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"Man muss alles in Frage stellen – keine Information ist zu 100% sicher"

Leonardo Giovanora arbeitet als Senior Analyst im Intelligence Surveillance and Reconnaissance (ISR) Bataillon der KFOR. Im Einsatz trägt er den Grad eines Hauptmanns. Als Berufsmilitär wird er nach seinem Auslandseinsatz zurück zur Nachschubschule 45 in Fribourg gehen, wo er Unteroffiziere ausbildet und Feldweibel und Fouriere während dem Abverdienen coacht. Danach folgt eine weitere Herausforderung im internationalen Umfeld, bei welcher er sein neu gewonnenes Wissen anwenden kann.

09.02.2023 | Wm Iris Probst, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 47

Leonardo Giovanora arbeitet als Senior Analyst im Intelligence Surveillance and Reconnaissance (ISR) Bataillon der KFOR.
Leonardo Giovanora arbeitet als Senior Analyst im Intelligence Surveillance and Reconnaissance (ISR) Bataillon der KFOR.

Noch rund 3 Monate dauert der Einsatz von Hptm Giovanora im SWISSCOY Kontingent 47. Doch trotzdem sind seine Pläne für die Zeit nach seiner Beteiligung an der militärischen Friedensförderung definiert: Nach dem Einsatz wird er für ein weiteres Jahr nach Fribourg zurückkehren. Danach übernimmt er die Funktion des Klassenlehrers im Bereich "Leadership" an der NATO School in Oberammergau, in Deutschland. «Diese Gelegenheit ist definitiv ein Karrierehöhepunkt für mich. Ich bin sehr stolz diese Möglichkeit bekommen zu haben.» Hptm Giovanora hat sich explizit für die Funktion als Senior Analyst bei der KFOR beworben, um Erfahrungen für seine zukünftige Funktion in Oberammergau zu sammeln. «Es war zwar keine Voraussetzung, mir wurde jedoch nahegelegt, einen Auslandeinsatz zu leisten. Dies vor allem um die NATO-Struktur mehr im Detail kennenzulernen und besser zu verstehen.»


Das ISR Bataillon der KFOR verfolgt und beurteilt die Lage im Kosovo und stellt ihre Erkenntnisse dem Stab des Kommandanten der Mission zur Verfügung. Das Bataillon ist eine internationale Einheit, und wird von einem italienischen Oberstleutnant befohlen. «Es ist fantastisch mit anderen Nationen und Mentalitäten zusammenzuarbeiten. Das Bataillon ist wie eine kleine Familie – wir passen wirklich gut zusammen.» Im Team stellt der berufsmilitärische Hintergrund die Basis dar. Demzufolge sprechen alle die gleiche «Sprache», was die Zusammenarbeit erleichtert. Um erfolgreich in einem internationalen Umfeld zu arbeiten, ist es ausschlaggebend, dass man einander akzeptiert und die eigene Mentalität etwas zurückstellt. «Man muss wirklich offen und flexibel sein. Akzeptanz ist das wichtigste für eine gute Zusammenarbeit», sagt Hptm Giovanora.


Für die Funktion des Senior Analysten ist ein breites Wissen über den Kosovo notwendig. Dafür durchlief Hptm Giovanora vorgängig beim Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans-Oberdorf eine vertiefte einsatzbezogene Ausbildung. «Für die Wissensvermittlung war jedoch die Hand-over-Take-over Phase entscheidend. Während dieser Zeit konnte mir mein Vorgänger wirklich Vieles vermitteln.» Ansonsten holt er sich auch immer wieder gerne neues Wissen von seinen Kammeraden im Bataillon. Einerseits kann er dieses künftig auch in seine Arbeit als Berufsmilitär der Schweizer Armee einbringen, andererseits wird er davon ebenfalls bei seiner Tätigkeit in Oberammergau profitieren können.


Was Hptm Giovanora besonders an seiner Aufgabe im Einsatzraum fasziniert ist die Vielseitigkeit. Er beschäftigt sich mit einem breiten Spektrum an Themen. Was ihm auch sehr an seiner Arbeit gefällt, ist seine persönliche und professionelle Weiterentwicklung. Meine Funktion erfordert Pragmatismus und sehr gute analytische Fähigkeiten. Ich muss sehr detailliert arbeiten, aber gleichzeitig wichtige von unwichtigen Informationen unterscheiden können. Man muss Informationen immer mit einem kritischen Auge analysieren. Ausserdem muss man sich bewusst sein, dass man nie wirklich alles weiss», sagt Hptm Giovanora.


Sein Ratschlag für jene, welche sich für einen Friedensförderungseinsatz interessieren, lautet: «Obwohl du Schweizer oder Schweizerin bist, musst du unbedingt offen sein und international denken. Ausserdem ist es wichtig, dass man sich den Gegebenheiten im Einsatzraum anpassen kann und auch anpassen will. Ansonsten werden es sehr lange sechs Monate im Kosovo.» Ist man jedoch in der Lage, seine eigenen Bedürfnisse zugunsten des Einsatzes zurückzustellen, so stellt ein Engagement in der Friedensförderung ein grosses Potential dar, um neue Fähigkeiten zu lernen und sich neues Fachwissen anzueignen, welches zurück nach Hause gebracht werden kann.

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