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Als LOT-Beobachter im Einsatz: «Unsere Arbeit trägt aktiv zum Erfolg der EUFOR-Mission bei»

Seit 2004 beteiligt sich die Schweizer Armee an der Mission ALTHEA der European Union Force (EUFOR). Dieses Engagement in Bosnien-Herzegowina stellt neben dem Einsatz der SWISSCOY im Kosovo die zweite Mission mit Schweizer Beteiligung auf dem Balkan dar. Ausgebildet werden die Angehörigen beider Missionen in einem gemeinsamen Ausbildungskurs bei SWISSINT in Stans-Oberdorf. Hierbei lernten auch die Angehörigen der EUFOR 37, dass die Aufträge der KFOR und der EUFOR zwar ähnlich, aber die Einsätze dennoch unterschiedlich sind. Wm Patrick Beusch, Beobachter im Liaison and Observation Team in Trebinje, erzählt im Interview über seine Erfahrungen im Einsatz zu Gunsten der EUFOR.

10.01.2023 | Interview mit Wm Patrick Beusch, geführt von Fachoffizier Cosimo Lupi

«Unsere Arbeit trägt aktiv zum Erfolg der EUFOR-Mission bei»
«Unsere Arbeit trägt aktiv zum Erfolg der EUFOR-Mission bei»

Patrick Beusch, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Ich bin Wm Patrick Beusch und befinde mich derzeit auf meiner dritten Mission. Ich habe vor über 10 Jahren bereits einen Einsatz im Kosovo mit der SWISSCOY und einen in Bosnien und Herzegowina (BiH) für die EUFOR geleistet. Im zivilen Leben habe ich mehrere Jahre in der Privatwirtschaft in verantwortungsvollen Positionen in der Schweiz und im Ausland gearbeitet, aber dann hat mich die Coronavirus-Pandemie veranlasst, meine Pläne etwas zu ändern. Derzeit bin ich Beobachter im Liaison and Observation Team (LOT) in Trebinje.

Was sind Ihre Hauptaufgaben?

Als Observer für das LOT in Trebinje führe ich regelmässig Gespräche mit der lokalen Bevölkerung. Zu zweit und in Begleitung eines lokalen Dolmetschers führen wir in der Regel Gespräche mit Behörden, Politikern, Vertretern von Institutionen, der Zivilgesellschaft und Personen aus der Verwaltung unserer Region, um den Puls der Bevölkerung zu fühlen und so die Entwicklung der Lage zu beobachten. Die politische Struktur von Bosnien und Herzegowina (BiH) ist komplex, was auch Einfluss auf unsere tägliche Arbeit hat und sie abwechslungsreich und fordernd macht. In einem täglichen Bericht fassen wir zusammen, was wir vor Ort sehen und welche Informationen wir gesammelt haben. Diese Berichte werden dann an das Hauptquartier der Mission weitergeleitet. Diese von uns gesammelten und konsolidierten Informationen dienen der EUFOR dazu, sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen und mögliche Trends oder Eskalationspotenziale frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus ist es unsere Aufgabe, die Präsenz der EUFOR an allen Orten in unserem Zuständigkeitsbereich, der so genannten "Area of Operations" (AOO), zu zeigen.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Einsatz?

Ich freue mich, dass ich mit meiner Arbeit aktiv zum Erfolg der EUFOR-Mission beitragen kann. Es macht mir Freude, jeden Tag mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu stehen. Bei den Gesprächen, die wir führen, kommen wir wirklich in den direkten Austausch mit der Bevölkerung und den Institutionen, und wir haben auch die Möglichkeit, dieses Land in seiner Vielfalt zu sehen. Wenn wir aus dem Hauptquartier der Mission positive Rückmeldungen zu unseren Berichten erhalten, freut mich das besonders. Man kann immer wieder spüren, dass die Präsenz der EUFOR von der Bevölkerung gern gesehen wird, die Menschen sind froh über diese internationale Präsenz, die ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität vermittelt.

Welche Herausforderungen sehen Sie in Ihrer Tätigkeit als Observer?

Bei der Organisation der verschiedenen Gespräche stehen wir sicherlich täglich vor Herausforderungen. Kurzfristige Anpassungen, kulturelle, logistische und organisatorische Aspekte müssen stets berücksichtigt werden. Die Verschiebungen in alle Ecken unserer AOO ist nicht immer einfach: Das Land ist geografisch sehr vielfältig, und manchmal sind die Strassen, die sich durch Berge und Hügel schlängeln, nicht so einfach zu befahren. Auch das Leben im LOT-Haus bietet manchmal Herausforderungen; man muss sich mit den Kameradinnen und Kameraden arrangieren, schliesslich leben wir sechs Monate lang zusammen.

Was waren Ihre Erwartungen vor dem Einsatz? Und haben sie sich erfüllt?

Da ich bereits im Einsatz war, hatte ich eine Vorstellung davon, wie die Arbeit sein könnte, aber ich kam ohne besondere Erwartungen. Mir gefällt die Mission sehr gut und ich hoffe, dass ich unter den richtigen Bedingungen verlängern und vielleicht eine neue Funktion übernehmen darf.

 

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