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Damit es funkt(ioniert) – Auf Relaistour mit der MOVCON

Alle Angehörigen der SWISSCOY kennen es: das An- und Abmelden über Funk bei der Movement Control (MOVCON). Damit die Funkverbindung jederzeit sichergestellt ist, müssen die Relais und Antennen regelmässig gewartet werden. Diese Woche ist Wm Julia Meier an der Reihe, in Begleitung von Fachof Aisha Seitz, der PIO des SWISSCOY Kontingents 49.

21.12.2023 | Text & Fotos: Fachoffizier Aisha Seitz, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49

Damit die Funkverbindung jederzeit sichergestellt ist, müssen die Relais und Antennen regelmässig gewartet werden.
Damit die Funkverbindung jederzeit sichergestellt ist, müssen die Relais und Antennen regelmässig gewartet werden.


Einmal wöchentlich ist die MOVCON auf Kontrolltour. Dabei werden die Relaisstandorte abgefahren, um dort die Anlagen der SWISSCOY zu warten. Die Tour dauert etwa vier Stunden und beinhaltet die Inspektion von drei Anlagen auf einer Strecke von ungefähr 150 Kilometern.

Das vierköpfige MOVCON-Team stellt unter anderem sicher, dass die Kameradinnen und Kameraden des Kontingents im Kosovo ihre Fahrten per Funk melden können. Aus Sicherheitsgründen ist es wichtig jederzeit zu wissen, wer wo im Einsatzraum unterwegs ist. Das Team hat seinen Sitz im Camp Film City und ist rund um die Uhr im Schichtbetrieb erreichbar.

Hoch über dem Nebelmeer

An einem nebligen Morgen starten wir die Tour im Camp Film City. Die ersten beiden Standorte liegen auf Berggipfeln etwa 30 Minuten von Malisevo entfernt sowie in der Nähe des Flughafens Slatina. Oben angekommen erwarten uns strahlender Sonnenschein und ein grossartiges Panorama, fast wie in den Schweizer Bergen. Eine der Anlagen wird von vier Hunden bewacht, die neugierig die Arbeiten beobachten und uns auf Schritt und Tritt folgen.

Das Material ist ganzjährig Wind und Wetter ausgesetzt und muss daher regelmässig überprüft und gewartet werden. Ende des letzten Kontingents wurden die Antennen, die nach 48 Kontingenten in die Jahre gekommen waren, ausgewechselt. Übrigens betreiben auch andere Nationen an denselben Standorten Funkstationen, wir treffen aber ausser einem einheimischen Wachposten niemanden an.

Heute ist eine sogenannte "kleine Kontrolle" angesagt: Zustand der Kabel und Verbindungen prüfen, gelockerte Spannseile an den Antennen festziehen, mögliche Beschädigungen aufnehmen und melden. Und natürlich an der Funkstation die Verbindungskontrolle mit den Kollegen durchführen. "You are loud and clear!" – es kann weitergehen. Bei einer grossen Kontrolle würden zusätzlich die Masten heruntergelassen, gereinigt und gefettet.

On the move mit der MOVCON

Bei der Tour zeigt sich, wofür das Gelände-Fahrtraining im Ausbildungskurs ins Stans-Oberdorf gut war. Irgendwann hört die geteerte Strasse auf, die Schotterpisten sind teilweise recht abenteuerlich und die G-Klasse wird ordentlich gefordert. Wm Julia Meier, die eigentlich Kanonier ist, hatte sich ursprünglich als LMT beworben, war mit ihren 21 Jahren allerdings noch zu jung. Den Vorschlag, den Einsatz in der MOVCON zu leisten und damit erste Erfahrungen in der Friedensförderung zu sammeln, hat sie begeistert angenommen: "Ich lerne gerne Neues und kann viel für meine berufliche Zukunft und für meine Tätigkeit in der Miliz mitnehmen".

Die letzte Station unserer Runde sind die Antennen im Camp Novo Selo. Für deren Kontrolle muss Julia Meier über eine Leiter den Kameradinnen und Kameraden durch eine schmale Öffnung buchstäblich aufs Dach steigen.

Auch hier ist alles in Ordnung. Nun muss noch das Funkgerät in der G-Klasse ausgetauscht werden. Gut, dass im CNS auch gleich der Nachschub beheimatet ist. "Langweilig wird es auf den Kontrollfahrten nie", sagt Wm Meier.


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