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Logistik in der Friedensförderung

Operationelles Handeln setzt logistische Bereitschaft und logistisches Können voraus. Die Logistik sorgt dafür, dass die Schweizer Soldatinnen und Soldaten vor Ort stets über gute Ausrüstung, einsatzbereites Material sowie zweckmässige Arbeits- und Wohninfrastrukturen verfügen, um ihren Auftrag erfüllen zu können.

06.07.2023 | Anton Lagger, Chef Führungsgrundgebiet Logistik (FGG I4) SWISSINT

Um die logistische Versorgung der friedensfördernden Einsätze der Schweizer Armee sicherzustellen, arbeitet SWISSINT eng mit der Aussenstelle Emmen des Armeelogistikcenters Othmarsingen zusammen.
Um die logistische Versorgung der friedensfördernden Einsätze der Schweizer Armee sicherzustellen, arbeitet SWISSINT eng mit der Aussenstelle Emmen des Armeelogistikcenters Othmarsingen zusammen.


Das Kompetenzzentrum SWISSINT ist für die Umsetzung des Armeeauftrages Friedensförderung verantwortlich. Dazu gehört auch die gesamte Einsatzlogistik: Rund 280 Frauen und Männer leisten in 19 Ländern weltweit einen friedensfördernden Einsatz. Die Logistik hat die Aufgabe zu meistern, missionsspezifisch das richtige Material zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort zu transportieren, dort einsatzbereit zu halten sowie den Bau, Betrieb und Unterhalt der Einsatzinfrastrukturen (Arbeits-, Lager- und Wohninfrastrukturen) zu bewerkstelligen. Die dabei auftauchenden Herausforderungen sind vielfältig und reichen bis hin zu ausserordentlichen Lagen, wie als beispielsweise COVID-19 weltweit zu geschlossenen Luft- und Strassenverkehrsverbindungen führte. Deshalb ist im Bereich Logistik stets eine optimale Kombination von Wissen, Erfahrung, vorausschauender Planung und Flexibilität verlangt.

Bei der Beschaffung wird auf Modularität, Benutzer- und Wartungsfreundlichkeit, Einfachheit und die erhöhten klimatischen Anforderungen in den Einsatzgebieten geachtet. So muss das Material global einsetzbar und so spezifiziert sein, dass dieses über lange Distanzen auf dem Land-, Wasser- und Luftweg transportiert werden kann. Für die Sicherstellung der Interoperabilität müssen die Systeme (Material, Fahrzeuge, Übermittlung) so ausgestattet sein, dass die Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern möglich ist. Um die Versorgung mit Treibstoff zu erleichtern, werden in Friedenförderungseinsätzen ausschliesslich mit Diesel betriebene Systeme eingesetzt. Die Infrastrukturbauten (Containerbauten) für die Bereiche Büro, Lager und Wohnen werden durch die Einsatzlogistik nach einem modularen Baukastensystem zusammengestellt respektive aufgebaut, was grösstmögliche Autonomie in den Einsatzgebieten gewährleistet.

Kurz gesagt: Die Logistik hat sicherzustellen, dass das erforderliche Einsatzmaterial und die Infrastrukturen durchhaltefähig und stets in ausreichender Menge einsatzbereit und verfügbar sind, so dass die Auftragserfüllung nie gefährdet ist. Elementar ist auch die enge Zusammenarbeit mit Partnern: dem Armeestab, der Logistikbasis der Armee, der armasuisse und weiteren Leistungserbringern.

Die SWISSCOY in Kosovo ist mit 195 Angehörigen die grösste friedensfördernde Mission und logistisch gesehen das anspruchsvollste Kontingent der Schweizer Armee. Die SWISSCOY-Kontingente werden mit dem dort benötigten Material zweimal wöchentlich mit Versorgungsflügen und zusätzlich mit monatlichen Strassenkonvois versorgt. Bei diesen gilt es, die Herausforderungen der grossen Distanzen, des Durchfahrens mehrerer Transitländer, der Wetter- und Verkehrsbedingungen sowie der unterschiedlichen Zollabfertigungsabläufe zu meistern. Mit den Versorgungsflügen werden unter anderem auch die SWISSCOY-Angehörigen, die Einsatzferien beziehen, aus dem und in den Einsatzraum transportiert.

Das Führungsgrundgebiet Logistik (FGG I4) plant und setzt ebenso die zweimal jährlich stattfindenden Kontingentswechsel der SWISSCOY logistisch sicher. Dies beinhaltet unter anderem die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft des Materials (Fahrzeuge, Systeme, Geräte) und der Einsatz-Infrastrukturen, die Materialinventur sowie die Kontingentswechselflüge für den Transport der SWISSCOY-Angehörigen und deren Einsatzmaterial. Damit diese logistischen Abläufe zwischen SWISSINT und dem Einsatzgebiet möglichst reibungslos erfolgen können, ist ein Logistikoffizier von SWISSINT fix im Stab des Einsatzkontingents SWISSCOY integriert. Er stellt zudem vor Ort den komplexen Betrieb der Einsatzlogistik zugunsten nationaler wie internationaler Leistungsbezüger im internationalen Umfeld sicher.

Für die Durchführung der logistischen Herausforderungen im internationalen Rahmen braucht es Spezialistinnen und Spezialisten aus dem Bereich Logistik sowie das entsprechende Material, Wissen und Erfahrung. Die internationale Friedensförderung der Schweizer Armee profitiert dabei von sieben Jahrzehnten Einsatzerfahrung.
 

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