Das LMT Prizren im Einsatz für Dialog und Stabilität
Trotz der im Vergleich zum Norden des Kosovo stabileren Lage hat das Liaison und Monitoring Team in Prizren viel zu tun: Es arbeitet kontinuierlich an längerfristigen Themen, welche die Menschen in ihrem Verantwortungsgebiet nachhaltig beschäftigen. Team Commander Mathias und Teamleaderin Ramona ermöglichten den Presse- und Informationsoffizierinnen ein Einblick in eine multiethnische Region im Süden des Einsatzraums der SWISSCOY.

Text Fachof Romina Kratter, Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 52
Fotos Wm Katrin Locher, Stv Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 52
Hauptmann Mathias ist mit seinem Team für sechs Monate im SWISSCOY-Kontingent 52 in der Stadt Prizren im Einsatz. Kernaufgabe des Liaison and Monitoring Teams (LMT) in Prizren ist die Kontaktpflege zu allen Ethnien und Religionen – und davon sind in seiner Area of Responsibility (AOR) viele vertreten. Die Angehörigen des LMT führen Gespräche mit der Bevölkerung sowie mit Vertretenden der Behörden und Institutionen in der Region Prizren. So stellen sie die Verbindung der KFOR in das gesellschaftliche Leben der kosovarischen Bevölkerung in ihrer AOR her. Sie beobachten ausserdem die Lage und melden aussergewöhnliche Vorkommnisse und Lageveränderungen der vorgesetzten Stufe. Die «Situational Awareness» ist wichtig, um sicherheitsrelevante Ereignisse rechtzeitig erkennen und rapportieren zu können. Nicht umsonst werden die LMT auch die Sensoren der KFOR genannt.
Multiethnische Region
In Prizren kommen praktisch alle in Kosovo vertretenen Ethnien zusammen. Grundsätzlich leben die verschiedenen Bevölkerungsgruppen friedlich aneinander vorbei und der Alltag verlaufe mehrheitlich ruhig und konfliktfrei, beschreibt Hptm Mathias das Zusammenleben der Bevölkerung in der Stadt im Süden des Landes. «In unserer AOR leben Vertreterinnen und Vertreter der ethnischen Gruppen der Kosovo-Albaner, der Kosovo-Serben, der Bosniaken, der Türken und der Roma. Auch Goranerinnen und Goraner sind vertreten», erklärt er weiter. Ein gutes Verständnis aller Ethnien sowie deren Einbezug in ihre Arbeit ist für das LMT deshalb essenziell. Nur so können die Beobachterinnen und Beobachter potenzielle Konflikte erkennen, Gespräche mit den passenden Vertreterinnen und Vertretern der Gesellschaft, der Behörden oder beispielsweise dem Bildungs- und Gesundheitswesen führen.
Unser Verantwortungsgebiet ist sehr divers, da hier Vertreterinnen und Vertreter der meisten in Kosovo vertretenen Ethnien und Religionsgemeinschaften leben.
Einblick in die Arbeit des LMT in Prizren
Die verschiedenen Subteams des LMT Prizren widmen sich unterschiedlichen Themengebieten und pflegen die damit verbundenen Kontakte. Teamleaderin Oberleutnant Ramona und ihr Subteam kümmern sich unter anderem um die Kontaktpflege zum Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen. Im Bildungswesen beispielsweise fehle es oft an ausreichend Budget für den Schulalltag, da die Schulen mit dem Geld, das sie von den Institutionen in Kosovo erhalten, auch die Infrastruktur unterhalten und beispielsweise heizen müssen. Um ausreichend Schulmaterial zur Verfügung stellen zu können, springen deshalb oft internationale Spender ein.
Oblt Ramona und ihr Subteam besuchen auch regelmässig Ambulance Care Units in der Peripherie von Prizren. In den Gesprächen versuchen sie herauszuhören, welches die Probleme der Patientinnen und Patienten sind. Diese Gespräche und Einblicke geben dem LMT Prizren Hinweise zum Allgemeinwohl der kosovarischen Bevölkerung in ihrer AOR und dienen der Mission «SASE» der KFOR, für ein sicheres und geschütztes Umfeld zu sorgen.
So versuchen Ramona und ihr Team zu eruieren, ob es eine Auffälligkeit in Bezug auf die allgemeine Gesundheit der umliegenden Bevölkerung gibt. Sie versuchen auch festzustellen, ob die Versorgung der Patientinnen und Patienten und das Gesundheitssystem in ihrer AOR im Generellen funktioniert. Bisher haben sie festgestellt, dass die Verfügbarkeit von Medikamenten und Versorgungsmaterial weniger das Problem ist, dafür aber das System eher unter dem Fachkräftemangel und teilweise dem Ausbildungsstandard der Fachkräfte leidet.
Dieser kleine Ausschnitt aus dem Alltag zeigt, dass das Liaison and Monitoring Team Prizren mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und zum gesellschaftlichen Dialog in einer der vielfältigsten Regionen des Kosovo leistet. Durch den engen Austausch mit der lokalen Bevölkerung sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Behörden, Institutionen und NGOs gelingt es dem Team, ein die Erstellung eines differenzierten Lagebilds zu unterstützen und frühzeitig auf potenzielle Spannungen aufmerksam zu machen.

