Zivile Berufe

Zivile Berufe

Die Schweizer Armee ist die grösste Arbeitgeberin der Bundesverwaltung und beschäftigt über 9000 Mitarbeitende, die Mehrzahl davon sind zivile Angestellte. Die Vielfalt der über 200 Berufe, die Sie bei der Armee ausüben können, ist beeindruckend: Vom Automechatroniker über die Waffen- und Geschützmechanikerin bis zum Ingenieur oder Tierpfleger ist alles dabei. Vielleicht finden Sie hier Ihre Traumstelle?

Offene zivile Stellen in der Armee finden Sie auf dem Stellenportal des Bundes

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Mitarbeitende vor, die bei der Armee angestellt sind.

Hans Bühlmann (Fachspezialist Qualitätsmanagement, HR Verteidigung) im Interview

Eddy Fazan, Fachlehrer Telematik

Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
Meine Karriere begann bei der RUAG, ein Unternehmen, das teilweise für die Schweizer Armee arbeitet. Ich war für die präventive und korrektive Instandhaltung der verschiedenen militärischen Kommunikationssysteme zuständig. Nach dieser Arbeit in der Westschweiz habe ich entschieden, in der Deutschschweiz zu arbeiten, um mein Deutsch zu verbessern. So war ich mehrere Jahre bei der RUAG in Bern im Bereich der militärischen Informatiknetzwerke tätig.
Die Freude am Unterrichten der militärischen Systeme führte mich zur Instandhaltungsschule 50, um Fachlehrer zu werden. Seit 2009 arbeite ich in Lyss in der Ausbildung des Integrierten Militärischen Fernmeldesystems (IMFS).
Ende Jahr werde ich zwar das Team wechseln, aber bei der Instandhaltungsschule 50 bleiben und die Ausbildung in der Instandhaltung des Führungsinformationssystems Heer (FIS HE) übernehmen.

Seit wann arbeiten Sie für die Schweizer Armee?
Seit dem 1. Mai 2009.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Meist bin ich um 07.00 Uhr in der Halle, um die letzten Details des Ausbildungstages vorzubereiten. Die Fachausbildung beginnt um 07.30 Uhr und endet um 17.30 Uhr. Die aufeinanderfolgenden Ausbildungssequenzen sind niemals gleich: Theorie, Vorführungen, Gruppenarbeiten, Praxis, Übungen im Freien usw.
Sobald die Fachausbildung beendet ist, verlässt die Klasse (zwischen acht und zwölf Rekruten mit einem oder zwei Unteroffizieren) die Ausbildungshalle, um die Arbeit mit der Kompanie fortzusetzen. Ich nehme hingegen noch die letzten Aufräumarbeiten und Vorbereitungen für den nächsten Tag vor.
An vier bis fünf Tagen in der Woche finden Kurse statt. Pro Jahr beginnen drei Fachausbildungen, die je neun Wochen dauern.


Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?
Ich bilde IMFS-Diagnostiker aus, „Techniker“, die in der Lage sind, Störungen am Integrierten Militärischen Fernmeldesystem zu beheben. Dass meine Schüler nach neun Wochen Ausbildung in der Lage sind, Probleme zu lösen und Störungen zu beheben, gefällt mir sehr. Die Benutzer des Systems werden auf die Diagnostiker zählen können und dies bereitet mir eine besondere Freude!

Ich liebe den Umgang mit Menschen. Jede Klasse von Teilnehmenden ist verschieden. So sind die Lernrhythmen und -ansätze ebenso vielfältig wie die Kursteilnehmer.

Ist die Armee ein attraktiver Arbeitgeber?
Ich arbeite als Fachlehrer, daher ist es sehr wichtig, auf dem neusten Stand zu bleiben und regelmässig Weiterbildungen zu absolvieren. Die von der Schweizer Armee und vom Bund angebotenen Kurse sind sehr gut.

Hatten Sie Vorurteile gegenüber der Armee?
Ja! Trotz den über 500 Diensttagen bei der Miliz, hatte ich aus ausbildungstechnischer Sicht Vorurteile. Ich stellte mir sehr strikte Aufgaben und Ausbildungspläne vor... zum Glück ist dies nicht der Fall! Es besteht eine gewisse Flexibilität hinsichtlich dem Kursinhalt, und wir geniessen grosse Freiheiten in der Gestaltung des Unterrichts.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrer beruflichen Tätigkeit gefragt?
Begeisterung für Technik und Erwachsenenbildung. Die Teilnehmenden müssen in neun Wochen viel Stoff lernen. Das erfordert eine Anpassung des Arbeitsrhythmus an ein unterschiedliches Publikum.

Interview: Nathalie Hesse


Joëlle Rudaz, Luftfahrzeugmechanikerin

Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
Als ich zwölf Jahre alt war, lernte ich eine Sattlerin kennen. Seitdem wusste ich, dass ich diesen Beruf ausüben wollte. Ich absolvierte meine Lehre beim Zeughaus in Payerne und erhielt das EFZ als Sattlerin. Zu Beginn arbeitete ich vier Jahre selbstständig, dann zwölf Jahre in der Qualitätskontrolle von Lederwaren und Luxus-Accessoires.

