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Der 500. SWISSCOY-Konvoi

Im Mai 2023 fand der 500. Versorgungskonvoi der SWISSCOY statt. Mit fünf Lastwagen inklusive Anhänger wurden rund 50 Tonnen Güter auf dem Land- und Wasserweg von der Schweiz nach Kosovo transportiert. Die Planung hierfür startete aber bereits sechs Wochen vorher und setzte Absprachen mit verschiedenen nationalen und internationalen Partnern voraus.

17.07.2023 | Niculin Pfeiffer, Sachbearbeiter Verkehr und Transport, Logistik (FGG I4) SWISSINT

Der 500. Konvoi der SWISSCOY ist mit fünf Fahrzeugen unterwegs und dauert drei Tage.
Der 500. Konvoi der SWISSCOY ist mit fünf Fahrzeugen unterwegs und dauert drei Tage.


Die reibungslose Durchführung von internationalen Versorgungskonvois erfordert die enge und zeitgerechte Zusammenarbeit einerseits innerhalb des Führungsgrundgebiets Logistik bei SWISSINT (FGG I4) und andererseits mit dem Einsatzkontingent, der armasuisse Transport und Zoll, der Logistikbasis der Armee (LBA) sowie den für die entsprechenden Transitländern zuständigen Botschaften und Verteidigungsattachés. Die Verantwortung für die Planung, Vorbereitung und Durchführung solcher Konvois liegt beim Sachbearbeiter Verkehr und Transport im FGG I4. Die Planung ist auf den jeweiligen Bedarf im Einsatzgebiet und die benötigten Trans-portmittel ausgerichtet und beginnt rund sechs Wochen im Voraus.

Sind alle Eckwerte mit dem SWISSCOY-Kontingent und der LBA bestimmt, setze ich als nächstes die Botschaftsanträge zuhanden der Schweizer Verteidigungsattachés für das Durchfahren der Transitländer auf, da diese den Kontakt zu den entsprechenden Ministerien sicherstellen. Parallel dazu kläre ich die Zollformalitäten mit armasuisse Transport und Zoll und informiere die Militärpolizei über die Durchführung des Konvois. Weiter zählt es zu meinen Aufgaben, die Fähre für die Überfahrt über die Adria zu buchen, die Übernachtungen der Fahrerinnen und Fahrer auf dem Waffenplatz Wil in Stans-Oberdorf und Ancona (Italien) zu reservieren, die internationalen Versicherungskarten für alle Fahrzeuge zu lösen sowie die Verschiebungsbefehle zu schreiben und zu verteilen.

Während den nun noch verbleibenden 14 Tagen gilt es, die Planung weiter zu verfeinern und allfällig neue, dringlichere Bedürfnisse aus dem Einsatzgebiet zu verarbeiten. In der Aussenstelle Emmen des Armeelogistikcenters Othmarsingen wird nun der Konvoi bereitgestellt, so dass Material, Fahrzeuge und Systeme sukzessive verladen werden können. Meinerseits geht es als Nächstes darum, das Dossier für den Konvoi-Chef zusammenzustellen, das den Verschiebungsbefehl, die Zollpapiere, das Cargo-Manifest, OSZE-Formulare und die NATO-Zertifikate umfasst. Vor der Abfahrt kontrollieren die SWISSCOY-Fahrerinnen und -Fahrer ihre Fahrzeuge und die Ladungssicherung, für welche sie verantwortlich sind. Anschliessend werden die beladenen Fahrzeuge, Systeme und Transportcontainer verschlossen und von mir plombiert. Zuletzt verstauen die Fahrerinnen und Fahrer die Verpflegung für den ersten Tag sowie das persönliche Reisegepäck und der Konvoi-Chef prüft nochmals die Reisedokumente.

Die Fahrt aus der Schweiz in den Einsatzraum (Kosovo) via Italien und Albanien dauert drei Tage und wird im FGG I4 mittels Tracking verfolgt. Der Konvoi-Chef ist unterwegs für die Führung verantwortlich und stellt den ständigen Kontakt zum FGG I4 sicher. Weiter regelt er an den Grenzübertritten die Zoll- und Grenzformalitäten, meldet den Konvoi bei der wartenden Eskorte der Militärpolizei des Transitlandes an und bespricht mit ihr die vorgesehene Route sowie die geplanten Marsch- und Tankhalte. Je nach Transitland wird der Konvoi auf der ganzen Strecke von Grenze zu Grenze eskortiert. Übernachtet wird in einem Hotel am Hafen in Ancona und auf der Autofähre während der Überfahrt. Nach dem Anlegen in Durrës (Albanien) geht die Fahrt weiter ins Camp in Novo Selo (Kosovo), wo sich das Nationale Support Element der SWISSCOY befindet.

Am nächsten Tag erfolgt unter der Leitung des Logistikoffiziers der Ablad, die Reinigung aller Fahrzeuge und Container sowie die Vollständigkeits- und Funktionskontrolle durch das Konvoiteam sowie den Instandhaltungsspezialistinnen und -spezialisten. Allfällige technische Mängel oder Bestandesdifferenzen beim Material werden durch den Logistikoffizier nach Stans-Oberdorf an das FGG I4 gemeldet. Der Konvoi wird mit einer kurzen After Action Review im Einsatzraum und telefonisch durch den Konvoi-Chef mit mir abgeschlossen.

Mit der Rückmeldung der Zolldokumente an die armasuisse Transport und Zoll respektive der NATO-Zertifikate an die KFOR wird der Konvoi auch administrativ abgeschlossen. Die Planung für die beiden nächsten Konvois von Kosovo in die Schweiz und wieder zurück nach Kosovo läuft bereits parallel zum 500. Konvoi, damit diese zeitgerecht und mit den richtigen Gütern beladen durchgeführt werden können.
 

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