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Schweiz übernimmt Transportkompanie der KFOR

Die Aufträge, welche die SWISSCOY in Kosovo zugunsten der KFOR erfüllt sind vielfältig. Noch breiter wird dieses Leistungsspektrum im Frühjahr 2024, wenn die Schweiz die Transportkompanie der KFOR übernehmen wird. Für die Schweizer Armee bedeutet dies eine zusätzliche Chance, durch neugewonnene Erfahrungen ihre Interoperabilität zu erhöhen. Ermöglicht wird dies durch den Beschluss des Bundesrats, den Bestand der SWISSCOY ab April 2024 um 20 Armeeangehörige zu erhöhen.

08.12.2023 | Kommunikation SWISSINT

Eingesetzt wird die Transportkompanie für sämtliche operationellen Aufträge, welche die truppenstellenden Nationen innerhalb der KFOR übernehmen und durch die NATO definiert sind.
Eingesetzt wird die Transportkompanie für sämtliche operationellen Aufträge, welche die truppenstellenden Nationen innerhalb der KFOR übernehmen und durch die NATO definiert sind.


Seit 1999 erbringt die SWISSCOY zugunsten der multinationalen Kosovo Force (KFOR) unterschiedlichste Leistungen zur Erfüllung der Aufträge der Mission, basierend auf der UNO-Resolution 1244. Ab dem Frühjahr 2024 wird die Schweiz zusätzlich das Kommando der multinationalen Transportkompanie der KFOR übernehmen. Bis anhin stellte die SWISSCOY einen Transportzug, welcher der bisherigen Kompanie unter der Führung von Österreich zugewiesen war. Dafür wird der Bestand des Kontingents um 20 Armeeangehörige erhöht, wie der Bundesrat am 29. November 2023 beschloss. Damit werden in der SWISSCOY ab Frühling 2024 neu 215 Soldatinnen und Soldaten freiwillig Dienst im Rahmen der militärischen Friedensförderung leisten. Die zusätzlichen Armeeangehörigen werden aktuell rekrutiert und anschliessend im Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans-Oberdorf vor ihrer Entsendung einsatzbezogen ausgebildet.

Zusätzliche Leistungserbringung im internationalen Rahmen

Eingesetzt wird die Transportkompanie für sämtliche operationellen Aufträge, welche die truppenstellenden Nationen innerhalb der KFOR übernehmen und durch die NATO definiert sind. So erbringt die Transportkompanie Leistungen im Bereich von Personen- und Materialtransporten für die gesamte Mission. Weiter verfügt diese Kompanie auch über ein Element, welches für die Instandhaltung und den Unterhalt der Fahrzeuge der KFOR-Logistikgruppe zuständig ist und zudem eine Bergefähigkeit besitzt. Die Schweizer Fahrerinnen und Fahrer werden zusätzlich wie bis anhin auch im Rahmen der Freedom of Movement Detachements (FoMD) eingesetzt, gemeinsam mit den Schweizer Pionieren sowie den Kampfmittelbeseitigern (Explosive Ordnance Disposal, EOD).

Weiter ergeben sich für mittlere und obere Kader neue Funktionen im internationalen Bereich. So wird die Position des Kommandanten der Joint Logistic Support Group (JLSG) künftig alternierend von der Schweiz und Österreich besetzt, jeweils im Wechsel mit der Position des Stabschefs dieses Truppenkörpers der KFOR. Die Position des Kompaniekommandanten der Transportkompanie bietet eine zusätzliche Möglichkeit für junge Kader, Führungsverantwortung zu übernehmen und im internationalen Umfeld Know-how aufzubauen.

Anpassung der bisherigen Strukturen

Die Übernahme der Transportkompanie bedeutet aber auch einen Wandel in den Strukturen der SWISSCOY. Bis anhin war das "Nationale Support Element (NSE)" für sämtliche nationalen sowie operationellen Aufgaben im Bereich Instandhaltung, Logistik, Genie und Transport zuständig. Dieses Element wird neu in zwei Kompanien gegliedert: Die "Support Company (Sup Coy)", welche nationale aber auch operationelle Aufträge erfüllt, sowie die operationell eingesetzte "Transport Company (Trsp Coy)".

Damit steigt der sogenannte OPCON-Anteil, das heisst der Anteil derjenigen Schweizer Elemente, welche zur operationellen Auftragserfüllung direkt der KFOR zugewiesen sind, auf über 80 %. Die restliche Truppe wird weiterhin wichtige nationale Aufgaben erfüllen, welche die Leistungen der OPCON-Elemente ermöglichen. Auch dies zeigt, dass die Schweiz innerhalb der Mission als verlässlicher Partner gesehen wird und über Fachexpertise verfügt, welche von der KFOR geschätzt und gerne genutzt wird.

Mehrwert für die Schweizer Armee

Stabilität und Sicherheit auf dem Balkan ist für die Schweiz von strategischem und sicherheitspolitischem Interesse. Die Übernahme der Transportkompanie bietet der Schweiz die Möglichkeit, ihr Engagement zugunsten der NATO im Rahmen der KFOR zu verstärken, wie es der Bundesrat in seinem Zusatzbericht zum Bericht über die Sicherheitspolitik 2021 fordert. Auch bietet sie damit der Mission Unterstützung, sich an den veränderten sicherheitsrelevanten Umständen ausrichten zu können. Durch die Verstärkung ihres Kontingents trägt die Schweiz zu den Stabilisierungsbemühungen der NATO in dieser Region bei. Einer Region, die im vergangenen Jahr erneut durch Unruhen auf sich aufmerksam machte und Bilder von Ausschreitungen und Ereignissen vermehrt wieder sichtbar wurden.

Auch die Schweizer Armee profitiert von dieser Stärkung der Leistungserbringung innerhalb der KFOR, resp. der internationalen Gemeinschaft und zugunsten der Friedensförderung: Die SWISSCOY ist permanent mit der sich ändernden Lage und der Entwicklung der Einsatzverfahren der Akteure und Partner vor Ort konfrontiert. Sie muss sich dementsprechend laufend anpassen und neue Vorgehensweisen entwickeln, die als wichtige Erfahrungswerte zurück in die Schweizer Armee fliessen. Damit wird ein langfristiger Kompetenz- und Fähigkeitsaufbau sowie eine Erhöhung der Interoperabilität unserer Armee sowie ihrer Berufsmilitärs und Milizangehörigen erreicht.
 


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