Veröffentlicht am 21. Januar 2026
Fragenkatalog Lehrberufe Logistiker/-in
Erfahre mehr über den Lehrberuf!

Grunddaten zum Beruf
- Fachrichtung: Lager
- Dauer: 3 Jahre
- Teilprüfung: keine
- Berufsmatura: ist möglich
- Standorte: Thun (Schmalganglager und Zentrallager), Uttigen und Brenzikofen
Voraussetzungen für den Beruf
Für diese Lehre benötigts du einen Real- oder Sekundarabschluss.
Du solltest über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, solide Mathematikkenntnisse und über logisches Denken verfügen. Ausserdem ist es von Vorteil, wenn du Freude an Maschinen hast, denn in der Logistik bist du häufig mit Staplern, Hebebühnen und ähnlichen Geräten unterwegs.
Dieser Beruf ist viel vielseitiger, als man auf den ersten Blick denkt.
Im Beruf bist du sehr aktiv, arbeitest viel mit den Händen und hast regelmässig Kontakt mit verschiedenen Kunden.
Ausbildung im Betrieb
Du wechselst regelmässig zwischen den beiden Hauptbereichen Wareneingang und Rückschub und hilfst dort aus, wo du gebraucht wirst. Das ermöglicht dir, ein breites Wissen aufzubauen — sowohl wie der Betrieb strukturiert ist, als auch über die verschiedenen Abläufe.
Die praktische Ausbildung findet in der Spedition statt, wo du lernst, worauf beim Beladen sowie bei der Kontrolle der Lastwagen und der Ware geachtet werden muss.
Im Bereich Rückschub arbeitest du mit dem Material, das zurückkommt. Dort kontrollierst du, was wieder in den Umlauf kommt und was aussortiert werden muss.
In der Kommissionierung werden die Materialien für die verschiedenen Truppen bereitgestellt. Dort lernst du das Material noch besser kennen und erhältst ein vertiefteres Verständnis für die Abläufe.
Du erhältst die Möglichkeit eine Stage in den anderen Standorten zu machen, damit du die Abläufe der verschiedenen Lager im ALC kennenlernen kannst.
An manchen Standorten kann es sein, dass du eine Stage in der Privatwirtschaft absolvieren wirst.
Als Lernender übernimmst du meist die Aufgabe der Kommissionierung. Dabei stellst du zum Beispiel Verpflegung, persönliche Ausrüstung (PA) oder weiteres Material zusammen. Mit der Zeit erhältst du jedoch auch andere Aufgaben und trägst zunehmend mehr Verantwortung.
Du arbeitest 41.5 Stunden in der Woche. Pro Tag hast du am Vormittag und am Nachmittag 15min Pause zugute. Am Mittag kannst du bis zu 1 Stunde Pause machen.
Am Morgen nach dem Einstempeln erhältst du einen Auftrag. Zum Beispiel: einen Wareneingang kontrollieren, Ware kommissionieren und verpacken oder du kümmerst dich um den Versand und die Verladung der Ware.
Berufsfachschule
1 Tag pro Woche gehst du in die Berufsfachschule.
Berufskunde:
In der Berufskunde erhältst du während der drei Lehrjahre alle wichtigen Grundlagen rund um die Logistik. Dabei lernst du sowohl theoretische Inhalte als auch Themen, die dir im Berufsalltag weiterhelfen.
Fachkunde:
In der Fachkunde vertiefst du dein Wissen in der Fachrichtung, die im Ausbildungsbetrieb im Mittelpunkt steht. Die drei möglichen Fachrichtungen sind Lager, Distribution und Verkehr. Dort lernst du detailliert, welche Abläufe und Besonderheiten für diesen Bereich wichtig sind.
ABU:
ABU steht für Allgemeinbildungsunterricht. In diesem Fach beschäftigst du dich mit grundlegenden Themen wie Schweizer Politik, Versicherungen, Gesetzen und Rechten – alles Inhalte, die auch im Alltag relevant sind.
Sport:
Sport ist ein bedeutender Bestandteil der Ausbildung. Gerade zu Beginn ist es wichtig, sich an längere Gehstrecken und eine erhöhte körperliche Belastung zu gewöhnen.
Zu Beginn der Ausbildung lernt man in der Schule vor allem, wie die Logistik entstanden ist und weshalb sie heute so strukturiert, komplex und global vernetzt ist. Anschliessend folgen Themen, die im beruflichen Alltag direkt angewendet werden können.
Im zweiten Lehrjahr kommt die Fachkunde hinzu. Dort vertieft man sein Wissen in derjenigen Fachrichtung, die im Ausbildungsbetrieb im Mittelpunkt steht. Dadurch erhält man ein spezifischeres und praxisnahes Verständnis.
Im dritten Lehrjahr wird viel wiederholt. Der Unterricht hilft dabei, das Gelernte aus den vergangenen Jahren zu verknüpfen und zu festigen, damit man optimal auf die Abschlussprüfung vorbereitet ist.
Überbetriebliche Kurse
Die überbetrieblichen Kurse, auch ÜK genannt, sind in der Ausbildung zum Logistiker eine grosse Hilfe. Sie vermitteln dir nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Fertigkeiten, damit du lernst, im Betrieb mit verschiedensten Materialien und Situationen richtig umzugehen.
Die überbetrieblichen Kurse (ÜK) unterscheiden sich von der Berufsschule, da sie nicht nur Theorie, sondern auch Praxis vermitteln. So ist der Unterricht aufgebaut, dass du beispielsweise nach dem Staplerkurs sicher und mit dem nötigen Wissen einen Stapler bedienen kannst.
Im Unterschied zum Betrieb werden in den ÜKs viele Systeme erklärt, die im Betrieb selbst nicht vorhanden sind. Dadurch baust du ein Wissen auf, das über die Abläufe im Betrieb hinausgeht und dir ein umfassenderes Verständnis der Logistik vermittelt.
Der Kurs besteht aus Theorie- und Praxiseinheiten, die abwechslungsweise bearbeitet werden, sodass du sowohl das theoretische Wissen als auch die praktische Anwendung direkt trainierst. Am Ende des Kurses gibt es eine kurze Zusammenkunft mit allen Teilnehmern, bei der Feedback gegeben werden kann, bevor der Kurs abgeschlossen wird.
In den überbetrieblichen Kursen lernst du die verschiedenen Lagersysteme kennen und arbeitest praktisch mit Staplern, Deichselgeräten und weiteren Geräten. Gleichzeitig umfasst der Unterricht auch viel Theorie. Dazu gehören Mathematik, Ladungsberechnungen, Routenplanung für Auslieferungen, Berechnungen von Lagervolumen sowie das Kennenlernen von Ladungssicherung, Bindegeräten und Lagersystemen.
Perspektiven nach der Lehre
Logistiker zu sein bedeutet nicht, nur im Lager zu arbeiten. Auch Postboten gehören zur Logistik, da sie in der Distribution tätig sind und zum Beispiel Briefe sortieren und zustellen.
Die Logistik bietet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, was einen besonders positiven Aspekt dieses Berufs darstellt. Du kannst dich zum Beispiel zum Logistikfachmann weiterbilden und anschliessend, wenn du möchtest, eine Richtung ins Büro einschlagen, etwa im Lagerleitstand oder in der Teamleitung. Auch höhere Ausbildungen sind möglich, um später in der Auftragssteuerung oder in anderen Bereichen tätig zu sein. Besonders interessant ist auch der Bereich Supply Chain Management, in dem du dein Wissen weiter vertiefen kannst.