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«Ein Einsatz im Kosovo ist eine sehr bereichernde Erfahrung»

Hauptfeldweibel Rachel Beyeler absolviert im SWISSCOY Kontingent 47 einen friedensfördernden Einsatz als Warrant Officer und Observer im Kosovo. Als Teil des Liaison and Monitoring Teams (LMT) in Prizren steht sie täglich im Austausch mit der lokalen Bevölkerung sowie Behörden und spürt somit den Puls vor Ort. Die angehende Berufsunteroffizierin erzählt, was sie an der Armee fasziniert und welchen Mehrwert sie in einem SWISSCOY-Einsatz sieht.

23.12.2022 | Wm Iris Probst, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 47

Hauptfeldweibel Rachel Beyeler absolviert im SWISSCOY Kontingent 47 einen friedensför-dernden Einsatz als Warrant Officer und Observer im Kosovo.
Hauptfeldweibel Rachel Beyeler absolviert im SWISSCOY Kontingent 47 einen friedensför-dernden Einsatz als Warrant Officer und Observer im Kosovo.

Bereits als ich 17 Jahre alt war, entschied ich mich, zur Armee zu gehen. Bis dahin hatte ich das Ziel, eine Laufbahn bei der Berufsfeuerwehr einzuschlagen, und ich sah die Armee als eine Möglichkeit, mich sowohl körperlich als auch mental darauf vorzubereiten. Nach abgeschlossener Rekrutierung begann ich im Juni 2020 mit der Rekrutenschule. Von Anfang an haben mir der militärische Rahmen, die Disziplin und die Ordnung viel gebracht. Deshalb entschied ich mich, diese Erfahrungen beim Militär zu erweitern und die Unteroffiziersschule zu absolvieren. Da ich immer wissensdurstiger wurde, strebte ich von nun an den Grad des Hauptfeldweibels an. Das Auswahlverfahren war hart. Während der anstrengenden Covid-Zeit konnte ich mich jedoch von der Masse abheben und meine organisatorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, was mir die Möglichkeit eröffnete, den Höheren Unteroffizierslehrgang zu besuchen.

Während meiner Ausbildung kam mir der Gedanke, in der Armee zu bleiben, und von da an beschleunigten sich die Ereignisse. Schon bald wurde ich als Kandidatin für das Berufsmilitär vorgeschlagen. Gleichzeitig wurde mir der Einsatz für eine friedenserhaltende Mission im Kosovo nahegelegt. Zunächst war ich von der Idee, sechs Monate in einem fremden Land zu arbeiten, wenig angetan, da mir die Ziele dieser Mission unklar waren. Nachdem ich jedoch die Gelegenheit hatte, mit Personen zu sprechen, die bereits an dieser Mission teilgenommen hatten, wurde mir klar, dass der Gewinn an sozialer Erfahrung enorm ist, weshalb ich mich bewarb und zustimmte, Berufsmilitär-Anwärterin zu werden.

Seit Beginn meiner Ausbildung in Stans-Oberdorf hat sich meine Entscheidung, Berufsmilitär-Anwärterin zu werden und im Kosovo Einsatz zu leisten, gefestigt. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass das militärische Umfeld sehr gut zu mir passt und es mir gefällt. Die in Stans-Oberdorf und während des Einsatzes erlangten Kenntnisse werden mir für meine Zukunft nützlich sein. Zudem hilft mir meine militärische Erfahrung als Hauptfeldweibel in meiner jetzigen Funktion als Warrant Officer im Field House in Prizren. Meine Lehre als kaufmännische Angestellte hilft mir hingegen bei allem, was mit Finanzen zu tun hat. Die Arbeit als Beobachterin ist etwas völlig Neues und eine grosse Herausforderung für mich, denn ich mag es, wenn alles im Voraus geplant und vorbereitet wird. Bei einem Meeting ist es jedoch schwierig, alles zu planen, und manchmal ist Improvisation gefragt. Ausserdem spielt mir meine Schüchternheit zuweilen einen Streich, wenn ich meinen Gesprächspartner nicht kenne. Dennoch ist es eine gute Erfahrung, da ich viele neue Dinge lerne und mich dazu zwinge, mich selbst zu übertreffen, was aus persönlicher Sicht sehr bereichernd ist.

Meiner Meinung nach ist ein Einsatz im Kosovo eine sehr lohnende Erfahrung für eine Frau, die Militärdienst geleistet hat, da man mit einer anderen Welt konfrontiert wird als mit der, die wir in der Milizarmee kennenlernen. Erstens ist es ein Umfeld mit viel mehr Frauenpräsenz und dazu ein Ort, an dem Frauen für die Führung bestimmter Meetings unerlässlich sind. Dass die Swisscoy daran gewöhnt und darauf vorbereitet ist, ist spürbar. Die Möglichkeit, sich mit Frauen auszutauschen, die keinen Militärdienst in der Milizarmee geleistet haben, aber mit denen man sechs Monate lang die gleiche Welt teilt, lässt einen Aspekte der Armee entdecken, die man im Milizumfeld nicht wahrgenommen hätte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese Erfahrung ein grosser Gewinn für mich ist und ich hoffe, dass viele andere in meine Fussstapfen treten werden.

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