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«Im Notfall musst du funktionieren – das ist extrem wichtig.»

Das Medic-Team des SWISSCOY-Kontingents 47 ist immer bereit für den Ernstfall. Dafür ist regelmässiges Training und eine gute Teambildung ausschlaggebend. So üben die Medics regelmässig auch im Einsatzraum verschiedenen Notfall-Szenarien. Organisiert werden diese Übungen von der stellvertretenden Chief Nurse, Obwm Noémie Pernet.

10.01.2023 | Wm Iris Probst, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 47

Der Patient, der am schwersten verletzt ist wird in den Heli transportiert. Die anderen werden in die Ambulanzen befördert.
Der Patient, der am schwersten verletzt ist wird in den Heli transportiert. Die anderen werden in die Ambulanzen befördert.

Es ist noch dunkel draussen und im Medic-Trakt herrscht schon reges Treiben. Obwm Noémie Pernet geht ihr Drehbuch für die bevorstehende MedEvac (Medical Evacuation) Übung nochmals durch und weist die Statisten in ihre Rollen ein, bevor diese ihre vorgetäuschten Verletzungen aufgemalt bekommen. Es ist die erste MedEvac Übung für das Medic-Team im Einsatzraum – und auch die erste Übung, welche sie zusammen mit den österreichischen Kameradinnen und Kameraden durchführen. "Das ist das erste Mal, dass ich so eine Übung organisiere – ich hoffe es klappt alles."

Ausserhalb des Einsatzraumes ist Obwm Pernet stellvertretende Leiterin in einer Notaufnahme. Folglich hat sie schon oft an Notfall-Übungen teilgenommen. Diese zu organisieren ist jedoch eine neue Herausforderung für sie. "So eine Übung zu planen ist sehr aufwändig und es muss an alles gedacht werden. Ich habe dabei jedoch viel gelernt und für das nächste Mal weiss ich bereits, was verbessert werden kann und was wieder gut funktionieren wird." Wenn Obwm Pernet nicht gerade mit einer Übung beschäftigt ist, unterstützt und dokumentiert sie die ambulante Behandlung im Medic Center im Swiss Compound, bearbeitet medizinische Meldungen und Weisungen der KFOR und unterstützt die Chief Nurse in ihrem Aufgabenbereich.

Vom Camp verschieben die Medics zur inszenierten Unfallstelle. Das Szenario für die MedEvac ist ein Busunfall. Jetzt heisst es: die Situation analysieren und die Aufgaben teilen. "In so einem Fall muss man einfach funktionieren – als Person und auch als Team. Jedes Teammitglied muss wissen was er oder sie zu tun hat und jede und jeder muss seine Rolle kennen", sagt Obwm Pernet. So übernimmt die Chief Nurse das Kommando und für den Rest des Teams heisst es: bergen, den Zustand der Patienten analysieren und erste Hilfe leisten. Obwohl das Medic-Team erst seit ein paar Monaten zusammenarbeitet und jeder einen anderen Rucksack in den Einsatz mitgebracht hat funktioniert alles wie am Schnürchen. Blutende Wunden werden versorgt, Tourniquets montiert und jene Patienten die nicht mehr gehen könne, werden transportfähig gemacht.

Nicht lange nachdem der Super Puma gelandet ist, fahren auch die Schweizer und österreichischen Ambulanzen vor. Das österreichische Team klinkt sich ein und die Triage kann beginnen: Der Patient, der am schwersten verletzt ist wird in den Heli transportiert. Die anderen werden in die Ambulanzen befördert.

Nebst dem, dass dies die erste MedEvac Übung der Medics des SWISSCOY Kontingents im Einsatzraum ist, ist es auch die erste Übung, welche die Schweizer und die Österreicher gemeinsam durchführen. "Die Zusammenarbeit mit anderen Nationen macht mir besonders viel Spass. Wir können viel von den Berufsarmeen lernen, besonders im Bereich der Taktik." Somit wurden die Erwartungen von Obwm Pernet vom Einsatz bereits übertroffen. "Ich habe mich für diesen Einsatz entschieden, um in einem anderen Umfeld arbeiten zu dürfen und auch um etwas Neues dazuzulernen. Ich hätte jedoch nie gedacht, dass ich auf einer so breiten Ebene mit so vielen verschiedene Nationen direkt zusammenarbeiten darf."

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