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Der Pionier-Zug der SWISSCOY: Massgeblicher Beitrag zur Bewegungsfreiheit im Kosovo

Die Gewährleistung eines sicheren und stabilen Umfelds sowie der Bewegungsfreiheit gehören zu den Hauptaufträgen der Kosovo Force (KFOR). Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei auch der Pionierzug des SWISSCOY Kontingents 47: Als operationelles Element steht dieser neben dem Transportzug und den Kampfmittelbeseitigern als Teil des Freedom of Movement Detachements (FoMD) der KFOR zur Verfügung.

02.02.2023 | Wm Iris Probst, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 47.

Der Pionier-Zug der SWISSCOY: Massgeblicher Beitrag zur Bewegungsfreiheit im Kosovo.
Der Pionier-Zug der SWISSCOY: Massgeblicher Beitrag zur Bewegungsfreiheit im Kosovo.

Obwohl die Pioniere während dem Einsatz verschiedene Aufträge zugunsten des Kontingents ausführen, gehört der Pionierzug zur Joint Logistic Support Group (JLSG) der KFOR und wird entsprechend direkt von ihr beauftragt. Die Gewährleistung eines stabilen Umfelds (Safe and Secure Environment SASE) sowie die Sicherstellung der Bewegungsfreiheit für alle Personen im Kosovo und die KFOR Truppen (Freedom of Movement FOM) gehören zu den Grundaufträgen der KFOR. Letztere sieht insbesondere die Räumung von Strassenblockaden vor, wenn diese von lokalen Kräften nicht bewerkstelligt werden kann. Hier kommen die Schweizer Elemente zugunsten des Freedom of Movement Detachements zum Zug.

Das Freedom of Movement Detachement trainiert die Räumung von Strassenblockaden regelmässig, um die Einsatzbereitschaft im internationalen Verbund stets gewährleisten zu können. In diesen Trainingsszenarios werden allfällige Demonstranten, die sich vor der Blockade befinden, durch Angehörige anderer KFOR-Nationen zurückgedrängt – es findet die sogenannte «Crowd and Riot Control» statt. Bevor am Hindernis gearbeitet werden kann, kommt das Team der Kampfmittelbeseitigung (Explosive Ordnance Disposal EOD) zum Einsatz. Auch hier handelt es sich um Spezialisten aus der Schweiz. Sie untersuchen die Blockade auf Sprengstoff und entfernen diesen falls nötig. Dann ist der Weg frei, damit die Pionier- und Transportgruppe mit Spezialmaschinen die Sperre beseitigen und damit die Bewegungsfreiheit wiederherstellen können. «Die Herausforderung bei solchen Übungen liegt vor allem in der Kommunikation aller beteiligten Nationen. Die Englischkenntnisse der Beteiligten sind auf ganz unterschiedlichem Niveau. Ausserdem kann es auch ziemlich herausfordernd sein das Zeitbedürfnis für die Aufgabenbereiche der verschiedenen Teams zu berücksichtigen. Damit diese Zusammenarbeit auch im Ernstfall reibungslos funktioniert, finden eben gerade darum diese Übungen regelmässig statt», so Lt Jonas Eggenschwiler, der stellvertretende Zugführer der Pioniere. Neben diesen grösseren Trainings im internationalen Rahmen, absolvieren die Schweizer Spezialistinnen und Spezialisten meist wöchentlich kleinere Ausbildungseinheiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Steht ein möglicher Einsatz des FoMD an, versetzt die KFOR das Detachement in Bereitschaft. Bereitschaft heisst, dass dieses innerhalb einer gewissen Zeit einsatzbereit sein muss. «Es gibt mehrere Bereitschaftsgrade, in welchen unter anderem die Schweizer Pioniere vom Kommando der KFOR versetzt werden können. Im Bereitschaftsgrad eins befinden wir uns grundsätzlich immer, während des ganzen Einsatzes. Wird der Bereitschaftsgrad erhöht so werden beispielsweise Teams aus Pionieren und Fahrern zusammengestellt, welche sich dann für einen möglichen Einsatz vorbereiten: Zuerst gibt es ein kurzes Briefing auf Stufe Zug. Anschliessend stellt jeder sein persönliches Material zusammen, danach werden die Maschinen und Werkzeuge vorbereitet, und zum Schluss kontrollieren wir nochmal, ob alles für einen Einsatz bereit ist. Steht dieser dann bevor, verschiebt das FoMD je nachdem in einen Bereitschaftsraum ausserhalb des Camps», erklärt Lt Eggenschwiler.

Strassenblockaden zu räumen gehört jedoch nicht zur Tagesordnung des Schweizer Pionierzuges. Im Einsatzalltag sind die Pioniere um den Zugführer Hauptmann Daniel Tobler sehr vielseitig eingesetzt: Sie erledigen Arbeiten zum Unterhalt und Ausbau der Camps oder in anderen Bereichen, in denen ihre Unterstützung gefragt ist. Dabei verwirklicht der Pionierzug Projekte im Bereich Hoch- und Tiefbau – von der Planung bis zur Realisierung. «Zurzeit sind wir im internationalen Bereich mit einer Baustelle in Griechenland beschäftigt, wo wir im Auftrag der KFOR ein Camp der Mission sanieren. National arbeiten wir auf einer grossen Baustelle in einem unserer Liaison and Monitoring Team Field-Houses. Ausserdem sanieren wir momentan den Boden in unserem Compound in Novo Selo, sowie ein Unterstand in einem anderen Schweizer Field-House», so Lt Eggenschwiler.

Es zeigt sich deutlich: Der Pionier-Zug der SWISSCOY wird äusserst vielseitig eingesetzt, sowohl auf internationaler als auch nationaler Ebene. Die Schweizer Pioniere sind Fachexperten mit hervorragendem zivilem Wissen, vom Elektriker über den Sanitärinstallateur, Holz- und Metallbauer bis hin zum Maurer. Dieses gebündelte Wissen der Spezialistinnen und Spezialisten – ein Verdienst des Schweizer Milizsystems – wird auch innerhalb der KFOR sehr geschätzt. 

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