Sind Sie der nächste Durchdiener?

Junge Schweizerinnen und Schweizer haben die Möglichkeit, ihre Dienstpflicht an einem Stück zu absolvieren. Der Vorteil: Sie können nach zehn Monaten ihre persönliche und berufliche Zukunft frei planen. Die Möglichkeit des Durchdienens ist gesetzlich auf 15 Prozent eines Rekrutenjahrgangs beschränkt. Nicht alle Truppengattungen bieten die Möglichkeit des Durchdienens an.

Voraussetzung ist ein Lehrabschluss, eine Matura oder Sie sind Student. Berufskenntnisse aus Baufach, Reparaturgewerbe, Sanität, Informatik, Bürofach oder Gastgewerbe sind besonders gefragt. Die Anmeldung erfolgt an der Rekrutierung. Die Wahl des Durchdiener-Modells ist freiwillig. Zu Beginn der Rekrutenschule unterzeichnen Sie eine entsprechende Verpflichtungserklärung.

Auch für junge Menschen mit Kaderpotenzial ist Dienst an einem Stück eine attraktive Gelegenheit. Als Unteroffizier leisten Sie 507 Tage, als höherer Unteroffizier (Feldweibel, Hauptfeldweibel, Fourier) 668 Tage, als Offizier 668 Tage Dienst und gewinnen früh intensive Führungserfahrung.

Auch wenn Sie bereits für eine herkömmliche RS aufgeboten sind, können Sie Ihr Interesse für das Durchdiener-Modell melden. Je nach Bedarf und Eignung werden Sie entsprechend umgeteilt. Für einen Wechsel wenden Sie sich bitte an das Kommando Rekrutierung.

Wo ist Durchdienen möglich?

Der Durchdiener-Infanterist erhält eine vielseitige Ausbildung an Waffen und Geräten sowie in der Gefechtstechnik. Nach der 21-wöchigen Grundausbildung leisten die Infanteristen bei der Militärischen Sicherheit Einsätze für die innere Sicherheit.

Infanterie Durchdienerschule 14

Die Genie- und Rettungstruppen stehen bei Natur- und Umweltkatastrophen gemeinsam im Einsatz. Mit ihren modernen Geräten sind die Durchdiener des Katastrophenhilfe Bereitschaftsverbandes das rasche Einsatzelement der Armee. Freiwillig können sie auch im Rahmen der humanitären Hilfe im Ausland eingesetzt werden, zum Beispiel bei Erdbebenkatastrophen.

Lehrverband Genie/Rettung

Der Nachschubsoldat stellt die zum Überleben und zur Erfüllung eines Auftrags benötigten Versorgungsgüter bereit (stationäre Logistik) und führt sie der Truppe bedarfsorientiert zu (mobile Logistik).

Lehrverband Logistik, Nachschub / Rückschub

Der Truppenkoch kommt in der Truppenküche (stationär und mobil) zum Einsatz und bereitet dort selbstständig Mahlzeiten zu. Truppenköche werden in allen Truppengattungen ausgebildet.

Lehrverband Logistik, Nachschub / Rückschub

Motorfahrer transportieren Personen und Güter mit Lastwagen und Anhängern. Verkehrssoldaten sind mit leichteren Fahrzeugen oder Motorrädern ausgerüstet. Sie erkunden das Verkehrsnetz, regeln den Verkehr und organisieren Umleitungen.

Verkehrs- und Transportschulen 47

Der Sanitätssoldat leistet fachkundig Hilfe und weiss, welche weiteren Massnahmen zu treffen sind. Die spezifische Ausbildung für den Einsatz in der Sanitätshilfsstelle und für den Umgang mit dem Sanitätsmaterial hilft mit, dass die lebensrettenden Aufgaben erfüllt werden können.

Lehrverband Logistik, Sanität

Der Strategische Funkaufklärer erfasst ausländische Telekommunikationssignale und wertet sie aus. Er gewinnt dadurch sicherheitspolitisch bedeutsame Informationen für die politische und militärische Führung. Vordienstlich ist eine Morse-Ausbildung zu absolvieren.

