print preview

Zurück zur Übersicht Kommando Operationen


M Flab - Die mittlere Fliegerabwehr der Schweizer Luftwaffe am WEF

Die traditionell zweisprachige M Flab Abteilung 32 leistet derzeit im «Göttikanton» Graubünden ihren Beitrag zur Sicherheit am Weltwirtschaftsforum in Davos. Seit vielen Jahren erfüllt die M Flab mit Disziplin, Kameradschaft und Tatkraft ihren WEF-Auftrag zugunsten der Behörden. Ein Einblick.

13.01.2024 | CUMINAIVEL | LW


Feuer am Himmel - ein System mit Geschichte.

Die Geschichte der Schweizer Fliegerabwehr findet ihre Anfänge während der Grenzbesetzung im Ersten Weltkrieg. Es ist eine lange Vergangenheit über viele Generationen hinweg. Auch heute ist die Fliegerabwehr im Hintergrund der stetigen Entwicklung der Armee hoch aktuell. Denn die laufenden und kommenden Armeereformen sind medial weit behandelt worden und werden nicht unerheblich von der Luftverteidigung dominiert. Dazu gehört unter anderem das Thema der Luftabwehrsysteme. Eines dieser Systeme, die einen grossen Teil der Geschichte der Schweizer Fliegerabwehr konstant mitbegleitet hat, ist die 35mm Fliegerabwehrkanone der Schweizer Luftwaffe. Ein altes, aber bewährtes System, das sich in den neusten Armeereformen ihren Platz gesichert hat. Die 35mm Flab Kan bildet das Rückgrat der bodengestützten Luftverteidigung und hält während der laufenden, breitflächigen Erneuerungen der Teilstreitkraft die Stellung.

Wie die meisten Geschütze baut die 35mm Flab Kan auf einem altbewährten System auf. Aus den in den 1960er Jahren eingeführten, handgetriebenen Kanonen, wurde ein vielfältig einsetzbares, präzises Fliegerabwehrsystem. Die 35mm Flab Kan wurde während ihrer Geschichte motorisiert, mit Radar und ballistischen Feuerleitrechnern ausgerüstet und mehrfach kampfwertgesteigert. Die bis heute durchgeführten sorgfältigen Werterhaltungen ermöglichen eine verbesserte Integration in den Rest der Luftverteidigung und damit eine enge und präzise Zusammenarbeit mit anderen Luftfahrzeugen. Die allwettertaugliche 35mm Fliegerabwehrkanone und das Skyguard-Radarsystem wird von Angehörigen der M Flab Abteilung 32 rund um die Uhr betrieben, versorgt und gesichert.

In den letzten Jahren hat sich die Fliegerabwehr neu ausgerichtet und ihre Methodik und ihr Einsatzprofil den neuen Gegebenheiten angepasst. Um von anderen Truppen unabhängiger zu sein, hat sich die M Flab Abteilung 32 wieder vermehrt auf den Eigenschutz konzentriert und ihre Truppe in neuen Bereichen ausgebildet. Die Erfahrungen aus den letzten beiden Wiederholungskursen, sowohl auf dem Schiessplatz als auch bei Übungen im Gelände, haben viele neue Fähigkeiten offenbart, die Methodik verbessert und die Durchhaltefähigkeit gesteigert. All dies hilft, den Auftrag besser auszuführen. Dieses wertvolle Wissen bringt die M Flab Abteilung 32 in den Einsatz zugunsten der Sicherheit am WEF ein.

Der Beitrag zur Sicherheit des WEF in Davos

Die mittlere Fliegerabwehr wird am Weltwirtschaftsforum in Davos im Rahmen der Luftverteidigung zur Unterstützung der Luftfahrzeuge im Objektschutz eingesetzt. Während Kampfflugzeuge ihren Dienst in grossen Höhen und bei hohen Geschwindigkeiten im Rahmen des Luftpolizeidienstes leisten, arbeitet die M Flab Abteilung 32 am Boden im Nahbereich auf einige Kilometer Wirkungsdistanz als Schutzschild wichtiger Objekte. Die Abteilung schliesst damit eine Lücke, die Kampfflugzeuge nur bedingt schützen können. Darüber hinaus können die lokalen Radargeräte, der Luftwaffe ein deutlich verbessertes Luftlagebild liefern. Durch ihre Präsenz und Vernetzung mit der restlichen Luftwaffe und deren Frühwarnsystemen, sperrt die M Flab Abteilung 32 erfolgreich ein Gebiet für Gefahren aus der Luft. Durch den Einsatz dieser Taktik am WEF gehört die M Flab Abteilung 32 zu den wenigen Einheiten, die ihre erlernten Fähigkeiten regelmässig im Echteinsatz, und erst recht bei extremen Wetterverhältnissen, unter Beweis stellen kann.

Ein sich jährlich wiederholender Einsatz lässt einen denken, dass eine gewisse Routine herrscht und die M Flab Abteilung 32 in ihrer Methodik festgefahren sein könnte - doch jeder Einsatz ist einzigartig und bringt völlig neue Herausforderungen mit sich. Dies fusst nicht nur auf externen Veränderungen im Auftrag der Sicherheitspolitischen Lage oder des Wetters, sondern genauso auf der internen Struktur der Abteilung. Jeden Einsatz bestreitet sie mit einer einzigartigen, vielseitigen Zusammenstellung aus Menschen in Uniform in all ihren Facetten, die ihr ziviles Leben pausieren, um hier ihren Beitrag zu leisten. Der stetige Wandel im Leben dieser Personen spiegelt sich auch in der Abteilung. Sind ihre Diensttage geleistet, werden zwar langjährige und erfahrene Kräfte verabschiedet, doch erhält gleichzeitig der Nachwuchs neue Perspektiven: In den Rekrutenschulen neu eingeführte Ausbildungen werden wirksam und stärken die M Flab Abteilung 32 mit neuem wertvollem Fachwissen. All diese Veränderungen und Neuerungen tragen dazu bei, dass kein Einsatz wie der andere ist. Neues wird erlernt, veraltete Methoden ersetzt und Bewährtes wird erhalten. Die Welt wandelt sich und die M Flab Abteilung 32 tut es auch, ganz nach ihrem Motto: Disciplina, Camerateria, Azione - Viva il Trentadü!


Zurück zur Übersicht Kommando Operationen