und Durchdiener können die Funktion Militärpolizeisoldat ausüben. Militärpolizeigrenadier kann nur im WK-Modell zugeteilt werden.

Nur die Funktion Sanitätssoldat ist im Durchdienermodell zuteilbar. Nach der RS werden diese Soldaten in einer eigenen Kompanie weiter ausgebildet und leisten Pikettdienst.

  

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Der Sold beträgt pro Tag:

  • Fr. 4.– für Rekruten;
  • Fr. 5.– für Soldaten;
  • Fr. 6.– für Gefreite;
  • Fr. 6.50 für Obergefreite;
  • Fr. 8.– für Wachtmeister;
  • Fr. 8.50 für Oberwachtmeister;
  • Fr. 9.– für Feldweibel;
  • Fr. 9.50 für Fouriere und Hauptfeldweibel
  • Fr. 12.– Leutnante
  • Fr. 13.– für Oberleutnante.

In allen Militärdiensten, die für das Erreichen eines höheren Grades verlangt und nicht als Wiederholungskurse angerechnet werden, wird zudem an Angehörige der Armee bis und mit dem Grad eines Oberleutnants eine Soldzulage ausgerichtet. Deren Höhe ist vom Grad und dem Ausbildungsdienst abhängig.

Die Erwerbsausfallentschädigung (EO) beträgt mindestens Fr. 62.–; Angehörige der Armee erhalten nähere Auskunft bei der Ausgleichskasse, bei der sie versichert sind.

Ja; der Arbeitgeber kann das Arbeitsverhältnis während einer Militärdienstleistung, nicht kündigen. Dasselbe gilt für die Zeit von 4 Wochen vor und nach dem Dienst, sofern der Dienst länger als 11 Tage dauert. (Art. 336c, Abs. 1, Bst. a des Obligationenrechts OR). Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist missbräuchlich, wenn sie ausgesprochen wird, weil die andere Partei den schweizerischen obligatorischen Militärdienst leistet.

Dies gilt auch für Frauen. Ab dem Moment, in dem eine Frau freiwillig in die Militärdienstpflicht eintritt, gilt ihr Militärdienst rechtlich als obligatorisch.

Ja, gemäss der Regelung im Arbeitsvertrag, mindestens aber nach den Bestimmungen des Obligationenrechts (siehe Art. 324a OR).

Auch für Frauen gilt der Militärdienst im Sinne des OR als gesetzliche Pflicht. Somit gilt die Lohnfortzahlungspflicht auch ihnen gegenüber.

Im Durchdiener-Modell selbst können folgende Grade erreicht werden:

  • Soldat; 
  • Gefreiter; 
  • Obergefreiter; 
  • Wachtmeister;
  • Oberwachtmeister; 
  • Feldweibel;
  •  Fourier;
  •  Hauptfeldweibel;
  •  Leutnant;
  •  Oberleutnant.

Nach dem obligatorischen Ausbildungsdienst können Durchdienende die weiteren Grade im WK-Modell erreichen. Dazu ist in den allermeisten Fällen eine freiwillige Dienstleistung Grundausbildungsdienste Beförderung (GADB) nötig. Sie verpflichten sich zudem, mindestens 4 Wiederholungskurse (WK) im neuen Grad und in der neuen Funktion zu leisten.

Nein, grundsätzlich nicht. Nur wenn eine Durchdienerin oder ein Durchdiener einen Vorschlag zur Weiterausbildung erhält und diese nicht an einem Stück absolvieren kann, oder in begründeten Ausnahmefällen, kann eine Unterbrechung bewilligt werden. Die verbleibenden Diensttage werden konsequenterweise im WK-Modell geleistet.

Durchdienende haben einen Anspruch auf die Gewährung von gleich viel Freizeit wie die Angehörigen der Armee im WK-Modell als Urlaub erhalten. Ihre militärischen Vorgesetzten können für diese Zeit besondere Auflagen anordnen (insbesondere Pikettstellung).

Auslandseinsätze sind nur mit Einverständnis der Armeeangehörigen möglich; ausgenommen sind Einsätze von kurzer Dauer im Katastrophenfall in Regionen, die an die Schweiz angrenzen.

Ja, solange die bisherige Ausbildung ununterbrochen erfolgte und die restlichen Diensttage unmittelbar darauf ohne Unterbrechung geleistet werden können. Auch hierzu ist eine schriftliche Verpflichtungserklärung notwendig. Entscheidend für die Zulassung ist zudem der Bedarf der Armee.

Die Militärversicherung deckt alle Krankheits-und Unfallrisiken, die während dem Dienst oder in der Freizeit auftreten. Dies gilt jedoch nicht, wenn Armeeangehörige während seiner Freizeit einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Nein, die Prämien können, mit Ausnahme der Zusatzversicherung, für die Dauer des Dienstes sistiert werden. Durchdienende sind ab Beginn ihres Militärdienstes von der Prämienzahlung befreit, wenn sie diesen mit einer Kopie des Marschbefehls mindestens acht Wochen vor Beginn ihrer Versicherung melden. Halten sie diese Frist nicht ein, so erhebt die Versicherung ab dem nächsten möglichen Termin, spätestens aber acht Wochen nach der Meldung keine Prämie mehr.

Durchdienende werden nach Beendigung ihres Dienstes in die Reserve eingeteilt. Offizierinnen und Offiziere der Reserve können zu maximal fünf Tagen Ausbildungsdienst im Jahr aufgeboten werden. Ansonsten wird die Reserve nur im Ernstfall aufgeboten.

Ja, bis zum Ende des Jahres vor der Entlassung aus der Militärdienstpflicht, jedoch höchstens bis zum Ende des Jahres, in dem sie das 34. Altersjahr vollendenden.

Ja, auf Anfrage bei ihrem Kommandanten.


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