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Jahresrapport SWISSINT

Am 15. Dezember 2023 führte das Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans-Oberdorf seinen Jahresrapport durch. Vor dem Hintergrund des 70-jährigen Jubiläums der militärischen Friedensförderung und damit des Einsatzes der Schweizer Armee in Korea stand am diesjährigen Rapport die neutrale Überwachungskommission (NNSC) im Fokus. Darüber hinaus erläuterte der Kommandant SWISSINT, Oberst i Gst Christoph Fehr, die Herausforderungen in der Friedensförderung aufgrund der Verschlechterung der Sicherheitslage weltweit.

18.12.2023 | Kommunikation SWISSINT

Vor dem Hintergrund des 70-jährigen Jubiläums der militärischen Friedensförderung und damit des Einsatzes der Schweizer Armee in Korea stand am diesjährigen Jahresrapport von SWISSINT die neutrale Überwachungskommission (NNSC) im Fokus.
Vor dem Hintergrund des 70-jährigen Jubiläums der militärischen Friedensförderung und damit des Einsatzes der Schweizer Armee in Korea stand am diesjährigen Jahresrapport von SWISSINT die neutrale Überwachungskommission (NNSC) im Fokus.

Seit dem 1. Juli 2023 hat Oberst i Gst Christoph Fehr das Kommando über das Kompetenzzentrum SWISSINT. Den Jahresrapport nahm er somit als Anlass, um auf die vergangenen Monate zurückzublicken. Dabei berichtete er, was sich im 2023 sowohl bei SWISSINT als auch in den Einsatzgebieten ereignet hatte und welche Herausforderungen im kommenden Jahr zu erwarten sind. Als Referent durfte ausserdem der Chef Kommando Operationen, Korpskommandant Michaud, begrüsst werden, der die Zukunft der militärischen Friedensförderung aus Sicht der vorgesetzten Stufe von SWISSINT thematisierte.

Fokus Korea

Vor 70 Jahren nahm die militärische Friedensförderung der Schweizer Armee ihren Anfang, als am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea unterzeichnet wurde. Aus diesem Anlass war der Fokus des Jahresrapports auf den Einsatz der NNSC gelegt. So berichtete Leutnant (ausser Dienst) Clemens Sager, der 1955 als einer der ersten Schweizer Peacekeeper in Korea im Einsatz stand, in einer Videobotschaft, wie die bis zu 14-tägige Reise in den Einsatzraum ablief und welche Erfahrungen er in der Mission machte. Weiter gab Dr. Michael Bosack, Stellvertretender Sekretär der United Nations Command Military Armistice Commission (UNCMAC), einen Überblick der Lage in Korea und im südostasiatischen Raum. Abgerundet wurde das Fokus-Thema durch ein Referat von Divisionär Ivo Burgener, der als Leiter der Schweizer NNSC-Delegation im Einsatz steht und einen aktuellen Einblick in die Aufträge und Herausforderungen der Mission dem Publikum des Jahresrapports vermittelte.

Lageverschlechterung weltweit

Das laufende Jahr war geprägt von einer Vielzahl an Ereignissen in den Einsatzgebieten der militärischen Friedensförderung. Oberst i Gst Fehr führte aus, dass eine der grossen Herausforderungen darin lag, dass sich in fast allen Missionsgebieten im Jahr 2023 die Spannungen erneut verschärften – teils zwischen den unterschiedlichen Konfliktparteien, teils gegen die UNO-Missionen vor Ort. So begann das Jahr 2023 mit Demonstrationen und Ausschreitungen in Nordkosovo. Diese Region war das ganze Jahr hindurch immer wieder von Ereignissen gekennzeichnet, die in den Demonstrationen Ende Mai gipfelten: es kam zu den bisher gewalttätigsten Angriffen der vergangenen 20 Jahre auf KFOR-Soldaten, die auf beiden Seiten zahlreiche Verletzte forderten.

Auch auf dem afrikanischen Kontinent war die Lage äusserst volatil: Im April wurde der Sudan Schauplatz von heftigen Kämpfen zwischen den regulären Streitkräften und einer paramilitärischen Gruppierung, die auch zehn Monate später noch andauern. In Mali forderte die Übergangsregierung Mitte Jahr den schnellstmöglichen Abzug der UNO-Truppen, welcher bis Ende Dezember vollzogen wird und ebenfalls für die Schweizer Armee das Ende ihrer Beteiligung an der MINUSMA bedeutet. Und auch in der Demokratischen Republik Kongo flammten die Proteste der Zivilbevölkerung gegen die MONUSCO immer wieder auf, was zu einer Verschärfung der Sicherheitslage führt.

In der täglichen Arbeit haben sich ebenfalls die Schweizer Offiziere der UNTSO mit sicherheitsrelevanten Lageveränderungen auseinanderzusetzen – dies aufgrund der Angriffe der Hamas auf Israel und der laufenden Bodenoffensive der israelischen Streitkräfte im Gaza-Streifen. Gleichzeitig verschlechterte sich die Situation im Grenzgebiet zum Libanon durch Angriffe der Hisbollah und den diesbezüglichen Reaktionen seitens Israel. Damit neigt sich das Jahr 2023 mit zahlreichen Herausforderungen, welche auch 2024 prägen werden, dem Ende zu.


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