Lehrverband Führungsunterstützung 30

In der Führungsunterstützung Luftwaffe unterstützen Spezialisten das «Daily Business» der Luftwaffe durch Funk- und Mikrowellenaufklärung sowie durch den Betrieb des Führungsinformationssystems.

Lehrverband Führungsunterstützung 30

Der Fliegersoldat trägt in speziell definierten Bereichen zum Gelingen der Luftoperationen bei. Er stellt zum Beispiel Flugzeuge bereit, begleitet Lufttransporte oder plant Einsätze. Freiwillig kann er auch im Ausland zum Einsatz kommen. Der Flugplatzsicherungssoldat verstärkt die zivilen Betriebswachen der Militärflugplätze und erfüllt Sicherungsaufgaben an speziellen Anlässen.

Lehrverband Flieger 31

Bei der Fliegerabwehr (Flab) sind Lenkwaffensoldaten mit «Stinger», dessen Alarmierungsradar «Alert» oder mit «Rapier» ausgerüstet. Bei der Kanonenflab werden das Feuerleitgerät «Skyguard» und die 35-mm-Kanone eingesetzt. Für jedes System braucht es Übermittlungssoldaten, die Funk oder Telefon betreuen. Flabsoldaten übernehmen auch Aufgaben als Fahrer, Detachementskoch, Zugsanitäter oder Gefechtsordonnanz.

Lehrverband Fliegerabwehr 33

Beim Kommando Spezialkräfte stehen ebenfalls einige wenige Plätze für das Durchdienen zur Verfügung.

Kommando Spezialkräfte 

Was verdiene ich als Durchdiener?

Die vorliegenden Angaben basieren auf der Verordnung über die Militärdienstpflicht (MDV) und geben nur die Angaben gemäss Anhang zur MDV wieder. Nicht berücksichtigt werden die Wochenenden gemäss Art. 13 MDV und die Urlaube gemäss Art. 40 MDV. Das heisst, die hier dargestellten Entschädigungen stellen in der Regel das Minimum dar, das einem Durchdiener ausbezahlt wird. Die tatsächliche Höhe der Entschädigung variiert je nach Zeitpunkt (RS-Start), zu welchem eine Dienstleistung absolviert wird und je nach Beanspruchung von individuellen Laufbahn-Varianten.

Verdienstmöglichkeiten eines Durchdieners (ohne Gewähr)
  Mannschaft Wachtmeister Fourier / Hauptfeldweibel Leutnant
  300 Tage  507 Tage 668 Tage 668 Tage
Sold  1'400.–  3'000.–  4'100.–  5'500.– 
Soldzulage  0.–  4'200.–  4'200.–  6'850.– 
EO  18'600.–  37'770.–  44'140.–  53'240.– 
Total  20'000.–  44'970.–  52'440.–  65'590.– 

  

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Der Sold beträgt: Fr. 4.–/Tag für einen Rekruten, Fr. 5.– für einen Soldaten, Fr. 6.– für einen Gefreiten, Fr. 6.50 für einen Obergefreiten, Fr. 7.– für einen Korporal, Fr. 8.– für einen Wachtmeister, Fr. 8.50 für einen Oberwachtmeister, Fr. 9.– für einen Feldweibel, Fr. 9.50 für einen Fourier oder Hauptfeldweibel, Fr. 12.– für einen Leutnant und Fr. 13.– für einen Oberleutnant.

In allen Militärdiensten, die für das Erreichen eines höheren Grades verlangt und nicht als Wiederholungskurse angerechnet werden, wird zudem an Angehörige der Armee bis und mit dem Grad eines Oberleutnants eine Soldzulage ausgerichtet. Deren Höhe ist vom Grad und dem Ausbildungsdienst abhängig.

Die Erwerbsausfallentschädigung (EO) beträgt mindestens Fr. 62.–; Angehörige der Armee erhalten nähere Auskunft bei der Ausgleichskasse, bei der sie versichert sind.

