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«Wir Schweizer können im Umfeld des HQ der KFOR problemlos mithalten»

Mit 58 Jahren leistet Oberst Beat Fischer als Chef Informationsoperationen einen SWISSCOY-Einsatz im Hauptquartier der KFOR. In dieser Position braucht es ein Faible für Menschen, den Wunsch in einem multinationalen militärischen Umfeld zu arbeiten und Erfahrungen in der Kommunikation.

26.01.2023 | Fachoffizier Norbert Jenal, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 46

Oberst Beat Fischer arbeitet als SWISSCOY-Angehöriger im Hauptquartier der KFOR im Camp Film City in Pristina.
Oberst Beat Fischer arbeitet als SWISSCOY-Angehöriger im Hauptquartier der KFOR im Camp Film City in Pristina.

Seit Ende März 2022 ist Oberst Beat Fischer als Chef Informationsoperationen (Chief Info Ops) im Hauptquartier der KFOR in Pristina tätig. Diese Position ist innerhalb des Joint Effects Centre (JEC) angegliedert. Das JEC vereint die nicht kinetischen Operationen wie die zivil- militärische Kooperation (CIMIC), Psychological Operations (PSYOPS) und das Liaison and Monitoring Team Coordination Centre (LMT CC), wo die täglichen Rapporte der verschiedenen LMTs verarbeitet werden. In diesen Bereichen des JEC ist der Chief Info Ops der Dreh- und Angelpunkt: Er plant, koordiniert und synchronisiert alle Informationsaktivitäten der KFOR nach aussen.

«Mein Job ist äusserst vielfältig. Ich definiere unter anderem in Koordination mit dem Political Advisor (POLAD), Public Affairs Officer (PAO) sowie den Regional Commands die Schlüsselbotschaften und Informationsaktivitäten aller im Informationsumfeld tätigen KFOR-Akteure wie KFOR-Kommandant, PAO, PSYOPS, CIMIC oder LMTs. Weiter identifiziere und analysiere ich Narrative, welche gegen die KFOR gerichtet sind und entwickle entsprechende Gegenbotschaften. Ebenso gestalte ich Reputations- und Aufklärungskampagnen, um die KFOR zu positionieren, welche für Sicherheit und Bewegungsfreiheit sorgt», erläutert Oberst Fischer.

Neue Strukturen erarbeitet

Der Schweizer Milizoffizier konnte in den ersten Monaten einiges bewegen: «Der bis Anfang Oktober 2022 diensthabende KFOR-Kommandant, Major General Kajári, schätzte unsere Arbeit sehr und gab uns viel Handlungsspielraum. Wir sind ein kleines, aber gutes Team und dank unseres Engagements wandelte sich der Bereich stark. Wir haben unsere Planungsprozesse neu aufgesetzt, unser Koordinationsnetzwerk erweitert und die Zusammenarbeit innerhalb des HQs optimiert».

Unter der Führung von Oberst Beat Fischer erarbeitete das Team auch die neuen Strukturen: Aus einem Zwei-Mann-Team wurde eine multinationale Gruppe von momentan fünf Offizieren aus der Schweiz, der Türkei, Rumänien und Österreich. Die Info Ops Zelle wandelte sich zur Information Activity Coordination Section (IAC), wodurch sich auch die Funktionsbezeichnung von Oberst Fischer in Chief IAC änderte. Nun ist die Grundarbeit gemacht und mit der neuen Struktur ist das IAC solide aufgesetzt. «Nach nur zwei Monaten überreichte mir der Stabschef der KFOR den Coin für exzellente Arbeit. Natürlich macht mich das stolz und es zeigt sich damit auch, dass wir Schweizer im Umfeld des Hauptquartiers der KFOR problemlos mithalten können. Zudem ist es eine schöne Wertschätzung für unser Team», führt Oberst Fischer aus. Jetzt geht es darum, die Prozesse zu festigen, weitere Ideen einzubringen und mit guter Arbeit nachhaltig etwas zu bewegen.

Bestehende Abläufe optimiert

«Ich hatte das Glück einen Mentor zu finden, den Chief PsyOps, ein sehr erfahrener deutscher Offizier mit langjähriger Einsatzerfahrung in Afghanistan. Er hat mir viele wertvolle Tipps gegeben und meine Einarbeitung enorm erleichtert», erinnert er sich. Zusammen haben sie diverse neue Kommunikationsprodukte entwickelt wie zum Beispiel die Video-CRM (Crisis Response Messages) für den KFOR-Kommandanten. Ebenso haben sie Strukturen aufgebaut und Abläufe optimiert. Das Herzstück ist ein Integrated Information Activity Plan, wo alle Kommunikationsaktivitäten der KFOR im Informationsumfeld auf einen Blick ersichtlich sind. In enger Zusammenarbeit mit PSYOPS, CIMIC und dem Gender Advisor lancierte die IAC auch ein neues Projekt zum Thema «häusliche Gewalt». Dabei geht es darum, diese heikle Thematik auf den Kommunikationskanälen aufzugreifen und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Parallel dazu unterstützen die IAC und CIMIC sogenannte «Safe Houses» und «Family Rooms».

Für den Oberst gibt es keinen besseren Job, weshalb er sich entschieden hat seinen Einsatz um weitere sechs Monate zu verlängern: «Diese Funktion ist für mich gemacht, es ist genau meine Welt. In dieser Position kann ich mein Faible für Menschen und Kommunikation in einem militärischen Umfeld ausleben.» Doch auch das private Umfeld muss stimmen, um sich voll einbringen zu können. Umso mehr, wenn man sich für weitere sechs Monate verpflichten will. «Natürlich ist meine Frau nicht sehr erfreut darüber, aber sie teilt mein Glück und ist sehr verständnisvoll. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.» Oberst Fischer bleibt vorerst bis im April 2023 im Einsatzraum und engagiert sich weiterhin zugunsten der Weiterentwicklung des IAC.

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