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Kopf des Tages: Gfr Früh Marco

Wer sind die AdA am WEF und was machen sie bei ihren Einsätzen? Cuminaivel veröffentlicht regelmässig Stimmen aus der Truppe.

19.01.2024 | CUMINAIVEL | FT


Er versorgt die militärische Einsatzleitung mit aktuellen Wetterdaten. Marco Früh ist Wettersoldat, kommt aus Frauenfeld und leistet seinen letzten Wiederholungskurs am Weltwirtschaftsforum. Der Gefreite erklärt, wie er zu den Wetterdaten kommt: «Unser Auftrag gliedert sich in drei grosse Teile: Zunächst erfolgt das Briefing, gefolgt von der Übermittlung der Wetterdaten an die Einsatzstelle. Der dritte Aspekt beinhaltet die aktive Beobachtung des Wetters vor Ort.» Hierzu würden verschiedene Messgeräte im Freien genutzt, um den Verlauf des Wetters berechnen und überwachen zu können, sagt Früh. «Dazu gehören etwa die bekannten Wetterballone, um Daten aus grosser Höhe erfassen zu können. Alle gesammelten Daten werden hier im Büro zusammengeführt, analysiert und schliesslich in ein umfassendes Wettermodell integriert.» Am Schluss des ganzen Prozesses würden die Informationen an die militärische Einsatzleitung weitergeleitet.

Seine Militärlaufbahn als Wettersoldat begann für Marco Früh im Jahr 2013, als er die Rekrutenschule absolvierte. Jetzt leistet der Gefreite seinen letzten WK und wird schon bald aus der Armee entlassen. Dazu sagt er: «Es ist schade, dass ich meine Kameraden nicht mehr sehen werde. Die Kameradschaft hat mir immer sehr viel bedeutet», so Früh und ergänzt, dass seine Faszination für das Wetter bestehen bleibe. Denn Wettersoldaten seien schon etwas speziell, «wir neigen dazu, ein bisschen ‘Nerd’ zu sein. Das Jonglieren mit Zahlen und das Verstehen komplexer Modelle ist nicht jedermanns Sache», schmunzelt der Frauenfelder, der in seinem zivilen Leben als Wissenschaftlicher Assistent und Doktorand an der Universität Zürich arbeitet.

Mit der Entlassung Frühs aus der Armee verschwindet ein weiterer Wettersoldat, die schon bald nicht mehr im Militär anzutreffen sein werden. Denn derzeit läuft die letzte Rekrutenschule, in der Wettersoldaten ausgebildet werden. Grund sind neue Technologien und Computermodelle, die das Handwerk der Wettersoldaten nach und nach ersetzen. Die sogenannten «Schneeflöckli» werden also schon bald der militärischen Geschichte angehören. Die Erinnerungen aber werden bleiben, besonders auch bei Marco Früh.


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