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Am Puls der Bevölkerung: Die Vorteile diverser Teams nutzen

In der SWISSCOY unterstützen Schweizer Beobachterinnen und Beobachter in den Liaison and Monitoring Teams (LMT) die KFOR bei der Sicherstellung eines sicheren und stabilen Umfelds (Safe and Secure Environment SASE). In Gesprächen mit der lokalen Bevölkerung, regionalen und lokalen Organisationen, Politikerinnen und Politikern und Behörden erhalten sie Informationen, welche die Beurteilung der Sicherheitslage im Einsatzraum sowie die Erstellung eines gesamtheitlichen Lagebilds ermöglichen.

26.03.2024 | Text: Fachoffizier Aisha Seitz, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49 Fotos: Fachoffizier Andreas Müller, stellvertretender Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49

Oberleutnant Stephanie Vögeli und Soldat Sarah Hochreuter im Gespräch mit der lokalen Bevölkerung.
Oberleutnant Stephanie Vögeli und Soldat Sarah Hochreuter im Gespräch mit der lokalen Bevölkerung.


Um Zugang zu möglichst vielen Bevölkerungsgruppen zu erhalten und deren Anliegen und Bedürfnisse zu verstehen, sind die LMT divers aufgestellt. Der Begriff Diversität umfasst dabei verschiedene Dimensionen wie Geschlecht, Religion, Sprache, ethnische und kulturelle Zugehörigkeit. Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Lebensentwürfen und Wertvorstellungen, aus verschiedenen Berufsfeldern, Altersgruppen sowie Sprachregionen tragen dazu bei, die Hauptaufträge der KFOR erfolgreich zu erfüllen. Gerade in einem Friedenseinsatz sind Frauen unverzichtbar, da in bestimmten Kulturen nur Frauen mit Frauen sprechen dürfen.

Soldat Sarah Hochreuter und Oberleutnant Stephanie Vögeli sind beide bereits zum zweiten Mal als Observer im Einsatz. Oblt Vögeli verrät: "Ursprünglich wollte ich einfach aus meiner Komfortzone heraus." Sie war vom militärischen Umfeld dann so begeistert, dass sie sich zwischen den Einsätzen dazu entschieden hat, die Unteroffiziers- und Offizierschule zu absolvieren. Sdt Hochreuter meint: "Was man gerne macht, soll man weitermachen. Für mich persönlich waren sechs Monate zu wenig. Ich mag den Beruf und die Gespräche – daher habe ich verlängert.

Spannender Austausch mit der Bevölkerung

Der Arbeitstag beginnt mit dem Morning Briefing. Dort wird besprochen, was am vorhergehenden Tag gelaufen ist und was für den aktuellen geplant ist. Die eingeteilten Teams verlassen dann das Field House mit verschiedenen Aufträgen. Neben den offiziellen Meetings geben informelle und spontane Treffen auf der Strasse, in einem Geschäft oder im Restaurant einen unverfälschten Einblick in die Lage vor Ort. Diskussionen über aktuelle Themen ergeben sich dort manchmal leichter. Immer dabei: Die Interpreter, die nicht nur die gesprochenen Worte übersetzen, sondern Kontext zum Gesagten liefern und mit ihrer jahrelangen Erfahrung den LMT alle Aspekte einer Unterredung zugänglich machen.

Für Oblt Vögeli ist dabei die grösste Herausforderung, das Gegenüber und die jeweilige Situation richtig einzuschätzen und zu erkennen, wann man welche Fragen stellen kann. Neben den Treffen stehen Fahrzeug-Patrouillen auf dem Programm, bei denen die Observer Dörfer besuchen, die Strassenverhältnisse kontrollieren und Präsenz zeigen. Der Tag wird mit dem Verfassen eines Tagesberichtes, dem Daily Situation Report (DSR), abgeschlossen, der an die jeweilige vorgesetzte Stelle geht.

Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen

Das Spannendste und Wertvollste an ihrem Job sind für Sdt Hochreuter die Geschichten der Menschen. Was muss man als LMT mitbringen? Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, zuzuhören und die Perspektive wechseln zu können. Dafür wird man belohnt. Was Oblt Vögeli für ihr ziviles Leben mitnimmt: "Interkulturelle Kompetenzen, die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturen und die Erkenntnis, dass es auch im Kosovo Orte gibt, in denen die verschiedenen Ethnien friedlich zusammenleben."


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