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Der Mensch bleibt entscheidend

Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, hat in seinem Referat anlässlich der Swiss Cyber Security Days am 10. März 2021 erklärt, warum der Mensch auch in einer digitalisierten Armee entscheidend bleibt.

10.03.2021 | Kommunikation Verteidigung

© VBS/DDPS, Sina Guntern

Einleitend betonte der CdA, dass sich die Cyber-Bedrohung tagtäglich und exponentiell weiterentwickle – und die Armee aus diesem Grund sowohl heute als auch in Zukunft weiter in den Ausbau ihrer Fähigkeiten investieren werde.

Künftige Bedrohungen hätten vier besonders ausgeprägte Merkmale, wobei die alten Bedrohungen nicht entfallen. Cyber – das unterstrich Korpskommandant Süssli – sei keine Bedrohung für sich, noch ersetze Cyber die bestehenden Bedrohungen: «Cyber macht die bestehenden Bedrohungen noch gefährlicher», so der CdA.

Die vier Merkmale beschrieb Korpskommandant Süssli wie folgt: Ein möglicher Gegner wirke so lange wie möglich auf Distanz, auch mit politischen, wirtschaftlichen und kriminellen Mitteln, und versuche so lange wie möglich unerkannt zu bleiben. Seine Mittel zielten direkt auf unsere Schwachstellen, auf unsere kritischen Infrastrukturen, beispielsweise die Energieversorgung, auf unsere offene, liberale Gesellschaft und generell auf unsere Bevölkerung. Ein möglicher Gegner agiere gleichzeitig und vernetzt in allen Operationssphären, also im elektromagnetischen Raum, im Cyberraum, im Informationsraum, im Weltraum, am Boden, im maritimen Raum und in der Luft. Und schliesslich würden zukünftige Konflikte vor allem auch im urbanen Raum stattfinden – weil das Mittelland in zehn Jahren noch dichter überbaut sein werde. 

Thomas Süssli referierte bei der virtuellen Durchführung der Swiss Cyber Security Days. Korpskommandant Thomas Süssli: © VBS/DDPS, Sina Guntern

Wer rascher entscheiden kann, hat Erfolg

Die Antwort auf diese Bedrohungen und Gefahren ist gemäss Korpskommandant Süssli eine Armee, die ebenfalls in der Lage ist, ihre Kräfte in allen Operationssphären gleichzeitig und vernetzt einzusetzen. Wer rascher entscheide und die eigenen Mittel präzise einsetze, der habe Erfolg.

Diese Armee müsse digitalisiert sein und über einen so genannten digitalisierten «Sensor-Nachrichtendienst-Führung-Wirkungsverbund» verfügen, um eine Wissens- und Wirkungsüberlegenheit zu erreichen. Es gehe darum, Informationen zu gewinnen, diese auszuwerten und daraus Wissen zu generieren.

Primär ist es dabei nötig, die Informationsflut und damit die Datenflut zu reduzieren. Das ist wichtig, denn der Entscheider – der Mensch – muss die Welt und seine Umgebung erfassen und verstehen können. Deshalb bleibt der Mensch auch in einer digitalisierten Armee entscheidend.