Ich habe den Kontakt zu meinem ehemaligen Ausbildner stets aufrechterhalten. Er war es, der mich über diese spezialisierte Stelle bei der Schweizer Armee informierte. Für die Luftwaffe in Payerne war es einfacher, einen Sattler in „Mechanik“ auszubilden als umgekehrt, denn sie bildet in ihren Räumlichkeiten kontinuierlich 16 Lernende Polymechaniker aus. So konnte ich seit 2012 auf dem Flugplatz als Sattlerin arbeiten und gleichzeitig meine vierjährige Lehre als Polymechanikerin beginnen.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Mein Alltag besteht sowohl aus Arbeit in der Sattlerei in Payerne als auch aus Polymechanikkursen in Lausanne, deshalb sind meine Arbeitstage nie eintönig. Ich bin hauptsächlich für die Reparatur und Wartung der Ausrüstung zuständig (Pilotenuniformen, Gurte, Falten von Fallschirmen usw.).

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und interessant. Ich mag es, täglich mit Aviatikbegeisterten zusammenzuarbeiten. Diese Welt war neu für mich, und ich schätze sie von Tag zu Tag mehr. Meine zwei Tätigkeiten haben jedoch auch einiges gemeinsam, wie Handarbeit, Qualitätskontrolle und Präzision.

Wieso ist die Armee ein attraktiver Arbeitgeber?
Die Armee erlaubt mir stets, mich weiterzubilden und gibt mir die Möglichkeit, eine Ausbildung während der Ausübung meiner Funktion zu absolvieren (gemäss Art. 32), dies wäre anderswo nicht möglich. Im meinem Bereich sind die Leute flugbegeistert und sehr spezialisiert. Im Alltag ist das eine Bereicherung.

Hatten Sie Vorurteile gegenüber der Armee?
Als ich meine Lehre bei der Armee begann, hatte ich keine Vorurteile. Ich habe jedoch aus einem anderen Grund keinen Militärdienst geleistet. Ich war der Meinung, dass Frauen und Männer in den 90er-Jahren nicht gleichberechtigt waren. Frauen mussten einen kürzeren Dienst leisten. Ich wollte gleich behandelt werden. Um in meinem Beruf weiterzukommen, war es nie nötig, Militärdienst zu leisten.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrer beruflichen Tätigkeit gefragt?
Ohne Zweifel braucht es Leidenschaft für den Beruf, Motivation, Präzision, Sorgfalt, Neugier, und man muss die Herausforderung mögen!

Welche Hobbys haben Sie?
Zurzeit habe ich leider nicht viel Zeit für Hobbys, aber ich gehe gerne reiten.


Interview: Nathalie Hesse


Lea Dolder, Informatikerin

Waren Sie schon immer technisch interessiert?
Schon als Kind und Jugendliche war ich eher an den naturwissenschaftlichen Fächern interessiert und habe gerne geholfen, wenn technische oder handwerkliche Arbeiten anstanden. Im Kindergarten habe ich kaum in der Puppenecke gespielt, war aber dort anzutreffen, wo wir alte Schreibmaschinen mit Schraubenzieher, Zange und weiteren Werkzeugen zerlegen durften.

Wie kommt man als junge Frau dazu, bei der Armee die vierjährige Informatikerlehre zu absolvieren?
Der Berufsberater zeigte mir auf, wo ich meine Fähigkeiten gut einsetzen und weiterentwickeln könnte. An der Berner Ausbildungsmesse BAM sprach ich mit Lernenden und informierte mich genauer über diverse Berufe wie Informatikerin, Mediamatikerin, Telematikerin oder Chemielaborantin. Schliesslich entschied ich mich für die Informatik, weil in diesem Beruf sowohl die technische als auch die kommunikative Seite gefordert sind. Über die Adressliste des Berufsinformationszentrums BIZ mit Angaben zu den verfügbaren Lehrplätzen im Kanton Bern stiess ich auf das VBS, wo ich mich dann vorstellen durfte. Noch am selben Abend erhielt ich positiven Bescheid.

Was haben Ihre Freunde dazu gesagt?
Vielen war gar nicht bewusst, dass die Armee einen eigenen, spannenden Informatikbereich hat: Hier werden Lösungen für den Verwaltungsbereich bereitgestellt und Speziallösungen für den militärischen Bereich erarbeitet. Ich arbeite bei der Führungsunterstützungsbasis (FUB). Somit unterscheiden sich meine Aufgaben als Informatikerin nicht stark von jenen bei anderen Grossunternehmen. Übrigens finde ich, dass alle Lernenden bei Grossunternehmen sehr vom abwechslungsreichen Arbeitsumfeld profitieren.

Wie sieht der typische Alltag aus? Gibt es diesen überhaupt?
Das Typische am Arbeitsalltag ist, dass der ganze Tag eigentlich verplant ist, ich am Abend davon aber kaum etwas erledigt habe, weil mich andere Geschäfte den ganzen Tag beansprucht haben. Flexibilität ist daher besonders wichtig.

Warum ist das VBS eine attraktive Arbeitgeberin?
Nebst den generell guten Anstellungsbedingungen kam es mir sehr entgegen, dass ich während dem Studium zum Bachelor of Science in Informatik in einer so genannten Ausbildungsvereinbarung das Pensum reduzieren durfte und sich die Arbeitgeberin sogar an den Kosten beteiligte. Zudem ist es in Absprache mit den Vorgesetzten hier prinzipiell möglich, unbezahlten Urlaub zu beziehen.

Welchen Hobbys gehen Sie in Ihrer Freizeit nach?
Ein guter Ausgleich ist der Sport – ich jogge und spiele Tennis. Zudem reise und lese ich gerne.

Interview: Simone Hubacher


Berufe der Armee / Fahrlehrer


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