Ja; der Arbeitgeber kann das Arbeitsverhältnis während der Zeit, in der der Arbeitnehmer seinen Militärdienst leistet, nicht kündigen. Dasselbe gilt für die Zeit von 4 Wochen vor und nach dem Dienst, sofern der Dienst länger als 11 Tage dauert. (Art. 336 c, Abs. 1, Bst. a des Obligationenrechts OR). Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist missbräuchlich, wenn sie ausgesprochen wird, weil die andere Partei den schweizerischen obligatorischen Militärdienst leistet.

Ja, gemäss der Regelung im Arbeitsvertrag, mindestens aber nach den Bestimmungen des Obligationenrechts (siehe Art. 324 a OR).

Im Durchdiener-Modell selbst können folgende Grade erreicht werden: Soldat, Gefreiter, Obergefreiter, Korporal, Wachtmeister, Oberwachtmeister, Feldweibel, Fourier, Hauptfeldweibel, Leutnant, Oberleutnant. Nach der Dienstleistung als Durchdiener kann ein Angehöriger der Armee im WK-Modell die weiteren Grade erreichen. Dazu ist in den allermeisten Fällen eine freiwillige Dienstleistung Grundausbildungsdienste Beförderung (GADB) nötig. Sie verpflichten sich zudem, mindestens 4 Wiederholungskurse (WK) im neuen Grad und in der neuen Funktion zu leisten.

Ja, zu denselben Bedingungen wie die Männer.

Nein, grundsätzlich nicht. Nur wenn ein Durchdiener einen Vorschlag zur Weiterausbildung erhält und diese nicht als Durchdiener an einem Stück absolvieren kann oder in begründeten Ausnahmefällen kann eine Unterbrechung bewilligt werden. Die verbleibenden Diensttage werden konsequenterweise im WK-Modell geleistet.

Durchdiener haben einen Anspruch auf die Gewährung von gleich viel Freizeit wie die Angehörigen der Armee im WK-Modell als Urlaub erhalten. Die Kommandanten können für diese Zeit besondere Auflagen anordnen (insbesondere Pikettstellung).

Auslandseinsätze sind nur mit Einverständnis der Armeeangehörigen möglich; ausgenommen sind Einsätze von kurzer Dauer im Katastrophenfall in Regionen, die an die Schweiz angrenzen.

Ja, solange die bisherige Ausbildung ununterbrochen erfolgte und die restlichen Diensttage unmittelbar darauf ohne Unterbrechung geleistet werden können. Auch hierzu ist eine schriftliche Verpflichtungserklärung notwendig. Entscheidend für die Zulassung ist zudem der Bedarf der Armee.

Die Militärversicherung deckt alle Krankheits-und Unfallrisiken, die während dem Dienst oder in der Freizeit auftreten. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Armeeangehörige während seiner Freizeit einer Erwerbstätigkeit nachgeht.

Nein, die Prämien können, mit Ausnahme der Zusatzversicherung, für die Dauer des Dienstes sistiert werden. Durchdiener sind ab Beginn ihres Militärdienstes von der Prämienzahlung befreit, wenn sie diesen mit einer Kopie des Marschbefehls mindestens acht Wochen vor Beginn ihrem Versicherer melden. Halten sie diese Frist nicht ein, so erhebt der Versicherer ab dem nächsten ihm möglichen Termin, spätestens aber acht Wochen nach der Meldung keine Prämie mehr.

Durchdiener werden nach Beendigung ihres Dienstes in die Reserve eingeteilt. Offiziere der Reserve können zu maximal fünf Tagen Ausbildungsdienst im Jahr aufgeboten werden. Ansonsten wird die Reserve nur im Ernstfall aufgeboten.

Ja, bis zum Ende des Jahres vor der Entlassung aus der Militärdienstpflicht, längstens jedoch bis zum Ende des Jahres, in dem er das 34. Altersjahr vollendet.

Ja, nach Anfrage bei ihrem Kommandanten.


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